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| 02:32 Uhr

Unkrautbowle trinken und selbst Hand anlegen

Bei der Langen Nacht der Kunst- und Handwerkerhöfe am 6. August in Burg sind Besucher in der Filzwerkstatt von Katharina Boose auf dem Burger Schauhandwerkshof herzlich willkommen und wie hier zum Mitmachen eingeladen.
Bei der Langen Nacht der Kunst- und Handwerkerhöfe am 6. August in Burg sind Besucher in der Filzwerkstatt von Katharina Boose auf dem Burger Schauhandwerkshof herzlich willkommen und wie hier zum Mitmachen eingeladen. FOTO: Marion Hirche
Burg. Die Lange Nacht der Kunst- und Handwerkerhöfe ist längst eine Attraktion für Urlauber und Einheimische gleichermaßen. Die bewegen sich am besten auf zwei Rädern fort. Denn wer am 6. August in Burg möglichst viele Stationen zwischen 18 und 24 Uhr besuchen möchte, ist mit dem Rad im Vorteil. Marion Hirche

Autofahrer sind zwar auf der Fahrstrecke zwischen den 15 Burger Kunst- und Handwerkerhöfen flotter unterwegs als die Radfahrer, dafür verlieren sie viel Zeit bei der Parkplatzsuche. Das ist eine Erfahrung der Vorjahre und gilt diesmal. Deshalb ist am 6. August umsatteln angeraten. Die beteiligten Höfe befinden sich in Burg-Dorf, Burg-Kolonie und Burg-Kauper. Die RUNDSCHAU hat für Sie, liebe Leser, einfach mal eine Tour zusammengestellt.

Los geht es am Burger "Geschichtsstübchen". Bei Spreewälder Quarkplinsen - süß oder herzhaft - Hirsekohl oder Gurkensuppe können Sie den Geschichten von Ingmar Steffen lauschen. Er erzählt von vier Steffen-Generation. Dabei erfahren die Zuhörer, wie das Kino in den heutigen Kurort kam und sie werden manches Foto aus den Anfängen bis zur heutigen Zeit des Burger Tourismus sehen. Die Fotografenfamilie Steffen hat festgehalten, was im Dorf interessant war.

Mit dem Wissen um die Burger Geschichte können Sie sich dann gut gestärkt auf den kurzen Trip über den Burger Festplatz zur Kunsthalle am Spreewaldbahnhof machen. Dort erwarten Sie die Künstler, die in der Halle ständig ausstellen. Mit Glaskünstlerin Marita Kuschela können Sie sogar selbst aktiv werden und in ihrer gläsernen Werkstatt kleine Kunstwerke gestalten. In der Ausstellung sind darüber hinaus Werke von Bernd Voigt, Ingrid Barthold, Renate Meißner, Klaus Herrmann und der Künstlergruppe "Arte fermate" zu sehen. Zu den bekanntesten Gastausstellern gehören Meinhard Bärmich und Armin Mueller-Stahl. Für Freunde der Kunst ein Muss: ein schlichter DDR-Bau von außen, voller Kreativität innen.

Von hier aus geht es über die Ringchaussee auf dem gutausgebauten Radweg vorbei an Gemüse- und Getreidefeldern bis zur Kreuzung nach Leipe. Dort befinden sich gleich zwei Haltepunkte: Zum einen kann man erleben, wie "gesaftet" wird. Die Spreewaldmosterei Jank weiht die Besucher in ihre Arbeit ein. Im kleinen Museum im Saftladen wird erklärt, wie vom Gemüsehandel übrig gebliebenes Obst zu Saft verarbeitet wurde und welche Geräte damals dazu genutzt wurden. In der modernen Produktionsstätte gegenüber wird bei Betriebsführungen erläutert, wie heute die fruchtigen Getränke produziert werden. Bei einem Päuschen im oder am Saftladen kann jeder auch die vielen Sorten probieren - vom Apfel- bis hin zum Sauerkrautsaft.

Auf diese Weise erfrischt kommen Sie nur 200 Meter geradeaus schon zum Schauhandwerkshof. Eine Filzerin lädt zum Mitmachen ein, Holzbearbeitung wird in verschiedenen Varianten vorgestellt. In dem kürzlich von Simone Mihlan wieder eröffneten Hofcafé gibt es Leckereien aus regionalen Produkten, serviert im naturbelassenen Umfeld dieses historischen Bauernhofes.

