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| 02:41 Uhr

Turnhalle, Bahnbrücken und Straßensanierung

Die Absenkungen der unterirdischen Kanäle infolge des Grundwasserwiederanstiegs sind in den Beesdauer Straßen an vielen Stellen deutlich sichtbar und betragen mehrere Zentimeter, wie Ortsvorsteher Gerd Wienig veranschaulicht.
Die Absenkungen der unterirdischen Kanäle infolge des Grundwasserwiederanstiegs sind in den Beesdauer Straßen an vielen Stellen deutlich sichtbar und betragen mehrere Zentimeter, wie Ortsvorsteher Gerd Wienig veranschaulicht. FOTO: Birgit Keilbach
Langengrassau. 2016 wird für die Gemeinde Heideblick ein Jahr, in dem viele Vorhaben, die schon lange geplant sind, in die heiße Phase gehen. Klarheit über die Kosten besteht derzeit nur bei einigen Vorhaben, wie die RUNDSCHAU im Gespräch mit Bürgermeister Frank Deutschmann (parteilos) erfuhr. Birgit Keilbach

Größtes Bauvorhaben der Gemeinde ist die Sanierung und der Umbau der Turnhalle in Langengrassau zur Sport- und Mehrzweckhalle. 427 700 Euro sind dafür im Investitionsplan eingestellt. "Nachdem am 29. Juni vergangenen Jahres dafür Fördermittel aus dem Leader-Ile-Programm durch den Regionalbeirat bewilligt wurden, warten wir allerdings noch immer auf den Bescheid", sagt Frank Deutschmann. Er hoffe, dass er im Januar eintrifft. Dann könnten die Baulose zeitnah ausgeschrieben werden, um günstige Preise zu erzielen, und die Aufträge auch im ersten Quartal vergeben werden. Bisher sei an der Turnhalle nur das Dach erneuert worden, nachdem es undicht geworden war. Mit dem Umbau werde eine Mehrzweckhalle entstehen, die über die bisherige Nutzung durch die Kita und die Sportler, darunter auch der Feuerwehren aus den Ortsteilen, hinausgeht. "Sie kann dann auch für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden. Wir werden sie auch fremden Nutzern zur Verfügung stellen", erläutert Frank Deutschmann.

Eingegangen ist bei der Gemeinde kurz vor Weihnachten der Zuwendungsbescheid über 429 700 Euro aus dem Kommu-nalinvestitionsfördergesetz des Landes zur Förderung finanzschwacher Kommunen. Bis Ende 2018 stehen diese Mittel für Vorhaben der Gemeinde zur Verfügung, wovon Heideblick jeweils zehn Prozent Eigenanteil aufbringen muss. Zweimal habe sich die Gemeindevertretung bereits mit dem Einsatz der Mittel befasst und im Dezember drei Vorhaben beschlossen: Erstens in Langengrassau die Sanierung der Straße zur Milchviehanlage der Agrargenossenschaft in Richtung Zöllmersdorf, um die Lärmbelastung für die Anwohner zu minimieren. Zweitens die energetische Sanierung des Bauhof-Gebäudes im Ortsteil Waltersdorf und drittens sollen im Zusammenhang mit der Neugestaltung des Schulhofes der Grundschule in Walddrehna auch die Außenanlagen der Kita umgestaltet werden. "Für die Milchstraße, wie der Arbeitstitel für das Bauvorhaben in Langengrassau lautet, wollen wir in diesem Jahr die Planung auf den Weg bringen, damit 2017 gebaut werden kann", so der Bürgermeister. Dieser Zeitrahmen sei auch für die Kita-Außenanlagen vorgesehen. Für das Bauhof-Gebäude hoffe er, dass die Wärmedämmung und Heizungserneuerung im zweiten Halbjahr 2016 erfolgen kann. Fest eingeplant ist darüber hinaus die Anschaffung von zwei gebrauchten Feuerwehrfahrzeugen für insgesamt 135 000 Euro für die Wehren in Langengrassau und Walddrehna. Drei alte Fahrzeuge aus DDR-Zeiten sollen sie künftig ersetzen.

Der Bahnstreckenausbau auf Tempo 200 wird in diesem Jahr konkret. Ab August wird an der Strecke gebaut. Mit dem Neubau der Brücke in Pitschen-Pickel und der Unterführung in Walddrehna ist die Gemeinde Heideblick zu einem Drittel an den Kosten beteiligt. "Es zeichnet sich derzeit ab, dass mit den Angeboten auf die Ausschreibung für Walddrehna mit Mehrkosten bis zu einer siebenstelligen Summe zu rechnen ist", beschreibt Frank Deutschmann die aktuelle Entwicklung. Im Januar wolle die Bahn jedoch nochmals Bietergespräche führen. "Erst dann wird feststehen, wie viel die Gemeinde tatsächlich für diese Vorhaben aufbringen muss."

Ebenso unklar sind noch immer Zeitpunkt und Kosten für die Sanierung der Straßen und Regen- sowie Abwasserkanäle im vom Grundwasserwiederanstieg betroffenen Ortsteil Beesdau. "Die Gemeinde und die LMBV haben ihre Hausaufgaben gemacht. Jetzt warten wir gemeinsam auf die Bewilligung von Mitteln aus dem Topf der Bergbausanierung", konstatiert Frank Deutschmann. Danach werde die LMBV eine Vereinbarung vorlegen und Klarheit über die Kosten bestehen. "Dann werden wir in einer Einwohnerversammlung über die zu erwartenden Anliegerbeiträge informieren", sichert der Bürgermeister zu.

Die Folgen des Urteils zu den Altanschließerbeiträgen seien derzeit nicht absehbar. Im TAZV müsse jetzt wieder neu gerechnet werden. "Die Landesregierung hat uns 2015 wenig gute Dienste geleistet. Der Landesentwicklungsplan ist gescheitert und die Abstandsregelung für Windkraftanlagen hätte im Interesse der Einwohner geändert werden können", schickt er seine Kritik nach Potsdam.