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| 18:27 Uhr

Alles zerstört
Vandalen an der Trendsportanlage

Sozialarbeiter Peter Dahlke an der Sitzinsel der Luckauer Trendsportanlage, die er vor einigen Jahren mit Jugendlichen gebaut hat, und die  jetzt von Vandalen blindwütig zerstört wurde.
Sozialarbeiter Peter Dahlke an der Sitzinsel der Luckauer Trendsportanlage, die er vor einigen Jahren mit Jugendlichen gebaut hat, und die jetzt von Vandalen blindwütig zerstört wurde. FOTO: LR / Carmen Berg
Luckau. Polizei und Ordnungsamt wollen in Luckau Frevlern gemeinsam auf die Schliche kommen.

Fassungslos steht ASB-Sozialarbeiter Peter Dahlke vor den Resten einer überdachten Sitzgruppe an der Trendsportanlage. „Die ist hin, es bleibt nur noch der Abriss“, stellt er fest. Querstreben wurden herausgesägt, die tragenden Kreuzkonstruktionen an den Seiten demoliert. Mutwillig heruntergebrochene Holzteile hat er im Gebüsch gefunden. „Die ganze Statik ist aus den Fugen geraten. Sich hier zu setzen, ist gefährlich“, so Peter Dahlke. Die Sitzgruppe ist fest im Boden verankert, ihre Holzteile sind mit massiven Edelstahlschrauben verbolzt. Offenbar, so vermutet er, seien die Täter am Versuch gescheitert, die Sitzgruppe umzustoßen. „Das muss eine ganze Truppe gewesen sein“, sagt er.

Basketball, Volleyball, Skaten – die Trendsportanlage hinter dem Laga-Park bietet jungen Leuten viele Möglichkeiten. Die Idee, Bänke aufzustellen, sei 2014 von den Jugendlichen selbst gekommen, und sie haben bei der ersten 48-Stunden-Aktion in der Gartenstadt dafür Hand angelegt. „Während des Aktionswochenendes und an weiteren Wochenenden danach haben wir uns zum Werkeln getroffen“, blickt Peter Dahlke zurück. So entstanden zwei überdachte Sitzinseln und mehrere Bänke für die Freizeitanlage, an der es zuvor keine Sitzgelegenheit gab. Fortan hatten Jugendliche die Möglichkeit, sich bei einem Schauer schnell unter die Dächer zurückzuziehen. Auch Eltern, die ihre Kinder begleiteten, oder Spaziergänger nutzten die Inseln gern, erzählt der Sozialarbeiter. Mehrere Jahre ging das gut. Solange wohl, wie die Jugendlichen, die am Bau beteiligt waren, ein Auge auf ihre Arbeit hatten. Doch inzwischen seien sie zum Studium oder in der Lehre, sagt er.

Die Trendsportanlage ist schon wegen ihrer abseitigen Lage ein heißes Pflaster für Vandalismus, bestätigt Thomas Schäfer, Leiter des Bürger- und Ordnungsamtes. Peter Dahlke spricht von verschiedenen Interessengruppen, die aufeinander treffen. Die einen suchen Sport und Fun „und bringen einen Besen mit, um die Halfpipe sauber zu kehren“, andere kommen „zum Trinken und wegen Drogen“, weiß er. Ordnungsamt und Polizei würden gehäuft kontrollieren. „Aber übers Smartphone verbreitet es sich schnell, wenn Kontrolleure im Anmarsch sind“, so Peter Dahlke.

„Es ist ein Katz-und-Maus-Spiel“, sagt auch Thomas Schäfer. Zwar seien gemeinsame Streifen von Polizei und Ordnungsamt abends und an den Wochenenden unterwegs, „aber nicht 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche“, das sei nicht machbar, erklärt er.

Neben der Trendsportanlage ist der Laga-Park ein weiterer Ort, an dem sich Unverbesserliche immer wieder austoben. „Teilweise werden die Sitzflächen der Bänke brachial kaputt getreten und vor allem Berge von Müll hinterlassen.“ Der Ordnungsamtsleiter zeigt das Foto eines Unrathaufens, der von einer Grillfete übrig blieb. „Es sieht aus, als hätte eine ganze Mannschaft gefeiert“, sagt er.

Wie Thomas Schäfer feststellt, seien empörte Luckauer immer öfter bereit, Frevel zeitnah auf dem Beschwerdeportal Maerker.de oder über die sozialen Medien zu melden. Der Ordnungsamtsleiter ermutigt die Bürger dazu. „So wächst die Chance, die Täter zu erwischen und zur Rechenschaft zu ziehen.“

Das gelingt längst nicht in allen Fällen, aber mitunter doch. Unlängst wurde die Streife einer Gruppe Jugendlicher zum Verhängnis, die am Bebelplatz Bänke, Spielgeräte und Müllbehälter beschmierte. „Wir haben Kontakt zu den Eltern aufgenommen und den Jugendlichen die Chance eingeräumt, die Schäden selbst zu beheben, andernfalls aber die Sachbeschädigung anzuzeigen.“ Das wirkte. Die Täter putzten.

Die Stadt hat außerdem das Alkohol- und Rauchverbot, das bislang vor Schulen und Kitas galt, auf den Bereich der Schanze und des Bolzplatzes ausgedehnt, nachdem es auf dem Gelände immer wieder Ärger gab.

„Seither ist es dort ruhiger geworden, uns wurden keine Verstöße mehr gemeldet“, sagt Thomas Schäfer. „Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich die Szene nun andere Orte sucht“, räumt er ein. Doch es gehe der Verwaltung auch darum, an solchen Orten besonders aktiv zu werden, wo der Einfluss älterer Jugendlicher und Erwachsener auf Kinder am größten ist“, sagt er.