Die derzeitige Situation in Kita, Hort und Grundschule in Walddrehna ist alles andere als gut. Der Platz für die Kinder ist knapp. Der Hort ist bis auf den letzten Platz belegt. Statt sich nach der Schule auszutoben, haben die Hortkinder in der oberen Etage der Grundschule nur wenige Räume zur Verfügung. Zu wenig, sagen die Mitarbeiter. Konflikte sind da vorprogrammiert. Ein Zustand, der auf Dauer nicht mehr tragbar ist.

Die Gemeinde Heideblick beabsichtigt daher, die Situation in den Einrichtungen zu entspannen. Dafür soll das Pilzkörbchen, die ehemalige Kita in Walddrehna, wieder reaktiviert werden.

Eine schnelle Lösung muss her

Das Gebäude steht seit einiger Zeit leer und befindet sich in unmittelbarer Nähe zu Schule und Kita. Doch wie könnte das Pilzkörbchen am effektivsten genutzt werden? Über verschiedene Umsetzungsmöglichkeiten hat sich am Montag der Kinder-, Jugend- und Bildungsausschuss Gedanken gemacht.

Eines wurde dabei deutlich: Eine schnelle Lösung muss her. „Wir können nichts auf die lange Bank schieben und müssen eine machbare Lösung finden hinsichtlich der Finanzierung“, erklärt der Ausschuss-Vorsitzende Detlef Reinicke.

Container-Lösung wäre zu teuer

Eine Container-Lösung als Übergangsmodell fällt aus diesem Grund für die Gemeinde heraus. Zu teuer im Vergleich zu den Alternativen. Überlegungen bestehen, den Hort im Pilzkörbchen auszulagern oder die Vorschulkinder dort in einer separaten Gruppe unterzubringen. Der Bildungsausschuss bevorzugt eine Kombination beider Möglichkeiten – sofern auch die Eltern sich das vorstellen könnten.

Dazu müssten jedoch beide Etagen des linken Gebäudekomplexes vom Pilzkörbchen ausgebaut werden, um ausreichend Kapazitäten zu schaffen. Im Erdgeschoss selbst könnten nach der Sanierung rund 40 Plätze entstehen. Damit könnte lediglich der Hort mit aktuell 40 Kindern untergebracht werden. Die Möglichkeit der Erweiterung bestünde dann nicht.

Auch zweite Kita-Etage soll ausgebaut werden

Aus diesem Grund soll nach Ansicht des Bildungsausschusses auch die zweite Etage ausgebaut werden. So bietet der Komplex großzügige Fachräume und viel Platz für Bewegung. Insgesamt würden laut Bürgermeister Frank Deutschmann 106 Plätze entstehen, sofern beide Etagen ausgebaut würden.

„Für unsere Einrichtung wäre es ideal, wenn auch die Vorschulkinder dort untergebracht werden“, sagt Anke Blobel-Homagk, Kita-Leiterin in Walddrehna. Das schaffe mehr Platz in der Kita. Gleichzeitig können die Vorschulkinder explizit auf die bevorstehende Schule vorbereitet werden. Die Kinder lernen sich und das Schulgelände schon vor der Einschulung kennen.

Perspektivisch könnten auch Vorschulkinder anderer Kitas der Gemeinde – falls von den Eltern gewünscht– in die Vorschulgruppe wechseln. Kapazitäten wären ausreichend vorhanden.

Kita wäre „Variante mit Perspektive“

Gleichzeitig befindet sich unmittelbar am Pilzkörbchen angrenzend der Spielplatz der Walddrehnaer Kita. „Unsere Fraktion kann sich vorstellen, dass das gut angenommen wird. So können eventuelle Hemmschwellen vor der Einschulung verringert werden“, spricht sich auch Andrea Beyer (Bündnis90/ Die Grünen) für diese Variante aus. Aus ihrer Sicht wäre der Ausbau beider Etagen eine „Variante mit Perspektive“.

Dabei würde den Kinder jede Menge Platz zur Entfaltung geboten. Wie erste Planungen zeigen, könnte die untere Etage in erster Linie zur Bewegung dienen. Neben einem Bewegungsraum könnte auch ein Bauraum, Technikraum oder Musikraum entstehen.

Die obere Etage sieht nach aktuellen Stand ein ruhigeres Konzept vor. Dort sollen unter anderem ein Ruhe- und Hausaufgabenraum, ein Platz zum Basteln und Malen sowie eine kleine Bibliothek eingerichtet werden. Zu den möglichen Kosten äußerte sich der Bürgermeister bislang jedoch nicht.

Umbau könnte im Januar 2021 fertig sein

Falls sich die Gemeinde Heideblick dazu entscheidet, dass Objekt zu mieten, könnten die Umbaumaßnahmen bereits im Januar 2021 abgeschlossen werden. Die Bausubstanz sei laut Deutschmann in Ordnung, entspreche jedoch nicht mehr den aktuellen, energetischen Standards. Der aktuelle Eigentümer stehe einer Vermietung mit entsprechendem Umbau offen gegenüber. „Damit trägt die Gemeinde nicht das Risiko“, zeichnet Cornelia Seyfert einen Vorteil auf.

Ohne Kauf keine Fördermittel

Zugleich wäre so eine vergleichsweise schnelle Lösung in Sicht. Allerdings besteht für die Gemeinde ohne Kauf keine Chance, auf Fördermittel zurückzugreifen. Eine spätere Kaufoption schließt der Bildungsausschuss allerdings ebenfalls nicht aus.

Wenn in einigen Jahren das Ganztagsmodell an der Heideblicker Grundschule etabliert werden soll, könnte der großzügige Platz im Pilzkörbchen für die Angebote genutzt werden.

Das Areal in der Pilzheide könnte sich dann zu einem regelrechten Bildungsstandort in der Gemeinde entwickeln. Offen ist, wie die Gemeinde die vorhaben aus finanzieller Sicht stemmen will.