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| 02:49 Uhr

Viele Ideen für kleine Naturkita

Die Kita-Kinder in Niebendorf-Heinsdorf sollen hier weiterhin ihre Gemeinschaft erleben. Dafür machen sich ihre Eltern stark. Sie haben einen Verein gegründet, der die Trägerschaft über den kleinen Dorfkindergarten übernehmen soll.
Die Kita-Kinder in Niebendorf-Heinsdorf sollen hier weiterhin ihre Gemeinschaft erleben. Dafür machen sich ihre Eltern stark. Sie haben einen Verein gegründet, der die Trägerschaft über den kleinen Dorfkindergarten übernehmen soll. FOTO: B. Keilbach/bkh1
Niebendorf-Heinsdorf. Idyllisch im Grünen liegt die Kita "Ventulino" auf halbem Weg zwischen Heinsdorf und Niebendorf. Deren Zukunft steht jedoch infrage. Deshalb haben Eltern der hier betreuten Kinder den Verein "Baumkuchen" gegründet. Mit diesem wollen sie die Trägerschaft übernehmen. Ihre Pläne gehen noch weiter. Die Kita soll sich zu einem Ort der Begegnung für alle Generationen des Doppeldorfes entwickeln. Birgit Keilbach / bkh1

Herzstück und Ideenschmiede des Vereins ist das Elterncafé auf dem Kita-Gelände. Seit rund einem Jahr treffen sich die Mütter und Väter der dort betreuten Kinder an jedem Freitagnachmittag dazu auf dem Kita-Gelände. Das erwuchs zunächst aus dem Bedürfnis, sich näher kennenzulernen und sich über die ganz alltäglichen Dinge junger Familien auszutauschen. "Schrittweise haben wir uns dann für die Kita engagiert", erzählt Ulrike Höhne, die im Verein für Projekte und erweiterte Angebote zuständig ist.

Der Sandspielplatz erhielt eine Verjüngungskur und auch der Garderobenraum für die Kinder präsentiert sich bereits in neuem, naturnahem Ambiente.

Als der jetzige Trägerverein der Kita, Ventus, der in Niebendorf vor allem jugendtherapeutische Projekte realisiert, den Eltern das Ende seines Engagements für die Kita mitteilte, stand für diese schnell fest: "Wir wollen die naturnahe Kita unbedingt erhalten. Er ist neben dem in Rosenthal der letzte kleine Dorfkindergarten, den es in der Stadt Dahme noch gibt", sagt Imke Hofbauer.

Um ihn in eigene Regie übernehmen zu können, gründeten die Eltern den Verein "Baumkuchen". Bei der Namensgebung stand das Gebäck tatsächlich Pate. "Im Herbst brachten einige von uns nämlich Baumkuchen zum Freitagstreff mit", erzählt Ulrike Höhne. Der Begriff stehe sinnbildlich für die Naturkita (Baum) und das Zusammensein (Kuchen und Kaffee) sowie das weiter gesteckte Ziel, dort einen Treffpunkt für alle Generationen der Dorfgemeinschaft entstehen zu lassen.

"Sozusagen wie die einzelnen Schichten des Baumkuchens ein Ganzes ergeben, wollen wir hier auch die Dorfgemeinschaft wieder beleben", erläutert die junge Mutter. Denn ein Dorfgemeinschaftshaus gebe es im Doppeldorf nicht. Die Kita mit der benachbarten ehemaligen Awo-Begegnungsstätte habe sich indes bereits als guter Treffpunkt erwiesen. Auch die Resonanz auf ihre Idee aus dem Dorf sei bisher positiv gewesen, resümiert Imke Hofbauer.

Das bestätigte Ortsvorsteher Günter Ukro auch den Stadtverordneten, denen der Verein kürzlich sein Vorhaben vorstellte. Gemeinsames Singen mit den Kindern und jungen Familien oder Plätzchen backen könnten stattfinden. Gefragt seien die Erfahrungen der Älteren auch beim Verarbeiten von Früchten und Gemüse aus der Kita, zählen die Frauen einige Beispiele auf. Denn die Kinder sollen mit der Natur aufwachsen und beispielsweise Gemüse selbst mit anpflanzen, es pflegen und ernten. Im großen Gruppenraum plant der Verein, eine Kinderküche für die Verarbeitung zu integrieren.

Zunächst jedoch benötigt der Verein eine Betriebserlaubnis für die Kita. Eine Besichtigung des Landesjugendamtes fand in der vergangenen Woche statt. "Wir haben noch einiges an den Spielgeräten zu reparieren. Und der Sanitärbereich muss stärker an die verschiedenen Altersgruppen angepasst werden", nennt Imke Hofbauer die Aufgaben für die nächsten Monate.

Zum 1. August will der Verein die Trägerschaft übernehmen. "Wir sind aber auch auf die Unterstützung der Stadt angewiesen, die Eigentümer der Kita ist", betont sie. Denn am Gebäude selbst müsse auch einiges getan werden. Zunächst hoffen die Initiatoren, dass ihre Idee im Dorf noch weitere mitwirkende Anhänger findet, damit die angedachte Perspektive für das Gemeinschaftsleben nicht nur eine Idee bleibt.