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| 09:51 Uhr

Das besondere Konzert
Gefangenenchor am alten Knast

Der Gefangenenchor aus „Nabucco“ erklingt vor ganz besonderer Kulisse: Der Klosterhof gehörte zur alten JVA.
Der Gefangenenchor aus „Nabucco“ erklingt vor ganz besonderer Kulisse: Der Klosterhof gehörte zur alten JVA. FOTO: Agentur
Luckau. Neu für Luckau: Bekanntes aus Verdi-Opern erklingt unter freiem Himmel im Klosterhof. Von Carmen Berg

Nach dem Erfolg der Verdi-Oper „Nabucco“ im Vorjahr am Schloss Fürstlich Drehna gastiert die Wanderoper aus Prag am Freitag, 3. August, mit einer Verdi-Gala im Klosterhof der Gartenstadt. Der Kartenvorverkauf über den Ticket-Service der RUNDSCHAU in der Kulturkirche hat bereits begonnen. „Für Luckau ist es das erste Open Air dieser Größenordnung und ein besonderer Höhepunkt zum 10-jährigen Bestehen der Kulturkirche“, sagt Bürgermeister Gerald Lehmann (parteilos). Finde die Premiere Zuspruch, könnten weitere Klassiker unter freiem Himmel folgen, blickt er voraus.

Bei der Gala im Klosterhof erklingt eine Auswahl der bekanntesten Stücke aus Verdis Opern, darunter Nabucco, Aida, Rigoletto und Don Carlos. Einen ungewohnten und originellen Opernabend verspricht Pavol Munk von der veranstaltenden Agentur Paulis dem Publikum. Dabei treten bekannte Gestalten aus den Opern Verdis in völlig neuer Konstellation auf. Ihre Charaktere und Schicksale werden zu zwei kurzen, eigenständigen Handlungen verwoben, wobei die Oper „Nabucco“ das Kernstück bildet.

Die Oper war der erste große Erfolg des jungen Verdi und wurde 1842 an der Mailänder Scala uraufgeführt. Es geht darin im Kern um den Freiheitswillen eines unterdrückten Volkes. Der Gefangenenchor „Flieg Gedanke auf goldenen Schwingen“ wurde seinerzeit zur heimlichen Nationalhymne der Italiener und wird auch in Luckau zu den ganz besonderen emotionalen Momenten der Aufführung gehören, so Pavol Munk.

Seit 18 Jahren bringt die Agentur bundesweit Klassik in kleinere Orte.  „Zu den großen Opernhäusern sind die Wege oft weit. Warum also nicht zu den Fans gehen?“, erläutert Munk die Idee, die offenbar zündet. Eigenen Angaben zufolge veranstaltet Paulis mittlerweile 30 bis 40 Gastspiele pro Jahr in besonderer Kulisse. Meist finden die Aufführungen  in Schlosshöfen, Parks  oder eben im idyllischen Luckauer Klosterhof statt, der bis zum grundhaften Umbau des Quartiers Teil des alten Gefängniskomplexes war.

60 Solisten, Sänger und Musiker werden hier am 3. August auf der Bühne stehen, weitere rund 40 Mitarbeiter sorgen für einen reibungslosen Ablauf. Vor allen Beteiligten liegt eine logistische Herausforderung. Wie Pavol Munk erklärt, werden morgens um 8 Uhr die Trucks mit der kompletten Ausrüstung anrollen. Dann werden die große Bühne aufgebaut, Stühle gestellt, Belichtung und Ton eingerichtet. „Anders als im Konzertsaal werden alle Stimmen verstärkt. So haben die Zuhörer auch bei Wind oder Vogelgezwitscher den uneingeschränkten Hörgenuss“, sagt der Agentur-Vertreter. Gegen 17 Uhr rollen die Busse mit den Sängern und Musikern an. Eineinhalb Stunden bleiben den Künstlern zum Proben am Veranstaltungsort,  bevor um 19 Uhr der Einlass für das Publikum beginnt.

Das Klassik-Open-Air startet um 20 Uhr. Nach einer guten Stunde ist eine Pause eingeplant. Gespielt wird bei jedem Wetter. „Bei Regen können zum kleinen Preis Capes vor Ort erworben werden“, sagt Pavol Munk, der aber darauf setzt, dass Petrus Opernfreund ist und den Luckauern einen lauen Sommerabend beschert.

Die Karten für die Verdi-Gala kosten von 44 bis 59 Euro. Sie sind erhältlich beim Ticket-Service der RUNDSCHAU in der Luckauer Kulturkirche, Telefon 03544 3050 und an weiteren Vorverkaufsstellen.

Das Gefängnis wurde nach Komplettsanierung ein Ort zum Wohnen, zum Spielen und für die Kultur.
Das Gefängnis wurde nach Komplettsanierung ein Ort zum Wohnen, zum Spielen und für die Kultur. FOTO: Carmen Berg / LR