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| 18:21 Uhr

Uckroer Bahnhof unterm Hammer

Das Bahnhofsgebäude wartet auf Erweckung.
Das Bahnhofsgebäude wartet auf Erweckung. FOTO: privat
Luckau-Uckro. Das Empfangsgebäude des Uckroer Bahnhofes soll im April bei einer privaten Grundstücksauktion in Berlin versteigert werden. Das Mindestgebot für den maroden denkmalgeschützten Klinkerbau ist beim Schnäppchenpreis von 4000 Euro angesetzt. Carmen Berg

Auf den Gleisen vor dem denkmalgeschützten Bau an der Bahnstrecke Berlin-Dresden hält alle zwei Stunden der Regionalexpress. Nach Bahnangaben steigen hier täglich rund 200 Pendler ein und aus, hinzu kommen Tagesausflügler. Ihnen bietet sich ein zweigeteiltes Bild. Den Bahnhofsvorplatz hat die Stadt gekauft und mit Förderhilfe unlängst komplett saniert. Nach Ostern ist Einweihung. Das Hauptgebäude aber mit früherem Wartesaal, stillgelegter Gaststätte und in den oberen Etagen leeren Wohnungen rottet vor sich hin. Teilweise sind Fenster kaputt, Grün wächst im Sommer aus dem Treppenabsatz. Nichts passierte offenbar an dem Haus, nachdem eine gewerbliche Investorengesellschaft es in einem Paket von 1000 Bahnhöfen erworben hatte. Seit 2010 ist das Auktionshaus Karhausen damit betraut, für die Bahnhöfe neue Nutzer zu finden. Mehr als 350 aus dem gesamten Bundesgebiet seien bereits vermarktet worden, die Erfolgsquote der Versteigerungen liege bei weit über 90 Prozent, sagt Grundstücksauktionator Matthias Knake. Der Käuferkreis sei dabei vielschichtig. Er reiche von ausgesprochenen Bahnhofsfans über Gewerbetreibende, die einen Standort in guter Lage suchen bis zu Interessenten, die sich für künftige Konzepte eine Immobilie preiswert sichern wollen. Für den Uckroer Bahnhof, der bei der Frühjahrsauktion von Karhausen am 15. April mit einer Reihe weiterer Bahnhöfe aufgerufen wird, sieht der Fachmann gute Chancen. Von den 300 Quadratmetern Wohn- und Nutzfläche seien rund 40 an die Bahn vermietet, die im Gebäude einen Technikraum hat. Das bringe eine Jahresnettokaltmiete von rund 2600 Euro ein. Das Mindestgebot sei somit in zwei Jahren wieder hereingeholt, verweist er auf ein Schnäppchen.

Die Stadt Luckau wird bei der Auktion nicht mitbieten. "Für die Struktur des Gebäudes haben wir keine tragfähige Verwendung", sagt Bürgermeister Gerald Lehmann (parteilos). Er hofft, dass der neue Besitzer ein Herz für den Bahnhof hat und die heruntergekommene Fassade auf Vordermann bringt. "Es wäre schön, wenn das Gebäude künftig zum sanierten Vorplatz passt und ein Schandfleck verschwindet", so Gerald Lehmann.

Infos zur Auktion gibt es unter Telefon 030 8904856 sowie unter www.karhausen.de .

Zum Thema:
Für insgesamt 580 000 Euro hat die Stadt Luckau den Bahnhofsvorplatz komplett neu gestaltet. Entstanden sind unter anderem 57 Parkplätze für die Reisenden sowie eine neue Haltestellenanlage für den Bus. In das Vorhaben flossen der Bauverwaltung zufolge 451 000 Euro Fördergeld vom Land sowie 64 300 Euro vom Landkreis Dahme-Spreewald. Die feierliche Einweihung soll am Donnerstag, 11. April, erfolgen.