Von Anja Brautschek

Ob Gräfin, Göttervater, böser Schurke oder historische Persönlichkeit – die Schauspieler der Theaterloge Luckau schlüpfen in fast jede Rolle. In der Region sind die Laiendarstelller mittlerweile gefragt. Sie sind auf Festen und auf ihrer eigenen Kleinkunstbühne präsent und ziehen mit dem Krimidinner zu Restaurants und Gasthöfen in Luckau und darüber hinaus. Bis nach Naundorf (Elbe-Elster) oder Lauchhammer (Oberspreewald-Lausitz) reisen sie dafür an den Wochenenden.

Viel Zeit zum Durchatmen bleibt da kaum. Wenn das Jahr 2018 abgeschlossen ist, blickt die Theaterloge schon wieder in die nächste Saison. Diese beginnt bereits am 2. Januar 2019 mit einer Fackelwanderung in Lübben. Rund 58 Vorstellungen haben sie dann in 2018 gegeben. Wöchentlich steht mindestens eine Aufführung auf dem Programm. „Vor allem das Krimidinner wird sehr gut angenommen“, sagt Theaterleiterin Gabi Schönig.

Für die Darsteller ist das aber auch eine Herausforderung. Die Stücke werden selbst geschrieben und aufgebaut, Texte und das Zusammenspiel ausschließlich in der Freizeit geprobt. Zu erleben gibt es dadurch allerdings Stücke, die in dieser Art und Weise nur durch die Theaterloge aufgeführt werden. In diesem Jahr haben die Mitglieder unter anderem einen Blick in die Luckauer Geschichte geworfen. Nach der erfolgreichen Premiere von „Luckaus Historie in fünf Bildern“ vor einigen Monaten soll es im kommenden Jahr den zweiten Teil des Stückes geben. Aber auch das Szenequiz, das Improvisationstheater oder Musikkonzerte  sorgen regelmäßig für volle Plätze vor der Kleinkunstbühne. 2019 wird es wieder etwas Neues geben. Das Theaterquiz (15. Juni) vereint die besten Bühnenstücke der Theaterloge. Auch das Sommertheater, dass parallel in Haus und Garten aufgeführt wird, wird erneut angeboten.

An Ideen mangelt es den Vereinsmitgliedern jedenfalls nicht. Doch es fehlt noch an Platz für ausladende Bühnenstücke. Bereits in diesem Jahr sollte der große Saal im Obergeschoss der Theaterloge hergerichtet werden. Doch das Projekt war finanziell noch nicht stemmbar. „Es ist sehr wichtig, dass der Saal wieder nutzbar gemacht wird. Darin steckt so viel Potenzial“, sagt die Theaterleiterin. Doch ein neues Brandschutzkonzept muss noch umgesetzt werden. Dazu muss der Fluchtwegbereich neu gestaltet und eine Brandschutztreppe errichtet werden. Auch die Brandmeldeanlage sowie die Elektrik des Saals muss erneuert und auf die Bedürfnisse der Theaterloge angepasst werden. Denn für Licht- und Tontechnik wird Starkstrom benötigt, erklärt Schönig. „Trotz großzügiger Spenden konnten die Maßnahmen finanziell bislang nicht umgesetzt werden“, sagt sie. Alle Vorbereitungen seien aber getroffen, Angebote von Handwerkern bereits eingeholt.

Unterstützung hat nun auch der Gewerbeausschuss der Stadt Luckau angeboten. Der Ausschuss-Vorsitzende Lothar Treder-Schmidt (Luckau Land/Die Grüne) hat vorgeschlagen, auch Fördermöglichkeiten beispielsweise durch die Sparkassenstiftung oder aus Lottomitteln des Landes in Betracht zu ziehen. Er will dem Verein Hilfestellung für entsprechende Anträge geben. Unterstützung wird laut Gabi Schönig auch für den Auf- und Abbau des technischen Equipments benötigt.

„Ich bin stolz auf unsere Entwicklung“, blickt Gabi Schönig dennoch auf die vergangenen Jahre. Die Theaterloge habe sich als Treff für Jugendliche entwickelt. Über den wöchentlichen Proben hinaus verbringen die passionierten Schauspieler ihre Freizeit oft in der Langen Straße 71. Sie identifizieren sich regelrecht damit, obwohl  die Stücke auch mit einem hohen, zeitlichen Aufwand verbunden. Allein der Auf- und Abbau der Krimidinner-Requisiten dauere mehrere Stunden. Dennoch stecken Jung und Alt viel Herz in ihre Auftritte.

Drei Spielgruppen gibt es derzeit in der Theaterloge. Der Jugendbereich mit 19 Mitgliedern ist der größte. Die Gruppe der Erwachsenen zählt zwölf Mitglieder. Außerdem gibt es sieben Kinder. Zusammen mit stillen Förderern sowie Technik- und Equipment-Profis zählt der Verein 54 Mitglieder.