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| 17:17 Uhr

Tourismus
Dahme will lauter klappern

 In Arbeitsgruppen tragen die Teilnehmer touristische Potenziale zusammen.
In Arbeitsgruppen tragen die Teilnehmer touristische Potenziale zusammen. FOTO: LR / Carmen Berg
Dahme. Wie lassen sich Gäste locken? Tourismus-Workshop bringt Licht und Schatten auf den Punkt.

Zahlreich sind Ortsvorsteher und lokale Anbieter zum Workshop in den Rathaussaal gekommen. Wie weiter mit dem Tourismus im Dahmer Land? Es ist ein Thema, das auf den Nägeln brennt. Amtsverwaltung und Tourismusverband Fläming haben zur Diskussion eingeladen. Ein fertiges Konzept werde der Abend nicht bieten, erklärt Daniel Sebastian Menzel, Geschäftsführer des Tourismusverbandes. Vielmehr geht es um Dahmer Potenziale und darum, sie effektiver zu nutzen.

Insgesamt mehr als sechs Millionen Tagesgäste und Übernachtungen im Jahr verzeichnet das Reisegebiet Fläming, die im Jahr 2013 rund 170 Millionen Euro an Wertschöpfung erbrachten. „Das zeigt, der Tourismus ist ein Wirtschaftsfaktor“, so der Verbandschef. Wollen Dahmenser stärker davon profitieren, reiche es nicht, Fläming-Skate, historische Altstadt, mittelalterliche Dorfkirchen und ähnliche Funde zu haben. Man müsse auch mit ihnen wuchern, macht  Menzel klar.

Ein Beispiel: Dahme hat mit dem Anschluss an Europas längste Rad- und Skaterstrecke zugleich die Barrierefreiheit vorangebracht und 2011 einen landesweiten Innenstadt-Wettbewerb gewonnen. Ihm komme dieser Aspekt in der aktuellen Debatte zu kurz, sagt Gastronom Frank Donath. „Gaststätten haben sich auf Gäste mit Handicap eingerichtet, wir haben sogar ein barrierefrei zugängliches Becken im Bad“, zählt er Erfolge auf.  Stefanie Claudia Jüngerkes von der neuen Betreibergesellschaft des Seminars für kirchlichen Dienst wirft ein: „Berliner beispielsweise müssen aber erst einmal davon erfahren, was es in Dahme alles Tolles gibt.“

Für Präsenz in sozialen Medien bietet Verbandschef Menzel kostenlose Unterstützung des Verbandes an.  „Klappern gehört zum Handwerk“, so sieht es auch Verwaltungschef David Kaluza. Das Amt habe entschieden, trotz schwierigerer Umstände durch neue Datenschutzverordnungen seinen Facebook-Account weiterzuführen.

Weiteres großes Thema des Abends ist die Netzwerkarbeit. „Warum ist es bisher noch nicht gelungen, für Gäste Angebotspakete zu schnüren?“, fragt sich SPD-Stadtverordneter Matthias Ochs. Er erinnert daran, dass es eine gut funktionierende Arbeitsgruppe „Barrierefreiheit und Tourismus“ gab, die wieder aktiviert werden sollte. „Hier denken noch zu viele nur an sich und jeder glaubt, andere werden es schon richten“, kommt ein Einwurf aus der Runde.

Daniel Sebastian Menzel bringt ein von Touristikern des Landkreises Teltow-Fläming initiiertes Netzwerk ins Gespräch, das sich zu unterschiedlichen aktuell relevanten  Themen im Procurand-Haus austauscht. Nächster Treff für Interessierte ist dort am Mittwoch, 17. April, um 18 Uhr.

„Ich habe nicht die Zeit für Netzwerke  oder für Schulungen auswärts“, spricht Jens Kottke, Vertreter einer kleinen Landmanufaktur, anderen Kolleginnen und Kollegen am Tisch aus der Seele. „Ich wünsche mir im Rathaus eine Stabsstelle, die Verknüpfungen herstellt“, sagt er.

Verwaltungschef Kaluza ist froh, dass es gelungen ist, die durch Ruhestand vakant gewordene Stelle in der Touristinformation mit einer Fachfrau neu zu besetzen. Wie die Strukturen dort künftig aufgestellt werden, das hänge von den Ergebnissen der Workshoparbeit ab. Sie soll fortgesetzt werden.

 In Arbeitsgruppen tragen die Teilnehmer touristische Potenziale zusammen.
In Arbeitsgruppen tragen die Teilnehmer touristische Potenziale zusammen. FOTO: LR / Carmen Berg