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Stromversorgung
Umspannwerk ist fast fertig

Zwei neue Transformatoren gehören zu den Herzstücken des leistungsstärkeren Umspannwerkes.
Zwei neue Transformatoren gehören zu den Herzstücken des leistungsstärkeren Umspannwerkes. FOTO: Schirling
Lübben. Die Mitnetz Strom hat mit Millioneninvestition die Kapazität erhöht. Jetzt wird auf der rundum erneuerten Anlage das alte Schalthaus abgerissen. Ingvil Schirling

Die umfangreichen Arbeiten am Lübbener Umspannwerk stehen vor der Fertigstellung. Seit September 2015 hatte die Mitnetz Strom vieles auf den neuesten Stand gebracht, dabei die Kapazität deutlich erhöht und auch eigene Betriebskosten gesenkt. Hintergrund ist, dass dort Strom aus Windkraft beziehungsweise allgemein aus erneuerbaren Energien eingespeist wird. Um diese Mengen fassen zu können, waren umfangreiche Arbeiten erforderlich.

Entstanden war zunächst der so genannte "Tannenbaum" mit seiner "Harfe", wie der neue Mast mit den Querverstrebungen genannt wird (die LR berichtete). Eigentlich hätte es dort vergangenen Donnerstag in die nächsten und vorläufig letzten Schritte der Erneuerung gehen sollen: Verbindungen knüpfen und Seile nachspannen, während parallel das Provisorium, das die Versorgung während der Bauzeit sicherte, abgebaut wird. Doch Sturm Xavier durchkreuzte auch diese Pläne. Die Arbeiten wurden abgebrochen. Am Dienstag holten Mitarbeiter das nach.

Auch wenn die Baustelle sich dem Abschluss zuneigt, ist noch viel Bewegung und einiges zu tun. Das alte Schalthaus wird gerade entkernt, während das neue, deutlich kleiner und daher energie-, wartungs- und unterhaltungseffizienter, bereits seinen Dienst tut. 32 Schaltfelder wurden - aus Sicherheitsgründen in zwei getrennten Räumen - eingebaut, jeweils den Versorgungsgebieten zugeordnet. Davor stehen zwei neue Trafostationen.

Nun geht es in den Endspurt. Ab 24. Oktober übernimmt die Abrissbirne zeitweise das Zepter und wird das alte Schalthaus letztlich entfernen. Rund 14 Tage sind für den letzten Abschnitt noch eingeplant, doch Maik Sawitzki, Leiter Projektmanagement Hochspannung in der Netzregion Brandenburg, sieht das entspannt. Bei widriger Wetterlage werde man eben etwas später fertig. Wenn alles gut geht, ist die Erneuerung der Gesamtanlage im November abgeschlossen. Der Schaltcontainer, der die Versorgung von Lübben und Umgebung gut zwei Jahre lang als Provisorium sicherte, steht dann schon wieder auf einer neuen Baustelle.

2,4 Millionen Euro steckte die Mitnetz allein in die Erneuerung der 20kV-Anlage, ebenso viel Geld in die der 110kV-Anlage. Hauptauftragnehmer waren Maik Sawitzki zufolge Emis Electrics aus Lübbenau, die Strabag (Cottbus) für die Freianlage sowie die Firma Böpple aus Königswartha für das Betriebsgebäude. Der eingespeiste Windstrom fließt über die 110kV-Leitung ins große Umspannwerk nach Ragow. Theoretisch könnte er von dort über eine Nord-Süd-Trasse in die südlichen Bundesländer zur Versorgung geleitet werden - doch diese Verbindung gibt es wohl noch lange nicht.