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| 01:25 Uhr

Verzierte Grabmale und schöne Figuren

Am blauen Gitter, einem Kunstobjekt, begann die Führung über das geschichtsträchtige Areal, dem Skulpturenpark Alter Friedhof in Lübbenau.
Am blauen Gitter, einem Kunstobjekt, begann die Führung über das geschichtsträchtige Areal, dem Skulpturenpark Alter Friedhof in Lübbenau. FOTO: B. Keilbach
Lübbenau.. „Neugierig geworden, was auf dem Friedhof zu sehen ist, bin ich durch die Fotoausstellung im Lübbenauer Rathaus“, erklärt Ruth Rudolph ihr Interesse an der Führung über die 3,6 Hektar große Fläche in der Straße des Friedens in Lübbenau. B. Keilbach

Antje Springer von der Arbeitsgruppe "Alter Friedhof" der Lübbenaubrücke und Pfarrer Joachim Liedtke zeigten mehr als 20 Lübbenauern, welches Kulturgut dort seit Jahrhunderten schlummert.
Reich verzierte Grabmale, die in ihrem Fuß die Wurzeln der Bäume nachgestalten, entdeckten die Teilnehmer ebenso wie besonders aufwändig gestaltete Grabmale, eine Grabeinfassung aus gusseisernen Ketten und verschiedene Figuren. Das älteste Sandstein-Grabmal erinnert an den Oberpfarrer Johann Rathanuel Jenichen. Wo der Ortschronist Paul Fahlisch bestattet wurde und die Gräber der jüdischen Bürger Dr. Max Plessner und Beatrixe Ledermann zu finden sind, das erfuhren die Lübbenauer während der Rundgangs gleichfalls. Einen Gedenkstein hat die gräfliche Familie zu Lynar 1920 für Adam Bagge gesetzt. Dieser hatte im 30-jährigen Krieg Siegmund Graf zu Lynar das Leben gerettet.
"Dieser Friedhof bewahrt Lübbenauer Geschichte, viele Familiengrabstätten zeugen davon", sagte Pfarrer Liedtke. Ebenso hätten Gefallene des Zweiten Weltkrieges hier eine würdige Stätte der Erinnerung, fänden sich viele einzelne und einmalige Zeugnisse früherer Friedhofskultur.
Durch Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen Anfang dieses Jahrtausends sei es gelungen, den Friedhof in einem vorzeigbaren Zustand zu erhalten. In diesem Jahr hätten drei Lübbenauer Ein-Euro-Jobber stets für gemähten Rasen, geharkte Wege und die Beseitigung des Laubes gesorgt, erklärte der Pfarrer.
So bot sich den Teilnehmern während der Führung ein eindrucksvolles Park-Erlebnis. "Blaues Gitter" ist eines der Kunstobjekte, erläuterte Antje Springer. "Im Inneren bleibt alles sich selbst überlassen", ergänzte sie. An den einzelnen Denkmalen und Kunstobjekten sollen in der Zukunft erklärende Tafeln angebracht werden. Eine Broschüre wird vorbereitet. Elsbeth Zimmermann erkannte beim Lesen der Namen auf den Tafeln am Gedenkstein für die Gefallenen auch die von Kindern: "Sie waren 1945 an Typhus gestorben und wurden auf dem Friedhof beigesetzt", sagte sie. Das Schloss Lübbenau sei zu dieser Zeit Lazarett gewesen und sie habe dort gearbeitet. "Es ist eine gute Idee, den Friedhof als Park zu erhalten, weil das Vorhandene nicht in Vergessenheit geraten darf, es ist Kulturgut", so die Lübbenauerin. Sie habe selbst schon in den 90er-Jahren einen d er handgeschmiedeten Zäune geschützt.
Von 1780 bis 1980 war der 3,6 Hektar umfassende "Alte Friedhof" die letzte Ruhestätte der Lübbenauer und von Ver storbenen aus den angrenzenden Dörfern sowie von Lehde und Leipe.