Von Birgit Keilbach

Farbenfroh und vielfältig hat sich der Dahmer Töpfermarkt auf dem historischen Töpfermarkt auch in seiner 24. Auflage präsentiert. Trotz Regenwetter und deutlich kühleren Temperaturen bummelten die Besucher doch recht zahlreich von Stand zu Stand. Viele von ihnen nicht zum ersten Mal. „Ich fahre jedes Jahr zum Töpfermarkt“, sagte Hildegard Wohlauf aus Liepe. Diesmal nimmt sie einen kleinen handgefertigten Schneemann mit nach Hause.

Auch Sabine und Roland Wille lassen keinen Dahmer Töpfermarkt aus. Fündig werden sie ein weiteres Mal am Stand von Karola Heinke aus Bornstedt bei Magdeburg, sind hier schon Stammkunden. Die farbenfrohen Sonnen zum Aufhängen im Freien haben es ihnen angetan. „Zwei haben wir schon und heute die dritte gekauft“, sagt Sabine Wille. Sie schätzen die Qualität der Handwerksarbeit, denn die Keramik halte jeder Witterung stand, ob heißer Sommer oder frostiger Winter. Als zweites Stück nimmt das Dahmer Ehepaar einen aufwendig gestalteten Übertopf für Pflanzen mit. Auch dieser sei frostsicher und könne das ganze Jahr über im Freien stehen, versichert ihnen Karola Heinke.

Aufbaukeramik präsentiert Sylvia Paersch aus dem benachbarten Gebersdorf an ihrem Stand. Die frühere Berlinerin hat das Töpfern ursprünglich als Hobby entdeckt. Zum zweiten Mal ist sie auf dem Dahmer Töpfermarkt. Unter kleinen Keramikhauben hängen Tillandsien als Hingucker am Stand. Passend zum bevorstehenden Halloween hat sie Kürbisse als Windlichter gefertigt. Auch Gartenkeramik und verschiedenen Behältnisse sind zu entdecken.

Neugierig macht Carsten Müller aus der sächsischen Töpferstadt Kohren-Sahlis mit dem „Eierbecher für Querdenker“. In diesem liegt das Frühstücksei, anders als in den üblichen Eierbechern, in die es ja hineingestellt wird. „Früher war es sogar üblich, dass die Eier zum Verzehr quer lagen, wie im Nest. Ein Aberglauben in Deutschland besagte nämlich, dass Frauen, die hochkant aufgestellte Eier essen, keine Kinder bekommen würden“, erzählt Carsten Müller. Erst die Franzosen hätten die Kultur der heute üblichen Eierbecher nach Deutschland gebracht. „Aber das historische Brauchtum hat sich in vielen Familien noch erhalten, obwohl vermutlich keiner mehr den Grund dafür weiß.“ Das erfahre er immer wieder in Gesprächen mit den Kunden, sagt Carsten Müller. Ihm gefalle die Atmosphäre hier auf dem Dahmer Töpfermarkt. „Die Organisatoren geben sich immer viel Mühe, ich fühle mich hier gut aufgehoben“, ergänzt er.

Seit mehr als 20 Jahren ist auch Carola Richter mit der Lausitz-Keramik Wehner aus Elsterwerda in Dahme stets präsent. „Der Markt hier ist klein, aber fein und hat eine gute Atmosphäre“, sagt sie. Viele Stammkunden kämen jedes Jahr. Der Trend bewege sich von der Zierkeramik hin zur Gebrauchskeramik. „Die Kunden legen mehr Wert auf den praktischen Gebrauch, wollen die Dinge auch im Alltag benutzen“, hat Carola Richter festgestellt.

Handgefertigtes bietet auch Elke Gründemann aus Lindena in der Gemeinde Schönborn (Elbe-Elster) an. Ihre filigranen Dinge sind nicht aus Ton, sondern aus Porzellan gefertigt. Ohrstecker, Kettenanhänger, Dekoratives für alle Jahreszeiten sowie Weihnachtsschmuck können die Marktbesucher bei ihr entdecken.