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| 14:38 Uhr

Tierquäler lässt Schafe verdursten

Kasel-Golzig. Fünf Schafe haben Amt und Tierheim-Mitarbeiter in Kasel-Golzig vor dem Hungertod gerettet – für zwei Tiere aber kam jede Hilfe zu spät. Der Halter, der seine Schafe völlig auszehren ließ, muss nun mit einer Strafe rechnen. dsf

Zwei seiner insgesamt sieben Schafe hat ein Tierhalter aus Kasel-Golzig (Dahme-Spreewald) qualvoll verdursten lassen. Auch die fünf übrigen Tiere sind völlig abgemagert und mussten vom Amt und Mitarbeitern eines Tierheims aus dem nahen Langengrassau gerettet werden.

Eine Nachbarin des Halters hatte das Amt verständigt. Ihr waren die verwahrlosten Tiere bereits mehrfach aufgefallen.

Wie Susanne Viol vom Tierheim berichtet, habe der Halter keine Anstalten gemacht, mit den Amts- oder Tierheimmitarbeitern zu sprechen. "Machen Sie mit denen, was sie wollen", habe er durch die verschlossene Haustür gerufen, als die Tierretter die Schafe in der vergangenen Woche auf einen Transporter geladen haben. Laut Susanne Viol lebt auch ein Hund auf dem Grundstück des Tierquälers. Der sei gut genährt gewesen, sagt sie. Immer wieder habe sie Fälle erlebt, bei denen Halter ihre Tiere nahezu verhungern oder verdursten lassen. Bei Nutztieren wie Schafen aber sei das ihrer Erfahrung nach eher selten.

Eine Untersuchung eines der toten Schafe im Landeslabor in Frankfurt/Oder bestätigt den Tod des Tiers aufgrund des Nahrungsmangels. Das Amt für Verbraucherschutz und Landwirtschaft in Dahme-Spreewald wird nun eine Strafanzeige gegen den Mann stellen, Tiere darf er fortan nicht mehr halten oder betreuen, wie Kreissprecherin Heidrun Schaaf mitteilt.

Im Langengrassauer Tierheim sollen die fünf überlebenden Tiere - darunter vermutlich die Jungtiere der verstorbenen Schafe - nun vorsichtig aufgepeppelt und dann an neue Halter vermittelt werden. Susanne Viol ist zuversichtlich - in ländlichen Gegenden gebe es durchaus ein großes Interesse an diesen Tieren auch bei Privatleuten.