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eue Exposition
Über Wunder und Wunden

Eine stimmungsvolle Eröffnung der neuen Ausstellung in der Dahmer Galerie "Kunstpause" erlebten die Gäste am Samstagabend.
Eine stimmungsvolle Eröffnung der neuen Ausstellung in der Dahmer Galerie "Kunstpause" erlebten die Gäste am Samstagabend. FOTO: B. Keilbach/bkh1
Dahme. "Wunde(R)" lautet das doppeldeutige Thema der neuen Exposition in der Galerie in der Bahnhofstraße. Spannend für die zwei Künstler in der Umsetzung. Birgit Keilbach / bkh1

Ein entspannter Abend für das Publikum, das am Samstag zur Vernissage gekommen war. Mit Celloklängen gab Max Felgner einen niveauvollen Auftakt für die vierte Ausstellung in diesem Jahr.

Ein Wunder sei für sie noch immer die Galerie, sagte Kerstin Heinze. In ihren Bildern habe sie den Menschen als Wunder umrissen. "Jeder Mensch ist ein großes Wunder, jede Begegnung. Das will ich mit meinen Bildern nahe bringen", erläuterte die Künstlerin. Selbst die erlittenen eigenen Wunden, von ihr in drei Schwarz-Weiß-Bildern zum Ausdruck gebracht, hätten wiederum zur Erkenntnis geführt: "Das Schönste ist das Wunder der Heilung." Das Wunder des Lebens und der Liebe hat Kerstin Heinze in einem Zyklus gruppiert. Großformatig in hellen Pastellfarben schaut ein Kindergesicht aus einem Blütenkelch. Ein Pärchen küsst sich auf einer Bank, hineingestellt in eine lichte Weite, und ein noch immer voneinander fasziniertes älteres Paar blickt sich liebevoll an. Porträts mit Assoziationen zum Lebenswerk oder einschneidenden Ereignissen bilden ein weiteres Trio; Buchseiten bilden den Hintergrund bei Hermann Hesse, eine Zeitungsseite mit Todesanzeigen hat sie für den "Sugar Men", den von seinen südafrikanischen Fans schon tot geglaubten amerikanischen Sänger Sixto Díaz Rodriguez, gewählt.

Hartmut Fischer zeigt "was er im vergangenen Sommer getan hat", nahm er launig Anleihe bei einem Filmtitel. Alle Bilder seien ab Juni entstanden. Er habe sich in Bezug auf das Thema "in der Gratwanderung zwischen diesen zwei Polen im Leben" auf seinen Bildern versucht, erläuterte der Künstler. Maritimes Sujet in starken Farben entdeckt der Betrachter, versteckt in Abstrakt-Figürlichem die Andeutungen zum Thema. Ob der stachelige Panzer der "Stella vom anderen Stern" auf frühere Verletzungen hindeutet, oder der mit einem Fischkopf ausgestattete Angler auf eine psychische Wunde? Die Gedanken der Betrachter dürfen eigene Wege gehen.

"Es ist für jeden Geschmack etwas dabei", umriss Birgit Sattler die Bandbreite der gezeigten Arbeiten. Sie begrüßt, dass es in Dahme nun auch einen Ort gibt, in dem bildende Kunst erlebbar ist. "Die Atmosphäre hier ist schön gemütlich", ergänzte die Dahmenserin. Es war auch Zeit für anregende Gespräche der rund 30 Gäste. Über die gute Resonanz freuten sich auch Doris und Torsten Biet, die das ehemalige Ladengeschäft in der Dahmer Hauptstraße als Galerie und Atelier für die Künstlergemeinschaft eingerichtet haben. Fast zwei Jahre ist das her. Der Austausch mit den Künstlerkollegen sei ihr wichtig, "auch um sich selbst einordnen zu können", sagte Kerstin Heinze. Darüber hinaus wollen sie bildende Kunst durch Erleben nahe bringen. Ein Malworkshop für Erwachsene im Sommer kam gut an. 15 Teilnehmer nutzten die dreitägige Gelegenheit, unter fachkundiger Anleitung Malerei zu lernen oder ihre Kenntnisse zu erweitern. Im nächsten Jahr soll es wieder einen geben. "Wir versuchen, ein kleines Netzwerk entstehen zu lassen. Einige der Kursteilnehmer sind auch heute hier", nannte Doris Biet einen weiteren Effekt. Gut entwickelt habe sich auch der Kontakt zu den zwei Schulen in Dahme, ergänzte Kerstin Heinze.

Zum Thema:
Die Galerie "Kunstpause" ist an jedem 1. und 3. Mittwoch im Monat von 10 bis 12 Uhr sowie zu besonderen Höhepunkten in Dahme geöffnet, auch zum Töpfermarkt am 29. Oktober. Zum Weihnachtsmarkt am 17. Dezember soll eine neue Ausstellung eröffnet werden. Diese können alle Menschen aus Dahme und Umgebung mitgestalten. "Sie können ihr Bild, ihre Zeichnung oder ihr Foto bis zum 6. Dezember bei uns abgeben oder einsenden", erläutert Doris Biet. Weitere Infos unter: 0160 6617050 oder per Mail: kunst-therapie69@web.de.