"Ich wünsche mir, dass auch Leute aus den umliegenden Dörfern in unsere Bibliothek kommen und sich hier umschauen", sagt Bärbel Schiemenz. Denn die kostenlose Ausleihe von Büchern ist nicht nur für die Einwohner dieses Luckauer Ortsteils möglich. Das Literaturangebot sei keineswegs auf Bücher zu religiösen Themen beschränkt, "was vielleicht viele denken, weil unsere Bibliothek ehrenamtlich über die Kirchengemeinde organisiert wird", sagt das Mitglied des Gemeindekirchenrates.

Mehr als 800 Bücher stehen in doppelter Reihe in den Regalfächern und bieten vielfältigen Lesestoff. Das Spektrum reicht von Krimis - nahezu alle Bücher von Charlotte Link sind hier zu finden - über spannende Belletristik bis zu Biografien und Bücher über die jüngere Geschichte Deutschlands sowie Schlabendorfs eigene Historie.

"Gern gelesen werden auch Geschichten von Menschen, die ihre Schicksale erzählen", sagt Bärbel Schiemenz. Bücher zum Vorlesen, bebilderte Geschichten für Vorschulkinder und Leseanfänger sind ebenso zu finden. "Wir haben auch Jugendliteratur zu aktuellen Themen wie Mobbing und Drogen in der Schule", zählt sie weiter auf. Jährlich stellt die Kirchengemeinde 200 Euro für die Anschaffung neuer Bücher zur Verfügung. Spenden von Besuchern, die zweimal im Jahr zum Tag der offenen Tür kommen, werden gleichfalls dafür verwendet. Dann werden stets einige Neuanschaffungen vorgestellt.

Ihre eigene Freude am Lesen und der Büchertausch im Freundeskreis brachte die Schlabendorferin auf die Idee, eine Bibliothek im Dorf einzurichten. Mit Spenden und Bücher-Leihgaben der Einwohner sowie Unterstützung des Kirchenkreises Niederlausitz und Fördermitteln der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz wurde sie Realität. Am 5. September 2010 öffnete die Bibliothek erstmals ihre Tür. 160 Bücher standen damals noch ziemlich verloren im großen Regal an der Wand des Gemeinderaums im Pfarrhaus. Ein Spendenaufruf fand große Resonanz und ließ den Bestand schnell wachsen. Die ehrenamtlichen Bibliothekare sichteten, sortierten und ordneten alles thematisch, erfassten jedes Buch und organisierten die Ausleihe. "Es war ein enormer Aufwand am Anfang, doch inzwischen haben wir eine breite Auswahl, in der wohl jeder Leser etwas für sich findet", sagt Bärbel Schiemenz.

Zum Thema:
Am Sonntag, 28. Februar, findet ab 15 Uhr der nächste "Tag der offenen Tür" in der Schlabendorfer Bibliothek statt. Bei Kaffee und Kuchen können die Besucher Passagen aus dem Buch "Die Sehnsucht des Vorlesers" von Jean-Paul Didierlaurent lauschen und weitere Neuheiten der kleinen Bibliothek kennenlernen. Geöffnet hat sie jeweils am ersten Mittwoch im Monat von 17.30 bis 18.30 Uhr.