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Vetschauer zeigen es der Ambrosia

Wetterfee Ulrike Finck vom rbb-Fernsehen lässt sich von Winfried Böhmer die Merkmale erklären, an denen man die Ambrosia erkennt.
Wetterfee Ulrike Finck vom rbb-Fernsehen lässt sich von Winfried Böhmer die Merkmale erklären, an denen man die Ambrosia erkennt. FOTO: H. Kuschy
Vetschau. Die hochallergene Am brosia steht kurz vor der Blüte – das haben gestern viele Vetschauer genutzt, um nahe dem Sommerbad Pflanzen auszureißen. Sie sind wie Christina Bobrowski entgegen anderer Auffassungen überzeugt, dass Ausreißen hilft, die Bestände zurückzudrängen. Hannelore Kuschy

"Noch 2012 war die Fläche zwischen katholischer Kirche und Kläranlage voll von Ambrosia. Jetzt habe ich dort gar keine mehr gesehen", erzählt Christina Bobrowski, die selbst viele Male hier und dort Hand anlegt.

Auch die Stadt selbst hat vor Jahren der Ambrosia den Kampf angesagt. Seit sieben Jahren kartieren Scouts befallene Flächen. Meldungen über Fundorte werden unter der Telefonnummer 035433 77731 entgegengenommen. Neben Drebkau und Cottbus, wo der Pollenbefall am höchsten ist, wurde auch in Vetschau eine Pollenfalle installiert. "Die Pollentrommel wird wöchentlich ausgewechselt und verschickt", erläutert Michael Gräber vom Bauhof, wo sich die Falle befindet. Ausgewertet wird die Pollenkonzentration schließlich von Anna Schubert im Institut für Meteorologie der Freien Universität Berlin. Der Bauhof-Mitarbeiter zieht am Vetschauer Aktionstag selbst mit Ambrosia-Pflanzen aus der Erde. Er kennt aber auch weitere Vorkommen, zum Beispiel in Wüstenhain, Raddusch und bei Repten.

Büschelweise ziehen Vetschauer die noch kleinen Pflanzen aus der Erde. "Sie müssen noch nicht in Säcken verstaut und als Sondermüll entsorgt werden, weil sie noch nicht blühen", erklärt Christiane Zimmermann. Während sich einige Meter weiter rbb-Wetterfee Ulrike Finck von Winfried Böhmer die Merkmale der Ambrosia-Pflanze erklären lässt, sind Barbara Müller und ihr Mann Eberhard dabei, eine nach der anderen auszureißen. "Ich bin frisch in Rente und wollte mich hier einfach engagieren. Bis vor Kurzem wusste ich noch nicht einmal, wie die Pflanze aussieht", sagt die Vetschauerin.

Für den 8. Juli sind die Einwohner des Calauer Ortsteils Mlode zum zweiten Mal aufgerufen, zwischen 9 und 10 Uhr Ambrosia zu entfernen. "Denn beidseits der Durchfahrtsstraße wächst das Allergen nach wie vor, aber es sind schon weniger als im Vorjahr", sagt Initiator Steffen Römelt.