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| 01:00 Uhr

Umsatzplus auf dem Grundstücksmarkt

Lübben.. Der Grundstücksmarkt in Berlin und Brandenburg hat 2005 einen Umsatzschub erfahren, der vor allem auf das Auslaufen der Eigenheimzulage zurückgeführt wird. Dennoch standen vor allem einfache Wohnlagen unter Preisdruck.

Das ist das Ergebnis einer Fachtagung der 19 Vorsitzenden der Gutachterausschüsse für Grundstückswerte der Länder Berlin und Brandenburg sowie der Obere Gutachterausschuss für Grundstückswerte Brandenburgs gestern in der Landstube des Landratsamtes in Lübben.
Wie der Vorsitzende des Obersten Gutachterausschusses für Grundstückswerte des Landes Brandenburg, Jürgen Kuse, sagte, seien die Bodenrichtwertberatungen der regionalen Gutachterausschüsse weitgehend abgeschlossen. Im Ergebnis sei zu erkennen, dass gegenüber 2004 das Eingangsvolumen bei den Kaufverträgen gestiegen sei. Auch wenn die genaue Summe noch nicht feststehe, werde doch von einer Steigerung um rund 5000 Grundstückskaufverträge im Land auf etwa 40 000 ausgegangen. Der Umsatz habe gut 200 Millionen Euro betragen. Das höre sich zwar viel an, sagte Kuse, doch in „Hochzeiten, also 1996, lag der Umsatz bei 500 Millionen Euro“ .

Häuserkauf im Dezember
„Die auslaufende Eigenheimzulage hat den Markt kräftig angekurbelt“ , sagte Kuse. Insbesondere im Dezember habe sich mancher „einen Kaufvertrag selbst unter den Weihnachtsbaum gelegt“ . Allerdings, so Kuse, hätten die Käufer „weiterhin relativ kritisch“ den Markt betrachtet.
Wer den Markt der vergangenen zehn Jahre beobachtet habe, stelle fest, dass die Preise kontinuierlich gepurzelt seien, sagte Kuse. In Berlin sei der Preis um bis zu 50 Prozent eingebrochen, in Brandenburg noch um etwa 30 Prozent. Nur landwirtschaftliche Grundstücke erfreuten sich größerer Beliebtheit. Dort habe der Preis nur in Ausnahmen nachgegeben, während die Umsätze ge stiegen seien. Ob jetzt die Talsohle erreicht sei, werde unterschiedlich gesehen. „Wir sind da noch unentschlossen.“ Es gebe jedoch die Erwartung, dass das augenblickliche Preisniveau „so bleibt“ . Eine Einschätzung der Gutachter für Brandenburg besagt, dass rund 70 Prozent der Grundstücks preise 2005 stabil waren, nur ein geringer Anteil habe Steigerungen verzeichnet.

Werte um Schönefeld stabil
Untersucht worden sei, wie sich der Flughafenbau in Schönefeld auf die Grundstücks preise ausgewirkt habe, da immer von „dramatischen Wertverlusten“ gesprochen werde. Doch in Berlin, Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald, sagte Kuse, „hat sich die angekündigte Tendenz nicht verifizieren lassen“ . Preisrückgänge seien konjunkturell bedingt gewesen. „Jetzt müssen wir abwarten, wie es nach dem Urteil zum Flughafen weiter geht.“
Der Vorsitzende des Gutachterausschusses Teltow-Fläming, Peter Krenz, hat sich eigene Gedanken um das Thema Flughafen gemacht: „Wenn er nicht kommt, wird die Gegend ein Dorado für rausziehende Berliner.“ Doch auch wenn er kommt, werde es „einen Zug in die Region geben“ . Er rechnet damit, dass vor allem künftige Flughafen-Mitarbeiter dort wohnen wollten. „Frankfurt/Oder hat sogar gezeigt, dass die Preise eher nach oben gehen.“ Trotz des Flughafenbaus hätte es im vergangenen Jahr in Blankenfelde/Mahlow statt der üblichen 300 Käufe sogar 405 gegeben. „Die Verkäufer sind ja nicht nur clever und die Käufer nicht dämlich“ , sagte Krenz.
Die Preise auf den Landkreis Dahme-Spreewald bezogen, sagte Kuse, seien im Süden „stabil oder haben etwas zugelegt“ . Vor allem Lübben bleibe weiterhin im Aufwärtstrend. „Die Stadt hat im Südkreis eine herausgehobene Stellung“ , so der Ausschusschef. Die teuersten Grundstücke mit 245 Euro je Quadratmeter gebe es weiterhin am Zeuthener See, im südlichsten Zipfel erhalte der Interessent einen Quadratmeter schon für fünf Euro. (km)