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| 16:11 Uhr

Dauerbrenner
Uckros Wehr will kein neues Haus

Die Feuerwehr will ihr Gerätehaus im Ortskern behalten.
Die Feuerwehr will ihr Gerätehaus im Ortskern behalten. FOTO: Carmen Berg / LR
Uckro. Kameraden lehnen Standortwechsel an alte Schule ab. Konsens: Geld soll in Kita fließen.

Aus ihrem alten Gebäude am Gutspark will die Uckroer Feuerwehr nicht weg. Das hat Ortswehrführer Udo Fröschke vor dem Ortsbeirat am Donnerstagabend bekräftigt. Die Kameraden seien der Meinung, das Geld, das die Stadt in einen neuen Standort stecken würde, sei für die Kita besser aufgehoben.

Die Diskussion um die künftige Nutzung der kommunalen Gebäude im Luckauer Ortsteil ist emotional. Eine Kur für das Gerätehaus ist seit Langem im Gespräch. Das Dach müsste gemacht werden, räumt der Ortswehrführer ein. Problematisch ist die enge Einfahrt. Beim Fahrzeug müssen die Spiegel eingeklappt werden, damit es in die Halle passt.

Die Stadt schlägt vor, für die Feuerwehr an der ehemaligen Grundschule ein neues Domizil zu schaffen und im selben Zuge die Kita im Ostflügel der Schule zu sanieren. Im Verbund mit der Turnhalle, um die sich der Sportverein kümmert, könnte ein lebendiges neues Gemeindezentrum am Ortseingang entstehen. Soweit die Idee, die die Verwaltung im Vormonat Kita, Feuerwehr und Verein vorgestellt hat. Eine weitere Beratung in diesem Kreis in der zweiten Märzhälfte soll eine Entscheidung bringen.

Feuerwehrchef Fröschke glaubt nicht, dass die Investition in ein neues Gerätehaus Sinn macht. Die Wehr habe nur noch zwölf Kameraden, die „aktiv zur Stange halten“. Wegen rückläufiger Bevölkerungszahlen würden es in den nächsten Jahren eher weniger als mehr, ist er überzeugt.

Außerdem habe die Wehr in ihr Haus viel Eigeninitiative gesteckt. „Da hängt unser Herzblut dran“, so Udo Fröschke. Und das wohl auch, weil bislang Gerätehaus und benachbarte Gutspark-Flächen für die Uckroer eine Einheit bilden. Sie fürchten, mit einem Standort-Wechsel könnte sich das ändern. „Im Winter kommen Klein und Groß auf den Schlossgraben zum Schlittschuhlaufen“, berichten die Leute und erzählen von der Mühe, die sie in die Pflege der Flächen stecken. „Die Stadt hat klar erklärt, dass es keinen Verkauf von Parkflächen geben wird“, sagt dazu Luckaus Bauamtsleiter Michael Krüger auf RUNDSCHAU-Nachfrage.

Einwohnerin Petra Altmann brannte auf den Nägeln, wie es mit der Kita weitergeht, wenn die Feuerwehr das gemeinsame Projekt ablehnt. „Kinder machen ein Dorf doch erst lebenswert, sie sind unsere Zukunft“, sagte sie. Der stellvertretenden Kita-Leiterin Mandy Noack zufolge hat sich die Einrichtung nach einer Talsohle wieder gut entwickelt. Von 30 Plätzen seien 26 belegt, weitere Kinder seien angemeldet.

„Die Kinder stehen auch für uns ganz oben auf der Prioritätenliste“, erklärte Udo Fröschke. Für eine Kita-Sanierung sei die Feuerwehr auch bereit, eigene Wünsche zurück zu stellen, sagte er.

Ortsvorsteher Jörg Krüger fasste das Ergebnis der Debatte, mit dem Uckro in die nächste Gesprächsrunde mit der Stadt gehen will, so zusammen: „Ein grundhafter Ausbau der Kita ohne Standortwechsel der Feuerwehr ist unser wichtigstes Anliegen.“ Michael Krüger betont den Willen der Stadt, die Kita – die einzige unsanierte im Luckauer Gebiet – auf Vordermann zu bringen. „Nur müssen wir wissen, unter welchen Voraussetzungen wir planen müssen“, sagt er. So sei zu bedenken, wie mit dem leer stehenden Flügel verfahren wird. Auch das Außengelände müsste mit oder ohne Feuerwehr jeweils anders gestaltet werden, nennt er Beispiele. Petra Altmann ist nach der Ortsbeiratssitzung erleichtert: „Wir haben einen guten Konsens gefunden. Und das ist doch wichtig in einer Dorfgemeinschaft“, so ihre Meinung.