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Volkskrankheit mit Leidensdruck: Inkontinenz

Luckau. Der 30. Juni wird als internationaler Inkontinenztag 2017 begangen und stellt das oft schamhaft verschwiegen behandelte Problem der Urin- und Stuhlinkontinenz in den Fokus der Aufmerksamkeit. red/SvD

Das Evangelische Krankenhaus Luckau macht auf den Tag und das Problem aufmerksam. Rund 250 Patientinnen und Patienten im Jahr werden in einer Sprechstunde Rat und Hilfe angeboten. Bei etwa 80 Personen konnten die Beschwerden durch einen operativen Eingriff beseitigt werden, teilt die Luckauer Einrichtung mit.

Die Urologie beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit den verschiedenen Formen der männlichen und weiblichen Harninkontinenz, die definiert ist als unwillkürlicher Urinverlust. Es handelt sich bei diesem häufigen Krankheitsbild, bei dem Frauen häufiger betroffen sind, um eine Volkskrankheit mit erheblichem Leidensdruck. Wichtig für Betroffene sei, dass Hilfe durch spezialisierte Ärzte möglich ist und mit relativ kleinen Maßnahmen große Wirkung, nämlich Verbesserung der Lebensqualität erreicht werden kann, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Wichtig sei stets eine umfassende Diagnostik bei einem spezialisierten Arzt. Dieser müsse sich über Vorerkrankungen, Trinkgewohnheiten, Körpergewicht, evtl. Vorlagenverbrauch und Häufigkeit des Wasserlassens in Form eines Protokolls ein Bild der Beschwerden machen. Es folgten aufwändige Untersuchungen, sowohl bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Röntgen von Blase und Harnröhre, als auch funktionelle Methoden wie Blasendruckmessungen.

Bei bestimmten Harnentleerungsstörungen müssen Ärzte anderer Fachrichtungen wie Neurologen, Gynäkologen oder Chirurgen mithinzugezogen werden. Erst nach diesen umfänglichen Untersuchungen kann eine eindeutige Diagnose gestellt werden und damit eine Behandlung folgen.

Betroffene können aber auch durch Änderung ihres Lebensstils durchaus Verbesserungen ihres Urinlassverhaltens erreichen: Normalisierung des Körpergewichtes, Beckenbodentraining, moderate sportliche Betätigung (besonders günstig sind Ausdauersportarten), Trinkverhalten optimieren, Vermeidung schweren Hebens und Pressens.