Auf dem weiteren Weg in Burg-Kolonie erreichen Sie die nächsten lohnenswerten Ziele: "In der Schwarzen Ecke" befinden sich die Burger Hofbrennerei und die Natur-Appartments Stauensfließ. Wie Spreewälder Obstler gebrannt werden und was es mit den informativen Etiketten auf den Flaschen auf sich hat, erklärt Ihnen in der Brennerei Arno Ballaschk. Zu den Likören und Bränden werden auch Schmalz- und Leberwurstbrote gereicht. Etwas weiter an den Natur-Appartments Stauensfließ verrät Ihnen Joachim Lang, wie man zu gutem Brot kommt. Er heizt seinen Holzbackofen an und bäckt Sauerteigbrot. Seine verschiedenen Kreationen können in dieser ruhigen romantischen Abgeschiedenheit gekostet werden.

Im großen Bogen geht es Richtung Burg Kauper weiter. Kurz vor der Waldschlösschenstraße können Sie etwas Einmaliges entdecken: die Spreewälder Senfmühle. Gerd Schilka wird die Senfproduktion vom Anbau bis zum Mahlen mit drei Tonnen schweren Mühlsteinen erklären.

Wem danach der Sinn nach Süßem steht, der ist auf der Ringchaussee am Abzweig Nordweg richtig. Dort werden Sie von Andrea Veltjens und ihrer Mannschaft "Rosenrot & Feengrün" mit Marmelade und Kräuterbowle verwöhnt. Auf alle Fälle wird die zweifarbige "Sommersonnentraum"-Kreation im Mittelpunkt stehen. Sie können im Garten sitzen mit Blick auf die sorgsam angelegten Beete, die die nötigen Zutaten für die unzähligen Marmeladensorten liefern, die von diesem Klein-Unternehmen hergestellt werden.

Nach so viel Laben ist wieder tätig sein angesagt: In der Töpferei Piezonka können Sie sich selbst als Tonkünstler probieren. Sie dürfen aber auch einfach nur staunen angesichts der wunderschönen Keramik von Elke Piezonka. Natürlich ist ihre Ware auch zu kaufen.

In der Wendenkönigstraße geht es zur Trachtenstickerei. Dort wird Christa Dziumbla die verschiedenen Trachten an Hand von Modellen erklären. Ihr Ehemann Dieter zeigt, wie Bienenhonig hergestellt wird und wie ein Faden aus Schafwolle entsteht.

Zurück im Dorf geht es noch mal in Richtung Bismarckturm. Gegenüber befindet sich der Schlossberghof. In dem Lehmhaus wird Spreewaldkoch Peter Franke Sie davon überzeugen, dass auch Unkraut zur Bowle taugt. Zum ersten Mal dabei, weil vollkommen neu in Burg, ist die Spreewald Kräuterey. Zu Beginn der Saison haben Mitarbeiter der Lebenshilfe-Werkstätten "Hand in Hand" einen neuen Kräutergarten angelegt. Dort erfahren Sie alles über Blüten, können töpfern und beim Körbe flechten zuschauen. Außerdem lohnt ein Abstecher in den Hofladen.

Es ist eine tolle Runde, die Sie vermutlich nicht komplett schaffen werden, wenn Sie auch genießen wollen.

Eine Alternative zu Rad und Auto ist an diesem Abend die Burger Rumpelguste. Sie hält an allen Stationen und zusätzlich am Burger Festplatz, am Landhotel Burg und an der Weidenburg. Richard Rumpel startet seine erste Tour um 18 Uhr am Festplatz.

Zum Thema:
Termin:6. August, 18 bis 24 Uhr Tourstation:Geschichtsstübchen Burg, Kunsthalle Burg, Spreewaldmosterei Jank, Schau-Handwerkshof, Burger Hofbrennerei, Natur-Appartments Stauensfließ, Spreewälder Steinsenf-Senfmühle, Marmeladenmanufaktur "Rosenrot & Feengrün", Töpferei Piezonka, Trachtenstickerei Dziumbla, Spreewälder Kräutermanufaktur, Spreewald Kräuterey Haltestellen Rumpelguste: Festplatz Burg, Landhotel Burg, Weidenburg BurgWeitere Informationen:Touristinformationim Haus des Gastes Burg,Telefon 035603 750160