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| 15:13 Uhr

Länger warten auf neue Häuser
Umweltbehörde bremst Bauplanung

Luckau. Stadt Luckau hat Gesprächsbedarf zu neuen Wohngebieten in Görlsdorf und Gießmannsdorf.

Die Bevölkerung wächst, und mit ihr die Nachfrage nach Bauland. Auf der Fläche des ehemaligen Übergangswohnheimes für Flüchtlinge und Asylbewerber im Ortsteil Görlsdorf will ein privater Investor sieben bis acht Parzellen erschließen. Bis aber dort Häuser stehen, wird es womöglich länger dauern als erhofft. Grund sind Nachforderungen der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises, wie Bürgermeister Gerald Lehmann (parteilos) jüngst vor den Stadtverordneten sagte. Eine Beschlussvorlage zur Billigung und öffentlichen Auslegung des Entwurfes für den Bebauungsplan wurde von der Tagesordnung genommen.

Die letzten Bewohner waren 2006 aus dem Übergangsheim ausgezogen. Der Landkreis fand für die marode Immobilie keinen neuen Nutzer, doch die Stadt Luckau signalisierte Interesse an einem Wohnstandort. Mit dem Abriss der Gebäude und dem Verkauf an den neuen Investor im vergangenen September schuf der Kreis die Voraussetzungen dafür.

Luckaus Bürgermeister bestätigt das gute Miteinander. Doch nun gibt es offenbar unterschiedliche Ansichten zum weiteren Verfahren. Die Stadt sei bei der Aufstellung des Bebauungsplanes von einem Gebiet der Innenentwicklung ausgegangen, wo nach Baugesetzbuch ein beschleunigtes Verfahren zulässig ist. Frühzeitig waren, wie vorgeschrieben, die relevanten Behörden beteiligt worden. Deren Stellungnahmen seien durchweg positiv gewesen mit Ausnahme des Landkreises. „Hier wird gefordert, dass die Umweltverträglichkeit des Vorhabens noch einmal tiefgründiger zu beurteilen ist“, sagt der Bürgermeister.

Damit sei die Bebauung, für die es schon Interessenten gibt, zwar nicht aufgehoben, wohl aber ein Stückweit aufgeschoben. Die Luckauer Verwaltung sieht Klärungsbedarf und will sich umgehend mit dem Landkreis an einen Tisch setzen. „Für uns stellt sich die Frage, ob bei einem Gebiet, das bereits bebaut war, der selbe Maßstab an einen B-Plan angelegt werden kann wie bei Parzellen auf der grünen Wiese“, nennt Gerald Lehmann einen Aspekt.

Vor dem selben Problem steht die Stadt beim geplanten Wohngebiet Am Eßfeld im Ortsteil Gießmannsdorf. Dort gibt es bereits einen bestandskräftigen Bebauungsplan, allerdings für Gewerbeflächen, aus denen wegen veränderten Bedarfs Wohnflächen werden sollen. Auch hier seien Umweltbelange erneut zu betrachten, so der Bürgermeister. Für ihn sei das schwer nachvollziehbar, erklärt er und vergleicht: Bei einem Gewerbegebiet dürfen bis zu 80 Prozent der Fläche versiegelt, also überbaut, werden, bei einem Wohngebiet nur die Hälfte. Mit dem Kreis wollen die Luckauer erörtern, ob es Ermessenspielraum gibt. Denn: jede zusätzliche planerische Forderung verzögere nicht nur die Vorhaben, die Parzellen würden für die Käufer auch teurer.