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Unterhaltsame Reise in die Zeit der Reformation

Einen vergnüglichen Abend vor der romantischen Kulisse der Dahmer Schlossruine bereitete das "theater 89" dem Publikum.
Einen vergnüglichen Abend vor der romantischen Kulisse der Dahmer Schlossruine bereitete das "theater 89" dem Publikum. FOTO: Birgit Keilbach/bkh1
Dahme. Schwänke und Spruchgedichte von Hans Sachs hat das "theater 89" am Freitagabend effektvoll auf die Bühne gebracht und die Zuschauer auf eine Reise in die Zeit der Reformation mitgenommen. Zum achten Mal war Dahmes historische Kulisse der Schlossruine Station der Sommertheater-Tournee der Arbeitsgemeinschaft "Städte mit historischen Stadtkernen". bkh1

Gemeinsam mit Dahmes Museumsleiter Tilo Wolf eröffnete der Bürgermeister von Doberlug-Kirchhain, Bodo Broszinski, den vergnüglichen Theaterabend. Er übernahm den Vorsitz der Regionalgruppe Südost der Arbeitsgemeinschaft von Dahmes Amtsdirektor Frank Pätzig und dankte ihm für dessen Engagement in den vergangenen Jahren.

Dass Hans Sachs ein begeisterter Luther-Anhänger war, und wie er in seinen Spruchgedichten auch satirisch-deftige Kritik am Klerus übte, veranschaulichten die Theaterleute überzeugend. Vermutlich lachten die Menschen vor 500 Jahren genauso herzlich über "des Pfaffen Mondgesicht", wie die Zuschauer vor der Schlossruine. In den drei Schwänken hielt der dichtende Schuhmacher Hans Sachs heiter-ironisch verpackt seinen Zeitgenossen den Spiegel vors Gesicht. Mit großer Spielfreude setzten die Schauspieler die kleinen Geschichten über Lügen, Einfalt, Gutgläubigkeit und mit List übertölpelte Bauern in Szene, aufgelockert durch Balladengesänge und Gedichte.

"Man muss genau hinhören, um die Sprache von damals zu verstehen", sagte Renate Ehrentraut, die zu den Stammzuschauern des Sommertheaters gehört, "denn die Stimmen und die Akustik sind einfach toll." "Das Theater hier vor der Schlossruine ist immer wieder ein schönes Erlebnis", bekräftigte Sigrid Eichelbaum.

Begeistert war auch die Berliner Autorin Ellen Reichardt, die nach Dahme gekommen war, um die Menschen hier und die Schlossruine kennen zu lernen. "Es war fantastisch von der Akustik her und ein Erlebnis, die altdeutsche Sprache einmal gesprochen zu hören", schwärmte sie.