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Viel Gegenwind für Politiker in Zützen

Rund 300 Bürger waren zur Versammlung in Zützen gekommen, bei der es um die Unterbringung von 100 Asylbewerbern in dem 350-Seelen-Örtchen ging.
Rund 300 Bürger waren zur Versammlung in Zützen gekommen, bei der es um die Unterbringung von 100 Asylbewerbern in dem 350-Seelen-Örtchen ging. FOTO: dsf
Golßen. Es sollte ein Informationsabend für die Bürger des Golßener Ortsteils Zützen werden - doch die Vertreter von Kreis, Amt und Stadt stießen bei den Zützenern auf wenige offene Ohren und viel Gegenwind. dsf

Zu einer Bürgerversammlung hatte das Amt Unterspreewald, der Landkreis Dahme-Spreewald und die Stadt Golßen die Zützener am Montagabend eingeladen. Es sollte ein sachlicher Austausch werden über die Pläne, künftig rund 100 Asylbewerber in dem 350-Seelen-Ort unterzubringen. Die Zützener aber taten sich schwer, den Ausführungen von LDS-Sozialdezernent Casten Saß, dem stellvertretenden Landrat Carl-Heinz Klinkmüller (beide CDU) oder dem frischen Bürgermeister von Golßen, Hartmut Laubisch (SPD), zuzuhören oder gar Glauben zu schenken. Zu tief sitzt die Angst von denen, die im Sommer in die knapp 30 dann leeren Wohnungen am Ortsrand einziehen sollen. Integration sei nicht möglich, wenn 100 Asylbewerber auf 350 Einwohner träfen, so die einhellige Meinung. Ausländerfeindliche Äußerungen blieben an diesem Abend nicht aus, auch wenn die meisten der rund 300 Gäste sich darum bemühten, ihre Vorbehalte nicht an der Herkunft der künftigen Neu-Zützener festzumachen.

Im Sommer werden voraussichtlich gut 100 Asylbewerber in Wohnungen am Ortsrand von Zützen einziehen, die derzeit noch als Ferienunterkünfte für "Tropical Island" genutzt werden. In vier Wohnblocks leben dann nach derzeitigen Plänen Asylbewerber gemeinsam mit bereits jetzt dort lebenden Mietern. Der Mietvertrag für die Wohnungen aber sei noch nicht unterzeichnet, berichtet Carsten Saß.