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Verkehr rollt wieder durch Dahme

Während Staatssekretärin Ines Jesse anlässlich der Straßeneinweihung weitere Bauabschnitte in Aussicht stellt, rollt über die neue Asphalt-Fahrbahn im Stadtkern schon der Verkehr.
Während Staatssekretärin Ines Jesse anlässlich der Straßeneinweihung weitere Bauabschnitte in Aussicht stellt, rollt über die neue Asphalt-Fahrbahn im Stadtkern schon der Verkehr. FOTO: be
Dahme. Nach gut zwei Jahren Bauzeit rollt der Verkehr wieder über die Ortsdurchfahrt der B 102 durch die Dahmer Altstadt. Am Freitag ist der Abschnitt bis zum Abzweig Luckenwalder Straße offiziell eingeweiht worden. Carmen Berg

Aus einer buckligen, vielfach geflickten Pflasterpiste ist nach grundhafter Sanierung ein Schmuckstück geworden. Darüber sind sich Politik und Dahmer Bürger bei der Straßeneinweihung einig. Für rund 2,7 Millionen Euro wurden auf etwa einem Kilometer Länge neben der Fahrbahn in einem hellen Asphalt Gehwege und Parkflächen, Entwässerungsanlagen und Straßenbeleuchtung erneuert. 1,4 Millionen Euro flossen vom Bund. "Es ist gut angelegtes Geld", sagt Frank Süsser, Referatsleiter im Bundes-Verkehrsministerium. Er nennt die B 102 "eine wichtige Querverbindung zu den Autobahnauffahrten für die Erreichbarkeit in der Fläche."

Brandenburgs Verkehrs-Staatssekretärin Ines Jesse (SPD) sieht die Dahmer B 102 als "gelungenes Beispiel des Zusammenwirkens vom Landes-Straßenbauamt und Denkmalschutz". Diplomatisch drückt sie die lange Vorgeschichte des Projektes aus, die an diesem Vormittag wohl vielen noch einmal durch den Kopf geht: "Dem Bau voran gingen 15 Jahre intensive Planung." Es seien sogar 20 Jahre gewesen, erinnert sich Amtsdirektor Frank Pätzig (parteilos) und scherzt: "Dafür hat Dahme jetzt die neueste Straße in der ganzen Bundesrepublik." Ohne die Hilfe des Bundes wäre das nicht möglich gewesen, betont er. Mit 1,3 Millionen Euro war jedoch auch die Kommune im Boot.

Marco Dastig, Stadtverordneter der Freien Wähler und selbst Anlieger, hat das bewegte Auf und Ab um den Straßenbau in privaten Archivordnern festgehalten. Schon 1999 war er Mitinitiator einer Unterschriftenaktion für eine beschleunigte Sanierung der Ortsdurchfahrt. 750 Bürger hatten damals unterschrieben. "Wenn es auch kaum zu verstehen ist, warum es mit dem Baubeginn so lange gedauert hat, so ist die Straße doch toll geworden. Sie wertet unsere Altstadt auf, ich freue mich riesig", sagt Marco Dastig am Freitag.

Beifall von Stadtverordneten und Bürgern brandet auf, als sich Amtsdirektor Pätzig bei den Bauleuten der Firma Wolff & Müller bedankt, die einen guten Draht zu den Dahmensern gefunden hätten. Anwohnerin Monika Puppe bestätigt das: "Das waren richtig liebe Leute, sie hatten für unsere Belange immer ein offenes Ohr." Vor zwei Wochen verabschiedeten sich die Bauleute von den Anwohnern mit einem Dankeschön-Fest. "So eine Geste findet man nicht alle Tage", sagt Monika Puppe.

Noch ist die Erneuerung der Ortsdurchfahrt nicht völlig ausgestanden. "Zwei weitere Abschnitte sind in Planung", erklärt Staatssekretärin Ines Jesse. Für 2017 ist der Ausbau des Teilstücks von der Luckenwalder bis zur Herzberger Straße avisiert, es ist etwa halb so lang wie das eben vollendete. "Von der Herzberger Straße in Richtung Jüterbog wäre dann auch noch was zu tun", blickt Frank Pätzig weiter in die Zukunft.