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| 01:05 Uhr

Von der Landwirtschaft zur modernen Gemüseproduktion

Ein Beispiel, an dem die Wandlung in Schöneiche anschaulich ins Auge fällt: Aus ehemaligen Gutsgebäuden entstand ein schickes Erntearbeiter-Hotel.
Ein Beispiel, an dem die Wandlung in Schöneiche anschaulich ins Auge fällt: Aus ehemaligen Gutsgebäuden entstand ein schickes Erntearbeiter-Hotel. FOTO: Fotos: Uta Schmidt
Steinreich.. Drei Monate fehlen noch, dann kann die Gemeinde Steinreich im Amt Golßener Land ihren dritten Geburtstag feiern. Die Namensgeber rund um Bürgermeister Wolfgang Luplow können stolz auf den „Täufling“ sein. Von Uta Schmidt

625 Einwohner zählt die Gemeinde, die aus den Ortsteilen Glienig und Sellendorf mit den jeweiligen Gemeindeteilen Damsdorf, Schenkendorf, Schöneiche, Hohendorf, Eichbusch, Schönerlinde und Försterei, entstand. Ein neu zusammengesetztes Gebilde, das auch von Anbeginn einen eigenen Namen bekommen sollte. „Gemeindevertreter hatten die Idee, die Großgemeinde nach den vielen Steinen auf den Äckern zu nennen“ , erinnert sich der ehrenamtliche Bürgermeister Luplow. In der Namensgebung sollten sich alle Bewohner wiederfinden. „Keine Ort wurde bevorzugt, und auf einen Doppelnamen legte auch niemand Wert.“ Damit gehört die neugebildete Gemeinde zu den wenigen Beispielen im Landkreis, wo man sich auf einen völlig neuen Namen für die Kommune verständigen konnte.
Luplow beschreibt die Zusammenarbeit in der sechsköpfigen, neuen Gemeindevertretung und den beiden neuen Ortsbeiräten in Sellendorf und Glienig als ein problemloses Zusammenwirken. „Die Ortsbeiräte um Heinz-Peter Frehn und Roland Brakonier sind sehr aktiv“ . Vor allem in Schöneiche ist eine rasante Entwicklung in den vergangenen zwei Jahren zu verzeichnen. Hier wurde der komplette Straßenbau mit einer neuen Buswendeschleife sowie der ländliche Wegebau bis zur Kreisgrenze nach Teltow-Fläming realisiert. „Im Dorf und der Umgebung ist ein kompletter Strukturwandel sichtbar - von der traditionellen Landwirtschaft zur modernen Gemüseproduktion“ , so Luplow.

Eindrucksvoller Wandel
Auf den Feldern gedeihen zur Zeit Gurken, Kürbisse, Porree, Kohl und vieles mehr. Gemüse, das sowohl auf die Märkte bis nach Berlin als auch in die Verarbeitung ins benachbarte Golßen geht. Im ehemaligen Volksgut und jetzigen Landgut Schöneiche ist der Wandel besonders eindrucksvoll. „Besonders beim Hallenbau musste der neuen Gesetzgebung Europaen Foodstandard entsprochen werden, bei der eine eindeutige Trennung von Landwirtschaftsproduktion und Verarbeitung festgelegt wurde“ , so der Bürgermeister. Aus den ehemaligen Rinderställen wurden Kühlhäuser zur Aufnahme vor allem der riesigen Gurkenmengen für die „Spreewaldkonserve“ . Aus ehemaligen Gutsgebäuden entstand ein schickes Erntearbeiter-Hotel.

Hoffen auf ILE-Topf
Obwohl die Entwicklung in der Gemeinde und ihren Ortsteilen gut vorangeht, blickt die Gemeinde auf einen schuldenfreien Haushalt. „Wir setzen auf die Ausweisung des Amtes Golßener Land als Fördergebiet ,Integrierte ländliche Entwicklung'. Dann können wir mit Landes- und EU-Fördermitteln rechnen, um zum Beispiel die Sanierung von ortsbildprägenden Gebäuden oder die Umnutzung von Bauten zu finanzieren“ . Hoffnung für den Umbau des Ortsgemeinschaftshauses in Schenkendorf, für das bereits Fördermittel beantragt wurden. Von diesem ILE-Programm könnten auch die Bürger bei der Sanierung ihrer Privathäuser profitieren, so Luplow.