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| 02:42 Uhr

Träume mit Dudelsack und Drehleier

Die Soundkids Familiy spielt auch alte Instrumente wie Dudelsack, Drehleier, Krummhörner und Flöten zu hören sein.
Die Soundkids Familiy spielt auch alte Instrumente wie Dudelsack, Drehleier, Krummhörner und Flöten zu hören sein. FOTO: Kreisverwaltung
Jüterbog. (red/SvD) Alte englische Musik, Musik aus der Zeit der Renaissance, des Barocks und Klangbilder aus Island und Andalusien werden am Montag, 13. Juli, im Kulturquartier Jüterbog, Mönchenkirchplatz 4, zu hören sein.

Ab 19 Uhr gibt das Ensemble "The Soundkids Family" der Kreismusikschule Teltow-Fläming ein Konzert. Der Eintritt ist frei.

Bildende Kunst und Musik waren in der Renaissancezeit Mittel der fürstlichen Repräsentation. Professionelle Musiker hatten sich der vokal-instrumentalen Liedkunst zugewandt. Die Bevölkerung - durch alle Schichten - war auch selbst musikalisch aktiv und der neu erfundene Notendruck gewährleistete den nötigen Nachschub an Musikalien. Das häusliche Musizieren richtete sich vornehmlich auf die Instrumentalmusik, was zur Herausbildung einer höchst subtilen Kammermusik führte.

Wie muss man sich diese Musik aus vergangenen Epochen mit Instrumenten ihrer Zeit vorstellen? Krummhörner sind Doppelrohrblattinstrumente wie Oboe und Fagott, bei denen das Rohrblatt nicht mit den Lippen gefasst wird, sondern von einer Holzkapsel umgeben ist, in die der Spieler hineinbläst. Dadurch ist der Ton nur begrenzt dynamisch beeinflussbar, was der Musik des 15. und 16. Jahrhunderts entgegenkommt. Im Konzert werden auch Dudelsäcke aus dieser Zeit gespielt. Sie haben zwei Bordune und eine Spielpfeife, so wie von Michael Praetorius beschrieben. Borduntöne sind ausgehaltene Begleittöne. In Schottland werden hingegen meist Dudelsäcke mit drei und mehr Bordunen gespielt.

Auch die Drehleier ist, wie der Dudelsack, ein Borduninstrument, das heißt, es schwingen je nach Anzahl der Bordune immer gleichklingende Töne zur Melodie mit. Ihr Tonumfang und die Anzahl der Saiten variieren. Die Renaissanceblockflöten hatten ursprünglich eine andere Stimmung, werden jetzt aber kompatibel zu den meisten vorhandenen Instrumenten gebaut und klanglich angeglichen.

Die Zuhörer dürfen sich auf ein abwechslungsreiches Programm freuen: Dazu gehören volkstümliche Lied- und Chansonmelodien, die vom Antwerpener Drucker Tilman Susato Mitte des 16. Jahrhunderts veröffentlicht wurden.

Der Augsburger Organist Jacob Paix verfasste ein Orgelbuch mit den besten Motetten der berühmtesten Komponisten. Aus diesem Orgelbuch wurde für das Ensemble eine Ungareska bearbeitet.

Von der spanischen Gruppe "L´Ham de Foc", die mit zahlreichen Drehleierspielern besetzt ist, wurde der Titel "Cus" bearbeitet. In diesem Lied geht es um ein Eheversprechen, das nicht gehalten wurde.

In seinem berühmten Largo, bei dem eine Solosängerin vom Orchester begleitet wird, versucht Georg Friedrich Händel musikalisch, das "Goldene Zeitalter" zu beschreiben. "Goldene Zeitalter" ist ein Traum vom irdischen Paradies, in dem Friede und immer Frühling herrscht.