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Golßen
Trachtenfest: Golßen will keine Massenquartiere

Golßen. Gemindevertreter diskutieren das Für und Wider und suchen Alternativen.

Das Deutsche Trachtenfest findet im Mai des nächsten Jahrs in Lübben statt. Etwa 2500 Trachtenträger aus ganz Deutschland werden erwartet.

Die Kreisstadt braucht Hilfe bei der Unterbringung der Gäste und bittet Kommunen im Umland um Unterstützung. Auch die Stadt Golßen (Unterspreewald) soll prüfen, ob sie Unterkünfte bereitstellen kann. Lübbens Bürgermeister Lars Kolan (SPD) hat gezielt nach einer Möglichkeit gefragt, Trachtenträger in Turnhallen unterzubringen wie Annett Schmidt (SPD), stellvertretende Bürgermeisterin der Kleinstadt, während der Hauptausschusssitzung kürzlich informierte.

Michael Bock (CDU) ist von einer Unterbringung in Massenquertieren wie etwa in einer Turnhalle nicht begeistert. „Eine solche Unterkunft anzubieten, ist unter unserer Würde“, sagt der Stadtverordnete. „Die Gäste in einer Turnhalle unterzubringen, scheint mir sehr primitiv und einfach. Es muss doch andere Möglichkeiten als Turnhallen geben.“

Viele nicht, zumindest nicht im engeren Spreewald wie die stellvertretende Amtsdirektorin Michaela Schudek sagt: „Im Mai sind erfahrungsgemäß alle Quartiere im Spreewald belegt.“ Michael Bock hat auch nicht grundsätzlich etwas gegen die Unterbringung der Gäste in einer Turnhalle, „doch mein Anspruch ist das nicht. Die Organisatoren des Trachtenfests sollen sich mal auf den Hosenboden setzen und das Problem Quartiere klären.“ Er befürchtet, dass wegen der Unterbringung in Massenquartieren „schlecht über Golßen, nicht aber über Lübben gesprochen wird. Mir gefällt die Sache deshalb nicht. Ich habe Redebedarf.“

Sein Vorschlag: „Wir sollten Privatvermieter ansprechen. Das sieht Christa Schmidt (SPD) genauso: „Die Unterbringung in einer Turnhalle würde ein schlechtes Bild auf unsere Stadt werfen.“ Gerd Pietrzok (SPD) kann die Bitte des Lübbener Bürgermeisters nachvollziehen: „Er will wohl lieber ein Ass im Ärmel haben als ohne Quartiere dazustehen. Wir sollten aber auch andere Möglichkeiten als eine Unterbringung in der Turnhalle prüfen.“

Annett Schmidt könnte sich vorstellen, dass die Stadt Golßen einen Aufruf nach Übernachtungsmöglichkeiten in der Kleinstadt startet. „Wir brauchen dafür aber Zahlen, mit wie vielen Personen wir rechnen müssen“, sagt die stellvertretende Bürgermeisterin. „Für eine Unterstützung des Trachtenfests ist Golßen auf jeden Fall bereit.“