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| 02:41 Uhr

Trinkwasserprobleme in Walddrehna

Walddrehna. Seit Monaten klagen die Bewohner von Walddrehna, Wehnsdorf und Schwarzenburg (Gemeinde Heideblick) über verunreinigtes Trinkwasser. Sie berichten von einer "allgemeinen Trübung", die sie beunruhigt. Daniel Friedrich

Wie Johannes Wurms aus der Gemeindevertretung sagt, habe der zuständige Trink- und Abwasserzweckverband Luckau (TAZV) die Klagen lange ignoriert. "Erst nachdem sich immer mehr Bewohner beschwerten, wurde mit genaueren Untersuchungen begonnen", ärgert sich Wurms.

Tatsächlich sei das Wasser verfärbt, bestätigt Stefan Ladewig vom TAZV: "Bei einigen Hausanschlüssen sind zeitweise rot-braune Ablagerungen von Eisen- und Manganpartikeln festgestellt worden. Sie treten nur manchmal auf und sind deshalb für uns schwer greifbar." Derzeit werden in Zusammenarbeit mit dem Wassertechnologiezentrum Dresden kontinuierlich Trübungsmessungen durchgeführt, außerdem gibt es Schwerpunktspülungen. Damit will der Verband herauszufinden, woher die Verfärbungen stammen und welche Gegenmaßnahmen effektiv sind. Sorgen müsse sich jedoch niemand machen: "Es gilt, dass das Trinkwasser gesundheitlich unbedenklich ist", weist Stefan Ladewig hin. Die Grenzwerte seien nicht überschritten.

Doch woher kommt die Verunreinigung? Anwohner und TAZV vermuten, dass die Ursache schon Jahrzehnte zurückliegt. In den 1980er-Jahren wurde zeitweise nicht aufbereitetes Wasser vom damaligen Werk in Schwarzenberg gefördert. Anwohner wie Johannes Wurms erinnern sich, dass damals Rohre häufig ausgetauscht werden mussten, weil sie stark verockert waren. Seit einem Jahr nun versorgt das Wasserwerk Schollen die Orte mit Trinkwasser, nachdem das Werk Schwarzenberg abgeschaltet wurde. "Dadurch hat sich die Fließrichtung und die Herkunft des Wassers verändert", sagt Stefan Ladewig. Möglich also, dass sich bis heute alte Ablagerungen in den Stahlrohren gehalten haben, die nun unkontrolliert durchs Netz wabern und hin und wieder in den Häusern austreten.

Für den 9. bis 11. Mai hat der TAZV Intensivspülungen für die betroffenen Orte angekündigt. Dabei werden zielgerichtet große Wassermengen in verschiedene Rohrabschnitte gespeist, um die vermuteten Ablagerungen mitzureißen. Sollte auch diese Maßnahme ihre Wirkung verfehlen, ist laut TAZV ein Auswechseln einiger Hausanschlüsse nicht ausgeschlossen.

Über die Ergebnisse der Wasseranalysen informiert der TAZV am Dienstag, den 25. April um 19 Uhr in der Turnhalle Walddrehna. Bis dahin können Anwohner Probleme an den TAZV melden, unter den Telefonnummern 03544 502416 und 03544 502419