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Deutscher Meister der Landwirtschaftsmechatroniker
Toni Eckardt macht Traktoren fit

Toni Eckardt aus Paserin ist Deutschlands bester Landmaschinenmechatroniker. Im kommenden Jahr tritt er zur Europameisterschaft an.
Toni Eckardt aus Paserin ist Deutschlands bester Landmaschinenmechatroniker. Im kommenden Jahr tritt er zur Europameisterschaft an. FOTO: Anja Brautschek / LR
Langengrassau. 21-Jähriger aus Paserin ist Deutschlands bester Landmaschinenmechatroniker. Von Anja Brautschek

Traktorfahren, das ist für Groß und Klein meist ein Riesen-Erlebnis. Mehr als 300 PS unter der Motorhaube und doch bewegt sich der Koloss einfach und präzise über Feld und Weg. Doch wenn Motor, Lenkung oder Elektronik einen Fehler haben, wird es für Toni Eckardt erst so richtig spannend. Der 21-Jährige ist Bau- und Landmaschinenmechatroniker bei den Technischen Werkstätten in Langengrassau. Sein Können stellte er bei dem Leistungswettbewerb des Berufsfeldes unter Beweis – und konnte sich dabei als bester Deutschlands profilieren.

„Ich hätte nie damit gerechnet, so weit zu kommen und dann auch noch zu gewinnen“, sagt der 21-Jährige und ist fast schon überrascht über seinen Erfolg. In Lüneburg musste er dafür gleich mehrere Aufgaben absolvieren. Innerhalb von 3,5 Stunden galt es für ihn, einen vorgegebenen Schaltplan nachzubauen. Zeit zum Ausruhen gab es danach nicht. An acht weiteren Stationen wurde das breit gefächerte Wissen der Landmaschinenmechatroniker abgefragt. Es mussten unter anderem Fehler erkannt, Lichtmaschinen untersucht oder Hydraulikpumpen eingestellt werden. „Die Prüfungen orientieren sich am Arbeitsgeschehen der Landmaschinenmechatroniker. Sie decken das gesamte Spektrum ab“, erklärt Roberto Kühne, Geschäftsführer der Technischen Werkstätten.

Für Toni Eckardt eine anspruchsvolle Aufgabe. Einige Wochen vorher bereitete er sich auf den Wettbewerb vor, ging mit Arbeitskollegen Fragen durch oder hat sich die Bücher aus der Ausbildungs-Zeit noch einmal vor genommen. Sein Erfolgsrezept: nicht unter Druck setzen. „Für mich war es schon großartig, dass ich mich überhaupt dafür qualifiziert haben. Klar will man natürlich auch gewinnen, aber ich habe den Wettbewerb auf mich zu kommen lassen“ erzählt er. Das Konzept ging auf. Zur Meisterschaft zeigt er gute Leistungen – er hätte jedoch in manchen Aufgaben noch mehr Punkte erzielen können, wie er selbst reflektiert. „Auf jeden Fall waren die Ansprüche eine enorme Steigerung zur Gesellenprüfung“, sagt er. Im Januar dieses Jahres schloss der Paseriner seine Ausbildung ab. Weil er schon in dieser Lernphase sehr erfolgreich war, konnte er seine Ausbildung bei einem Agrarbetrieb in Hohenseefeld um ein halbes Jahr verkürzen – und schloss dennoch als Landesbester ab. So qualifizierte er sich für den Bundeswettbewerb. „Dabei habe ich nie viel gelernt. Das liegt mir einfach“ erzählt er stolz. Mit dem Fachabitur lernte er das Aufgabenfeld bei den Technischen Werkstätten in Langengrassau kennen. Ab diesen Zeitpunkt stand fest. Das soll sein künftiger Beruf sein.

Besonders die Vielseitigkeit des Berufes reizt ihn so. Kein Tag sei wie der andere, immer stehe er vor neuen Herausforderungen. Und das weckte Toni Eckardts Ehrgeiz. Eine Fehlerdiagnose gleiche dabei manchmal dem Suchen der Nadel im Heuhaufen. Denn Traktoren und Erntegeräte stecken heutzutage voller Technik. Elektrische Kenntnisse werden in dem Beruf des Bau- und Landmaschinenmechatronikers immer wichtiger. Mit Laptop und Handy ausgerüstet, können Updates sogar direkt auf dem Feld durchgeführt werden. Das spart gerade in der Erntesaison viel Zeit und Geld.

Für den 21-Jährigen Grund genug, sich auch weiterhin intensiv mit der Thematik auseinanderzusetzen. Mit dem Sieg beim Bundeswettbewerb steht ihm nun auch die Tür zum Meistertitel weit offen. Finanziell kann er durch ein Stipendium gefördert werden. „Das möchte ich auf jeden Fall machen. Denn es ist eine tolle Chance für mich.“ Auch die Europameisterschaft der Landmaschinenmechatroniker steht im kommenden Jahr an. Dann geht es nach Budapest, um gegen die besten Tüftler aus ganz Europa anzutreten.

Zuvor will er sich weiter qualifizieren. Vor allem das Feld der Lenktechnik findet der 21-Jährige spannend und will seine Fachkenntnisse darin weiter ausbauen. „Für mich sind das wichtige Erfahrungswerte. Ich möchte in meinem Beruf nicht stehen bleiben“, erklärt er.