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| 01:36 Uhr

TKS übernimmt Majoransheide

Gut besucht ist die Tennishalle im Sportkomplex an der Majoransheide vor allem an Dienstag- und Donnerstagabenden. Seit gestern ist die TKS Betreiber des Objekts.
Gut besucht ist die Tennishalle im Sportkomplex an der Majoransheide vor allem an Dienstag- und Donnerstagabenden. Seit gestern ist die TKS Betreiber des Objekts. FOTO: Roland Hottas
Die Tourismus, Kultur und Stadtmarketing GmbH Lübben (TKS) ist seit gestern neuer Betreiber der Sport- und Freizeitanlage Majoransheide. Voraussetzung dafür war der Erwerb des Erbbaurechts am Grundstück. Von Dörte Hellwig

Partner des Notarvertrages sind laut Rathaus-Sprecherin Hannelore Tarnow die TKS, die Liquidatoren des Lübbener Sportclubs 05, dem einstigen Erbbauberechtigten, sowie die Stadt Lübben. Sie habe als Grundstückseigentümer zuvor dem Verkauf zugestimmt.
Bereits im November, erinnert Hannelore Tarnow, habe die Stadtverordnetenversammlung die dafür notwendigen Entscheidungen gefällt. Beschlossen worden sei zudem die Übernahme einer Ausfallbürgschaft für den Kredit, mit dessen Hilfe der Erwerb der Anlage und des Erbbaurechts sowie die Investitionen in die Komplettierung des Objekts durch die TKS finanziert werden soll. „Die Unterzeichnung des Notarvertrages war Voraussetzung für die Betreibung der Sport- und Freizeitanlage durch die TKS und damit für den Erhalt der Einrichtung“ , so die Rathaus-Sprecherin.
„Wir haben seit dem 18. Februar das Objekt übernommen“ , sagt TKS-Geschäftsführer Jürgen Höhn. „Ab diesem Tag sind wir Ansprechpartner für alles, was die Halle betrifft und haben auch ab diesem Tag einen Hausmeister dort.“ Dieser sei neu eingestellt worden. Denn damit die TKS ihre neue Aufgabe wahrnehmen kann, habe ihr Aufsichtsrat entschieden, dass für den Betrieb des Komplexes an der Majoransheide, „eine Unterabteilung aufgebaut wird, auch personalseitig“ , so Jürgen Höhn. Neben dem Hausmeister werde es eine Arbeitskraft geben müssen, die sich um die intensive Vermarktung bemüht. Aus dem zweiten Arbeitsmarkt sollen Mitarbeiter für Pflege und Reinigung kommen.
Die erste Aufgabe werde der Kassensturz sein. „Wir müssen zuerst Bestandsaufnahme machen, alles inventarisieren“ , sagt Höhn. Unvorbereitet gehe er mit seinem Team das neue Aufgabenfeld jedoch nicht an, da es sich seit längerem abgezeichnet habe. „Wir stricken bereits an einem Konzept.“
Die TKS sei daran interessiert, dass sich in die Entwicklung der Vorstellungen für die Zukunft des Areals die Sportler einbringen. „Sie sind die Fachleute“ , so Jürgen Höhn. Es habe bereits Kontakte zu den Lübbener Sportlern ebenso wie beispielsweise zum Tennisbund des Landes gegeben. „Denn wir müssen mit Sportveranstaltungen wie Tennis-turnieren Leben in das Objekt bekommen.“
Als zweites Ziel nennt der TKS-Chef die Fertigstellung der Anlage, in der neben Tennis derzeit Badminton gespielt werden kann. So sollen die im Rohbau fertigen Kegel- und Squash-Hallen fertiggestellt werden. Investitionen seien zudem für die Außenanlagen vorgesehen.
„Wir müssen dort viele Veranstaltungen organisieren, sportliche wie kulturelle, und dabei den benachbarten Festplatz einbeziehen - auch, um die Majoransheide bekannt zu machen“ , sagt Jürgen Höhn. Deshalb ruft er Vereine und andere Interessenten auf, die die Halle oder die Außenanlagen an der Majoransheide nutzen wollen, sich mit der TKS in Verbindung zu setzen. Mit dem Freizeit- und Sportverein Lübben „werden wir eng zusammenarbeiten“ , sagt Höhn. „Er hat dankenswerterweise den Übergangsbetrieb organisiert und das ehrenamtlich“ , erkennt der TKS-Geschäftsführer an. Der Verein strebe nun einen Nutzungsvertrag mit dem neuen Betreiber an.
FSV-Chef Uwe Rechenberger begründet das Interesse des Vereins an solch einem Vertrag damit, „dass wir uns natürlich einbringen wollen. Wir wollen sagen können: Wir sind hier zu Hause - aber mit der TKS als Betreiber.“ Denn ein gemeinnütziger Verein, dessen Mitglieder ehrenamtlich tätig sind, „ist mit der kompletten Bewirtschaftung solch einer Anlage personell und finanziell überfordert“ , sagt Rechenberger. Wie das Sich-Einbringen konkret aussehen wird, „ist natürlich Verhandlungs-“ „
sache und eine Entscheidung, die der Mitgliederversammlung obliegt.“ Er sehe nun „wieder optimistisch in die Zukunft“ . Mit dem Einbau der Kegelanlage „könnten wir wieder die Jugendarbeit aufbauen“ . Mangels einer Spielmöglichkeit in Lübben - die alte Kegelhalle am Hain ist von der Stadt an Privat verkauft und abgerissen worden - habe es diese nicht mehr gegeben.
Was den touristischen Aspekt betrifft, „ist der Lübbener Tourismusverein unser Partner“ , verweist Jürgen Höhn darauf, dass sich dessen Mitglieder bereits während eines Rundgangs über die Möglichkeiten, die die Anlage bietet, informierten. „Wir werden die Majoransheide als Anlaufpunkt für sportlich interessierte Gäste in unsere Angebote für Touristen eingliedern“ , so Höhn.

Info zum Thema Mit Vorhaben überschuldet
 Der Lübbener Sportclub 05, den Tennisspieler und Kegler gemeinsam gegründet hatten, plante und baute die Sport- und Freizeitanlage Majoransheide mit Fördermitteln. Die Halle wurde Ende 2005 eröffnet, die Außenspielplätze für Tennis waren bereits ein Jahr vorher fertiggestellt worden. Der Bau geriet wesentlich teurer, als geplant. Der Club befindet sich in Liquidation. Um den Betrieb der Halle aufrecht zu erhalten, gründete sich im vergangenen Jahr der Freizeit- und Sportverein Lübben.