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| 12:16 Uhr

Überraschender Münzfund in Dahme

Münzfund in der Kirche Schöna.
Münzfund in der Kirche Schöna. FOTO: Heike Lehmann
Update | Schöna-Kolpien. Der Zufall hat in Schöna einen historisch wertvollen Fund ans Tageslicht gebracht: Am alten Turmknauf klebten korrodierte Münzen aus dem 18. Jahrhundert. Sie sind begutachtet worden. Sie wurden in den 1760-er Jahren geprägt. red/bt

Manchmal ist es der Zufall, der bedeutsame Funde ans Tageslicht bringt. So geschehen in Schöna, einem Ortsteil der Stadt Dahme/Mark. Vor drei Jahren wurde dort der Kirchturm saniert. Dabei nahmen die Arbeiter die Wetterfahne und den Turmknauf ab. "Damals waren wir enttäuscht, dass sich darin weder Dokumente oder Münzen befanden", erinnert sich der Kreisarchäologe Teltow Flämings, Dr. Stefan Pratsch. Weil der Turmknauf aus Metallblech schadhaft war, sei eine Kopie angefertigt worden. Im November 2013 ist die Kirche neu bekrönt worden. Sie erhielt eine vergoldete Wetterfahne. In einer Hülse wurden Dokumente der Zeitgeschichte, darunter Euro-Münzen und eine Lausitzer Rundschau, versenkt.

Der alte, stark verwitterte Turmknauf hat seitdem als Ausstellungsstück seinen Platz in der Kirche gefunden. Beim Umstellen rieselte plötzlich aus der unteren Öffnung Dreck. Dabei fielen auch einige Münzen heraus. Marianne Dennert von der Kirchengemeinde in Schöna entdeckte die Geldstücke. Sie zeigte den Fund bei der Unteren Denkmalschutzbehörde an. Bei der Begutachtung in der vergangenen Woche fand sich eine weitere Münze.

"Bei den insgesamt fünf Geldstücken handelt es sich um einen Satz Münzen, der in die 1760er-Jahre datiert", erläutert der Kreisarchäologe. Geprägt wurden sie in Sachsen unter den Kurfürsten Friedrich August II. und III. zwischen 1763 und 1768", ergänzt er. Die kleinste Münze von 1763 hat einen Durchmesser von 17 Millimetern, ist ein Gramm schwer und hat einen Wert von 1/48 Taler. Die größte Münze hat einen Durchmesser von 35 Millimetern und ist 14 Gramm schwer. Der Wert beträgt "Eine Marck".

Im Jahr 1777 fiel Schöna einem Dorfbrand zum Opfer. Davon war auch die Kirche betroffen. Sie wurde dank der persönlichen und finanziellen Unterstützung des Patronatsherrn Moritz Friedrich von Milkau in den Jahren 1777 / 78 wieder aufgebaut.

"In diesem Zusammenhang müssen die Münzen in den Turmknauf gelangt und an dessen Innenseite fest korrodiert sein", sagt Stefan Pratsch. Deshalb seien sie auch beim Abnehmen des Knaufs zunächst nicht gefunden worden. Dass sie nun drei Jahre später zum Vorschein kamen, ist ein Glücksfall, findet der Archäologe. Deshalb hat er sich bei der aufmerksamen Finderin bedankt.

Die Münzen werden nun im Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseum in Wünsdorf restauriert und numismatisch bestimmt. Danach sollen sie auf Wunsch der Kirchgemeinde in einer Vitrine in der Kirche Schöna ausgestellt werden.