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| 18:29 Uhr

Tote Katzen im Luckauer Stadtgraben
Treibt ein Katzenhasser in Luckau sein Unwesen?

 Unfall oder Tierquälerei? In Luckau sind innerhalb weniger Tage drei Katzen tot aufgefunden worden.
Unfall oder Tierquälerei? In Luckau sind innerhalb weniger Tage drei Katzen tot aufgefunden worden. FOTO: dpa / Julian Stratenschulte
Luckau. Im Luckauer Stadtgraben wurden innerhalb weniger Tage drei tote Katzen aufgefunden. Alles Zufall? Von Anja Brautschek

Es ist der Alptraum eines jeden Tierbesitzers: Plötzlich ist die Katze spurlos verschwunden. Suchen und rufen bringen nichts. Und am Ende die traurige Gewissheit: Das Tier lebt nicht mehr.

Mit so einem Verlust müssen nun auch drei Familien aus Luckau umgehen. Innerhalb von wenigen Tagen wurden in Luckau gleich drei Katzen tot aus dem Stadtgraben geborgen. Es handelt sich dabei um Freiläufer, keine Streuner. Die erste wurde am 24. Juli in der Nähe des Lidl gefunden, eine weitere bei der Zufahrt Mönchhof und an der Südpromenade, teilt das Ordnungsamt der Stadt Luckau mit.

 Die Tiere wurden alle im Stadtgraben entdeckt.
Die Tiere wurden alle im Stadtgraben entdeckt. FOTO: LR / Anja Brautschek

Tiere erschossen oder vergiftet?

Zufall? Unwahrscheinlich. „Das spricht dafür, dass es sich dabei nicht um natürliche Tode handelt“, sagt Ordnungsamtsleiter Thomas Schäfer. In den sozialen Netzwerken wird vermutet, dass die Katzen vergiftet oder sogar erschossen worden seien. Eine offizielle Bestätigung dazu gibt es aber nicht. Sofern die Eigentümer das wünschen, sollen die Tiere durch das Veterinäramt des Landkreises Dahme-Spreewald untersucht werden.

Das rät auch Susann Viol, Vorsitzende vom Tierschutzverein Luckau. Nur so habe man Gewissheit über die Umstände. Vergiftungen von Katzen kommen auch hier in der Region ab und an vor. „Meist ist das aber eher unbeabsichtigt“, sagt Susann Viol. Denn Katzen haben einen ausgeprägten Instinkt, der sie davor beschützt, schädliche Stoffe aufzunehmen. Auch beim Fressen sind viele Vierbeiner wählerisch. Wenn jedoch in Gärten oder Nebengelässen Rattengift ausgelegt wird, kann es vorkommen, dass freilaufende Katzen vergiftete Mäuse oder Ratten fressen und somit indirekt ebenfalls das Gift aufnehmen. Das kann schwerwiegende Folgen für das Haustier haben.

Eine Vergiftung macht sich meist wenige Stunden nach dem Freigang bemerkbar. Die Tiere werden schwach, erbrechen oder haben blutigen Durchfall. Auch Bewegungsausfälle können die Folge sein. Dann ist schnelles Handeln gefragt, um das Tier zu retten.

Tierbesitzer sollen Auffälligkeiten melden

Möglichkeiten, freilaufende Katzen vor so etwas zu bewahren, gibt es kaum. Gegen Mäuse- und Rattenplagen können alternative Bekämpfungsmethoden eingesetzt werden. „Jeder sollte außerdem die Augen offen halten“, rät die Tierschutzvereins-Vorsitzende. Das Ordnungsamt bittet Tierbesitzer darum, etwaige Auffälligkeiten dem Ordnungsamt, dem Veterinäramt oder der Polizei anzuzeigen. Bei einer absichtlichen Vergiftung handelt es sich um eine Straftat wegen Tierquälerei oder Sachbeschädigung. Das kann mit einer Geldbuße oder Freiheitsstrafe geahndet werden.

In Luckau gab es zuletzt vor sieben Jahren das Problem, dass Giftköder für Hunde in der Stadt gefunden wurden. Ein Gerücht aus dem vergangenen Jahr konnte das Ordnungsamt nicht bestätigen.