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| 17:28 Uhr

Landmaschinen-Parade
Tuckernde Schmuckstücke

Gucken, staunen, fachsimpeln gehört zu jedem Treckertreffen. In Zöllmersdorf tauschen sich die Famulus-Fans Manfred Neumann, Andreas Winzer und Gerd Wienigk (v.l.) aus.
Gucken, staunen, fachsimpeln gehört zu jedem Treckertreffen. In Zöllmersdorf tauschen sich die Famulus-Fans Manfred Neumann, Andreas Winzer und Gerd Wienigk (v.l.) aus. FOTO: Birgit Keilbach
Zöllmersdorf. Michael Thielke organisiert mit bewährtem Team Trecker-Treffen in Zöllmersdorf. Von Birgit Keilbach

.„Es ist mir Berufung und Ehre, die Tradition meines Vaters fortzusetzen“, sagte Michael Thielke am Samstag vor den versammelten Treckerfans. Nach dem Tod Heinz Thielkes im vergangenen Jahr erlebte das von ihm begründete und inzwischen zu einer guten Tradition gewordene Treckertreffen im Luckauer Ortsteil eine weitere Auflage. Sehr zur Freude aller Liebhaber dieser Technik.

144 Traktoren und zehn weitere historische Fahrzeuge registrierte Wilfried Schreiber an der Anmeldung bis Samstagmittag. Aus der näheren und weiteren Umgebung Luckaus, von Baruth im Landkreis Teltow-Fläming, über Lübben, Lübbenau, Calau und Cottbus sowie aus Doberlug-Kirchhain und weiteren Orten im Landkreis Elbe-Elster waren die begeisterten Hobbyschrauber angereist.

Schmuck herausgeputzt und in Reihen angeordnet glänzten die historischen Landmaschinen aus rund acht Jahrzehnten auf der Wiese am Ortsrand in der Sonne. Die mehr als zehn historischen Trecker-Schätze des Vaters hatten Michael Thielke und die 15 Helfer aus Zöllmersdorf und Umgebung gleichfalls wieder fahrtauglich gemacht und herausgeputzt. Der Geschäftsführer des gleichnamigen Zimmereibetriebs ist froh, dass er so viel Unterstützung bekommt. „Es ist nicht so einfach, das neben der Arbeit alles zu organisieren.“ So muss die Wiese vor dem Treffen gemäht und gemulcht werden, die Parkflächen ebenso. Das Team kümmert sich um Wasser- und Stromanschlüsse, organisiert Stände mit verschiedenen Angeboten für den Tag, stellt Anträge beim Ordnungsamt und die Wegweiser sowie notwendige Absperrungen auf. Für das Mittagessen sorgt am Samstag die Bauernschänke aus Steinkirchen, die Frauen aus dem Ort backen Kuchen. Musikalisch unterhalten die Kremser-Musikanten aus Goßmar.

So können sich die Treckerfreunde auf dem Gelände in entspannter Runde austauschen, die verschiedensten Modelle bewundern und miteinander fachsimpeln. „Das ist das Schöne daran, man trifft Gleichgesinnte, kann Erfahrungen sammeln, denn jeder weiß etwas anderes“, sagt Manfred Neumann. Der Rosenthaler ist mit seinem Famulus 46, Baujahr 62, angereist. Zu Hause steht noch ein besonderes Modell: Ein Trecker Marke Eigenbau, mit Kfz-Brief und Zulassung. „Den habe ich mir zu DDR-Zeiten zusammengebaut, der Motor stammt aus einer EMW, der Aufbau von weiteren Oldtimern. Und die Front vom Famulus-Vorgänger“, erzählt Manfred Neumann. Der unverwüstliche Trecker ist bei ihm noch immer im Einsatz bei Feldbestellung und Ernte.

Ein kräftig grüner Famulus von 1963 ist der ganze Stolz von Treckerfan Andreas Winzer aus Baruth. „Ich bin schon öfters hier in Zöllmersdorf gewesen und finde es gut, dass der Sohn die vom Vater begründete Tradition fortsetzt.“ Dritter im Bunde der Famulus-Freunde ist Gerd Wienigk. „Man lernt bei solchen Treffen immer wieder neue Leute kennen und etwas fürs Hobby dazu“, sagt der Baruther.

Mit seinem BMA S1, gleichfalls aus dem Baujahr 1962, zieht René Exler aus Waltersdorf viele Interessierte an. „Der Traktor ist eine Seltenheit, es gibt nicht mehr so viele davon“, erläutert er. Seit vier Jahren hegt und pflegt er die kräftig tuckernde Zugmaschine. „Das Geräusch ist das Schöne daran und es macht mir einfach Spaß. Das Treckerfahren entschleunigt und entspannt“, sagt der Waltersdorfer. An den Treffen gefalle ihm das Fachsimpeln. „Und es ist eine große Anerkennung für Heinz Thielke, dass heute so viele gekommen sind“, fügt René Exler an. „Das kann man nicht hoch genug würdigen, was sie hier leisten, um so ein Treffen zu organisieren, alles ehrenamtlich und ohne Eintritt“, sagt Zuschauer Ingo Nitschke aus Staakow. Er hoffe, dass Michael Thielke und sein Team auch weiterhin die Kraft finden, diese Treffen zu organisieren. „Das Zöllmersdorfer Treckertreffen ist eins der größten rund um Luckau“, fügt er an.

Nach einem kurzen Gedenken der Fahrer auf ihren bereits tuckernden Gefährten startet die große Treckerparade durch den Ort. An der Spitze fährt Michael Thielke mit einem der Liebhaberstücke seines Vaters. Am Friedhof steigen Familie und Freunde aus und besuchen das Grab von Heinz Thielke. Ein Moment des Innehaltens und der Erinnerung für alle in der langen Paradereihe.