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| 02:45 Uhr

Tore, Punkte, Kennenlernen

Acht Mannschaften aus Luckau, Lübben und Cottbus trugen das Hallenturnier der Flüchtlingsmannschaften in Luckau aus, organisiert vom Verein "Mensch Luckau" unter Leitung von Hans Lamich (4.v.l.). Bürgermeister Gerald Lehmann (Mitte) begrüßte die Freizeitsportler.
Acht Mannschaften aus Luckau, Lübben und Cottbus trugen das Hallenturnier der Flüchtlingsmannschaften in Luckau aus, organisiert vom Verein "Mensch Luckau" unter Leitung von Hans Lamich (4.v.l.). Bürgermeister Gerald Lehmann (Mitte) begrüßte die Freizeitsportler. FOTO: bkh1
Luckau. Sportlicher Wettstreit trägt zum Miteinander von jungen Geflüchteten und Einheimischen bei. "Mensch Luckau" veranstaltet Fußball-Hallenturnier mit Teams aus der Region. Birgit Keilbach / bkh1

"Integration durch Sport"- so lautete das Motto am Samstag in der Turnhalle der Luckauer Oberschule "An der Schanze". Ein Turnier von Freizeitmannschaften und Flüchtlingsteams hatte der Verein "Mensch Luckau" in der Berstestadt ausgerichtet. Die organisatorischen Fäden hielt Hans Lamich in seinen Händen, der drei Teams des eigenen Vereins an den Start schickte. Fünf weitere Mannschaften waren der Einladung gefolgt. Sie kamen aus Luckau, Lübben und Cottbus. "Wir wollen den Jugendlichen die Möglichkeit bieten, sich über den Sport besser kennenzulernen", beschreibt Hans Lamich das Anliegen. Der Stadtverordnete (Die Linke) hat das Fußballtraining mit jungen Flüchtlingen im vergangenen Jahr aufgebaut. Bei der Sportlerehrung der Stadt Luckau wurde sein Engagement für die Integration durch Sport im Verein "Mensch Luckau" mit einem Ehrenpreis gewürdigt.

Unterstützt wurde die sportliche Begegnung durch die Kreissportjugend, den Landkreis Dahme-Spreewald sowie die Stadt Luckau. Bürgermeister Gerald Lehmann (parteilos) begrüßte die Teams in mehreren Sprachen und wünschte den Freizeitsportlern aus verschiedenen Nationen wie dem Irak, dem Tschad, Iran und Syrien ein faires Turnier.

Fred Richter von der SG Gießmannsdorf hat schon einige Talente im Auge. "Läuferisch und technisch sind alle gut, allerdings ist es schwierig, eine Spielberechtigung für die Flüchtlinge zu erhalten", merkte er an. Turniererfahrungen sammelten Freizeitfußballer des "FC Peitschen" aus Luckau und Umgebung. "Für uns ist es eine gute Übung und für die zwei Vereinsspieler zusätzliches Training", sagte Lennart Görlich. Die Flüchtlinge seien ausdauertechnisch alle sehr gut drauf. "Einige haben erzählt, dass sie in ihren Heimatländern dafür ein viel härteres Training absolvieren mussten", ergänzte Colin Terno.

Großer Kampfgeist und Spannung bis zum Schluss prägten das Turnier am Samstag. Am Ende setzten sich die Freestyler aus Cottbus knapp mit 1:0 gegen "Borussia" von "Mensch Luckau" durch. Die Freestyler Cottbus sind ein Team, in dem sich zwei deutsche Jugendliche sowie vier junge Leute aus dem Tschad regelmäßig zusammenfinden. "Wir machen das etwa seit einem halben Jahr", sagte André Letzner. Über Whats app wird verabredet, dann reisen die Afrikaner aus Großrä schen, Teltow und Cottbus an. Schlussmann Iman Humai vom Team Borussia des Luckauer Vereins hatte alle Hände voll zu tun, seinen Kasten sauber zu halten. Der 24-jährige Iraner lebt seit sieben Monaten in Luckau und spricht schon gut Deutsch. "Ich habe viel auf Youtube gelernt", sagte der gelernte Tischler, der sich eine Zukunft in Deutschland erhofft und eine Ausbildung anstrebt.

Über den Sport hinaus engagiert sich der Verein "Mensch Luckau" im Projekt LDS integriert. "Dabei geht es in Zusammenarbeit mit dem Landkreis, Arbeitsamt und Jobcenter um die Vermittlung von Flüchtlingen in Arbeit, Praktikum, Ausbildung oder Qualifizierungsmaßnahmen", erläuterte Susanane Hahn. Vereinschefin Susanne Herms und Stephan Teske begleiteten am Samstag einige Flüchtlinge bei der Jobmesse in Königs Wusterhausen, um Kontakte zu Arbeitgebern aufzubauen. In Planung sei, im Haus der Theaterloge Luckau eine Möglichkeit zur zwanglosen Begegnung von Flüchtlingen und Einheimischen zu schaffen, nannte Susanne Hahn ein weiteres Vorhaben. Mit der Schließung des Mehrgenerationenhauses wird das Büro des Vereins demnächst umziehen. Das neue Domizil befindet sich in der gotischen Stube des Hauses von Lothar Treder-Schmidt in der Marktstraße 6, kündigten beide Vereinsmitglieder an.

Zum Thema:
Aktuell leben laut Einwohnermeldeamt in der Luckauer Gemeinschaftsunterkunft 167 Flüchtlinge und Asylbewerber (Stand 14. Februar). Der Verein "Mensch Luckau" hat jetzt auch ein Lager für Möbelspenden. "Diese können von allen Bedüftigen aus Luckau und Umgebung in Anspruch genommen werden, sie sind nicht allein für die Flüchtlinge", betont Susanne Hahn. Auch die Kleiderkammer werde zunehmend von Bedürftigen aus der Region genutzt. Spenden werden jederzeit entgegen genommen. Was aktuell benötigt wird, ist auf der Website des Vereins zu finden: www.mensch-luckau.de.Jeden zweiten Montag im Monat ist 18 Uhr offener Vereinsstammtisch in der Gaststätte Sonne.