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| 17:10 Uhr

Trinkwasserproblematik noch nicht gelöst
Trübes Wasser verärgert Walddrehnaer

Walddrehna. Noch immer Trinkwasserprobleme im Ort. Mögliche Ursache: große Wasserentnahmen Von Anja Brautschek

Trüb, bräunlich gefärbt, zum Teil modrig und muffig – so beschreiben Einwohner von Walddrehna ihr Trinkwasser. Noch immer scheint kaum Besserung der Qualität in Sicht. Das verärgert die Walddrehnaer.

Die Probleme haben mit der Umstellung der Trinkwasserversorgung vom Wasserwerk in Schollen vor zwei Jahren angefangen. Bis dahin waren die Walddrehnaer das klare, weiche Wasser aus Schwarzenburg gewöhnt. Doch das Wasserwerk wurde aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen. Die anhaltende Verschlechterung der Trinkwasserqualität erhitzt nach wie vor die Gemüter „Dieses Wasser möchte ich nicht meinen Kindern anbieten. Selbst im Nudelwasser erkennt man die Braunfärbung“, beschreibt der stellvertretender Ortsbeirat Remo Schütze (WG Süd/FDP) die Situation. In Badewannen und Waschbecken hinterlässt das Wasser oftmals hartnäckige, braune Ränder. Auch die weiße Wäsche ergraut sofort, berichten die Walddrehnaer. Mehrere Intensivspülungen und einzelne Spülungen der Hausanschlüsse haben im vergangenen Jahr zwar zu Verbesserungen geführt. Eisen- und Manganwerte würden seitdem eingehalten. „Mittlerweile ist die Qualität aber wieder schlechter geworden“, schätzt Ortsvorsteher Carsten Peters (FDP) ein.

Deutlich wurde das vor allem beim kürzlich organisierten Feuerwehrausscheid in Walddrehna. In das mit Wasser gefüllte Becken war ein Blick auf den Grund nicht möglich. Das Wasser darin erinnert mit seiner Braunfärbung eher an Teich- als an klares Leitungswasser. Eine Situation, die die Anwohner nicht hinnehmen wollen. „Uns ist bewusst, dass wir mit dem Schwarzenburger Wasser recht verwöhnt wurden. Doch so ein braunes Wasser kann doch nicht normal sein“, beschreibt der Ortsvorsteher die Sorgen der Anwohner. Zudem sei die Qualität schwankend.

Eckhard Wolter von der DNWAB betont jedoch, dass Grenzwerte nach wie vor nicht überschritten werden. Das zeigen regelmäßige Laboranalysen. Zuletzt wurde das Wasser des Schollener Wasserwerkes im August kontrolliert. „Auch unseren Maßnahmenplan haben wir eingehalten“, sagt Eckhard Wolter. Im Rahmen des RUNDSCHAU-Forums „LR vor Ort“, dass sich Ende Februar mit der Thematik befasste, sicherten sowohl der Luckauer Trink- und Abwasserzweckverband (TAZV) als auch deren Betriebsführer DNWAB eine weitere Ursachensuche zu. Seitdem wurden an fünf Stellen zwischen dem Wasserwerk Schollen und Walddrehna weitere Qualitätsuntersuchungen durchgeführt. Das Ergebnis: Sowohl Eisen-Manganwerte als auch Trübungsproben überschreiten laut Wolter nicht die Grenzwerte. Die Qualität sei nach wie vor in Ordnung.

Allerdings zeigte sich im Rahmen des Monitorings eine mögliche Ursache für das trübe Wasser. „Wir haben einen Zusammenhang zwischen der Entnahme großer Trinkwassermengen durch die Feuerwehr und einer anschließenden Braunfärbung festgestellt“, erklärt Eckhard Wolter. Durch die Entnahme einer großen Menge Wasser in kurzer Zeit können Inkrustationen, also Ablagerungen an den Rohren, gelöst werden. In den kommenden Wochen will er sich aus diesem Grund mit den Feuerwehren der Regionen zusammensetzten und Lösungen besprechen. „Der beschriebene modrige Geruch ist jedoch noch ein Rätsel, dem wir nachgehen müssen“, so Wolter. Darüber hinaus finden in diesem Monat auch die planmäßigen Intensivspülungen der Leitungen statt. „Wenn der Bedarf besteht, wird es anschließend erneut eine Einwohnerversammlung geben. Dazu sind wir auch in enger Abstimmung mit dem Bürgermeister,“ so Wolter.