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| 02:59 Uhr

Von der Kakaobohne zur Schokolade

Produktionsleiterin Marie Eidner (r.) reicht Naschproben. Teilnehmer der RUNDSCHAU-Sommertour greifen gern zu. Die Auswahl verschiedener Schokoladenkreationen ist groß.
Produktionsleiterin Marie Eidner (r.) reicht Naschproben. Teilnehmer der RUNDSCHAU-Sommertour greifen gern zu. Die Auswahl verschiedener Schokoladenkreationen ist groß. FOTO: Andreas Staindl/asd1
Zöllmersdorf. In Zöllmersdorf (Stadt Luckau) wird Schokolade nach alter Tradition hergestellt. Die Edelmond Manufaktur verarbeitet für ihre handgemachten Kreationen beste Bio-Kakaobohnen aus Ursprungsländern und veredelt diese zu Schokolade. Teilnehmer der RUNDSCHAU-Sommertour haben am gestrigen Mittwoch den Weg der Bohne bis zur fertigen Tafel vor Ort nachvollzogen. Andreas Staindl

Dass das Interesse an der Edelmond Chocolatiers GmbH in Zöllmersdorf groß ist, hat Thomas Michel schon in der Vergangenheit erfahren. Die große Resonanz auf die RUNDSCHAU-Sommertour hat den Gründer und Eigentümer des kleinen Unternehmens dann doch überrascht, wie er sagt: "Mit so einem großen Andrang habe ich nicht gerechnet."

Für Michel kein Problem. Aus der geplanten Führung machte er gestern kurzerhand viele Rundgänge im Stundentakt. Marie Eidner führte die Gäste durch die Edelmond Manufaktur. Die Produktionsleiterin ist gelernte Konditormeisterin und fertigt mit Raffinesse Kakaokreationen.

Sie hat das Handwerk der Schokolade-Herstellung wie sie erzählt auch in Frankreich gelernt. Die junge Frau versteht nicht nur etwas vom Fach, sondern kann auch kleinste Details verständlich rüberbringen. Dabei ist der Prozess von der Bohne bis zur Tafel alles andere als einfach. Nach einer Führung in der Manufaktur allerdings nachvollziehbar.

Auch, weil der kleine Betrieb großen Wert auf höchstmögliche Transparenz legt wie Marie Eidner sagt.

Die Produktionschefin skizziert gedanklich den Weg der Schokolade: Der beginnt mit der Kakaobohne. Die kommt in Jutesäcken per Schiff direkt von den Plantagen der Ursprungsländer rund um den Äquator. In Zöllmersdorf werden die Bohnen per Hand sorgfältig geprüft und gründlich gereinigt, Fremdkörper per Hand und mithilfe eines Schüttelsiebs entfernt. Marie Eidner zeigt Jutesäcke mit Kakaobohnen aus Ecuador und Kakaofrüchte, zudem zahlreiche Fotos rund um die Bohnen. Die Gäste dürfen die Früchte selbst anfassen, später auch an den Bohnen schnuppern. "Wir kaufen nur Kakaobohnen von zertifizierten Betrieben", erzählt die Produktionsleiterin. Zudem werde das Rohmaterial im Labor geprüft. Für die keimfreien Bohnen geht der Prozess weiter, führt er zur Röstung. Durch schonende Langzeitröstung entwickle sich ein besonders intensives Aroma. Sind die Kakaobohnen dann abgekühlt, werden sie gebrochen und wird die Schale entfernt. Ein wichtiger Schritt hin zur leckeren Schokolade ist das Melangieren und Conchieren. Riesige Mahlsteine zerreiben die Bohnen zu Kakaopartikeln. Durch die lange Laufzeit verflüchtigen sich die Bitterstoffe. Der Produktionschefin zufolge ist das Melangieren der wichtigste und schwierigste Arbeitsschritt.

In Zöllmersdorf setzen sie auf altbewährte Technik - auf Maschinen, die auch in Museen stehen könnten. Nach stundenlangem Kneten und Veredeln ist die Schokoladenmasse fast fertig. Die Edelmond Schokolade wird jetzt noch temperiert, die Kakaomasse anschließend zu Schokoladenprodukten verarbeitet. Jetzt muss die süße Leckerei nur noch abkühlen.

Wie verführerisch die fertige Schokolade der kleinen Manufaktur in Luckaus Ortsteil ist, wurde gestern deutlich. Kaum einer der Sommertour-Teilnehmer kam an den Tellern mit den verschiedenen Kostproben vorbei. Einige konnten sich gleich gar nicht trennen, was Marie Eidner augenzwinkernd kommentierte: "Nehmen Sie doch gleich den ganzen Teller mit." Handgemachte Schokolade ist aber auch zu verlockend. Noch dazu, wenn der Prozess so charmant erklärt wird wie von Marie Eidner. "Ich habe jetzt eine ganz neue Sichtweise auf Schokolade und werde künftig noch mehr auf die Inhaltsstoffe achten", sagt Ariane Vinke aus Bielefeld. Sie ist derzeit auf Heimaturlaub in Görlsdorf (Stadt Luckau) und nutzte die RUNDSCHAU-Sommertour, um Neues aus ihrer Heimatregion zu erfahren. "Ich kannte das kleine Unternehmen in Zöllmersdorf bisher nicht, bin jetzt aber beeindruckt. Die Führung war auch für meine Kinder interessant."

Sie könnten beim nächsten Besuch schon wieder Neues entdecken, wie Marie Eidner sagt. "Wir erweitern ständig unsere Produktpalette."