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Trinkwasser in Luckau wird teurer

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Luckau. Um 15 Cent je Kubikmeter steigt zu Jahresbeginn der Trinkwasser-Preis im Bereich Luckau, Dahme, Golßen und Heideblick. Das hat die Verbandsversammlung des finanziell gebeutelten Luckauer Trink- und Abwasserzweckverbandes (TAZV) am Mittwochabend mit 22 Ja-Stimmen bei 15 Nein-Stimmen beschlossen. Carmen Berg

2,05 Euro statt bislang 1,90 Euro netto soll das kühle Nass demnach künftig kosten. Der Bruttopreis inklusive Mehrwertsteuer, wie ihn der Verbraucher bezahlen muss, klettert von 2,05 auf 2,19 Euro. Die Mehrbelastung für einen Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 80 Kubikmetern beläuft sich damit auf zwölf Euro.

Der Verband begründet den Anstieg mit einer Veränderung des Kommunalabgabengesetzes sowie bevorstehenden Investitionen. Wie der stellvertretende Verbandsvorsteher Stefan Ladewig erklärte, hat der Gesetzgeber den Verbänden neue Abschreibungsvarianten eröffnet. Demnach sei es jetzt möglich, auch eigene Anlagen, in die Fördermittel geflossen sind, über Gebühren zu refinanzieren. Maximal zulässig wäre für den TAZV ein Nettopreis von 2,21 Euro je Kubikmeter gewesen. "Würde der Verband die Obergrenze ausreizen, wäre eine Absicherung aller Investitionen möglich", so Stefan Ladewig. Die stattdessen vom Vorstand vorgeschlagenen 2,05 Euro netto erbringen Heideblicks Bürgermeister Frank Deutschmann (parteilos) zufolge 476 000 Euro für Investitionen.

Davon hat der TAZV für 2015 einige Brocken auf der Liste. Nachdem die Haupt-Trinkwasserleitung zwischen Luckau und Gießmannsdorf erneuert worden ist, soll für rund 600 000 Euro die Leitung zwischen Gießmannsdorf und Schollen gebaut werden. Auf 1,3 Millionen Euro bezifferte Stefan Ladewig die Gesamtinvestition für den Rückbau des maroden Wasserwerkes in Schwarzenburg und den Neuanschluss des Bereiches an das Wasserwerk Schollen. "Es geht nicht nur um den Leitungsneubau. Auch alte Ortsleitungen in Walddrehna und Wehnsdorf werden saniert, die ohnehin hätten ausgetauscht werden müssen", begründete er die hohe Gesamtsumme.

Den Gießmannsdorfer Uwe Vogt wollte wissen, ob der Trinkwasserpreis wieder sinken würde, wenn Projekte wie der Leitungsbau von seinem Dorf nach Schollen abgeschlossen seien oder zumindest weitere Preissteigerungen in den nächsten Jahren ausgeschlossen werden könnten. "Das wäre Kaffeesatz-Leserei", sagte Stefan Ladewig. Doch würden die Investitionen in neue Leitungen bereits Wirkung zeigen. Beispielsweise sank die Zahl der Rohrbrüche von 57 im Jahr 2012 auf 37 bisher in diesem Jahr. Die Reparatur eines Rohrbruches koste durchschnittlich 1000 Euro, oft erheblich mehr, sagte Stefan Ladewig auf Nachfrage des Luckauer Bürgermeisters Gerald Lehmann (parteilos).

Uwe Vogt hat Preise und Gebühren der Verbände in Brandenburg fürs Trink- und Abwasser miteinander verglichen und dabei festgestellt: "Luckau ist zwar nicht der allerteuerste Verband, spielt aber ganz oben mit."

Noch tiefer in die Tasche greifen müssen Haushalte im Crinitzer Verbandsgebiet, das seit diesem Jahr zwar auch zum TAZV Luckau gehört, aber separat kalkuliert wird. Der Kubikmeter Trinkwasser kostet dort 2,60 Euro. Veränderungen soll es dort nicht geben.

Zum Thema:
Laut Vergleich des Gießmannsdorfers Uwe Vogt kostet in Luckau der Kubikmeter Trinkwasser 2,05 Euro, der Kubikmeter Abwasser 4,52 Euro und die jährliche Grundgebühr für beides 401,88 Euro. Beim Märkischen Abwasser- und Wasserverband (MAWV) mit Sitz in Königs Wusterhausen, mit dem Luckau eine Fusion anstrebt, sind fürs Trinkwasser 1,37 Euro, fürs Abwasser 2,94 Euro sowie an jährlichen Grundgebühren 62,88 Euro fällig. Trinkwasserpreise von mehr als zwei Euro je Kubikmeter verzeichnet die Tabelle neben Luckau für sechs weitere Verbandsgebiete, wobei dort die Abwassergebühren (außer Sonnewalde/Westniederlausitz mit 6,20 Euro) günstiger als in Luckau liegen. Die Jüterboger beispielsweise zahlen 2,04 Euro je Kubikmeter fürs Trinkwasser, 2,88 Euro fürs Abwasser und 217,56 Euro jährlich für die Grundgebühren.