Lübbens Kämmerer Lutz Gottheiner räumt zwar ein, dass es Diskussionen geben könnte, Bestandteil des Vertrags zwischen Vermieter und Gast sei die Kurtaxe jedoch nicht. Ein kleiner Hinweis auf die künftig höhere Taxe könne allerdings Spannungen schon im Vorfeld verhindern oder zumindest lindern. Der Finanzchef in der Stadtverwaltung teilt auch nicht die Sorge von Vermietern, dass Familien mit Kindern durch die neue Kurtaxe finanziell unverhältnismäßig hoch belastet werden. Der Kurbeitrag wurde von einem Euro auf zwei Euro erhöht. Anders als bisher wird er erst ab dem 18. Lebensjahr fällig. Dass auch Reha-Patienten beitragspflichtig sind, sei keine Erfindung der Stadt Lübben, sondern gesetzlich geregelt. Für das Reha-Zentrum soll die neue Satzung erst ab Januar 2016 gelten.

Ortsfremde, die sich zur Ausbildung oder Berufsausübung in Lübben aufhalten, zahlen übrigens keinen Kurbeitrag. Auch Personen mit einem Behindertengrad von über 50 Prozent sind befreit.

Die Kurtaxe wird zwar von der Stadt Lübben erhoben, jedoch vom Vermieter eingezogen. Dessen Engagement wird mit fünf Prozent belohnt, wenn er die Daten elektronisch übermittelt wie Lutz Gottheiner sagt. Drei Prozent Vergütung gebe es, wenn die ausgefüllten Kurkarten im Rathaus abgegeben werden. Wer den elektronischen Weg wählen möchte, könne sich in der Stadtverwaltung melden.

Wie der Kämmerer weiter sagt, hat die Kurtaxe im vergangenen Jahr 108 000 Euro in die Stadtkasse gespült. Mit der Kurkarte haben Gäste Vergünstigungen bei touristischen Angeboten. Sylvia Lehmann kritisierte das Zustandekommen der Kurbeitragssatzung: "Wir Touristiker als Betroffene sind überhaupt nicht einbezogen worden", sagt die Vorsitzende des Tourismusvereins Lübben und Umgebung. Der Stadtverordnete Detlef Brose (diestadtfraktion) kontert: "Wir haben uns eine Entscheidung nicht leicht gemacht, können aber kein Recht beugen." Zudem sei die Kurbeitragssatzung in öffentlichen Sitzungen beraten und beschlossen worden.asd