ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:39 Uhr

Brandenburger Landpartie
Ein zeitweiliges Zuhause für Tiere in Not

Ein Kaninchen-Freigehege wurde beim Jubiläum eröffnet. Susann Viol (l.) weihte es gemeinsam mit der Jugendgruppe des Vereins ein.
Ein Kaninchen-Freigehege wurde beim Jubiläum eröffnet. Susann Viol (l.) weihte es gemeinsam mit der Jugendgruppe des Vereins ein. FOTO: Birgit Keilbach
Langengrassau. Tierheim Druschke feiert 25-jähriges Bestehen. Von Birgit Keilbach

Viele Gratulanten kamen gestern zur Landpartie ins Tierheim von Langengrassau.: Leiter von Ordnungsämtern, Mitglieder von Tierschutzvereinen der Region, viele Tierfreunde aus der Umgebung. Denn die Einrichtung feierte ein Jubiläum.

Vor 25 Jahren begannen Helga Druschke und ihr Mann Gerhard mit dem Aufbau des Tierheims. Den Tipp bekamen sie von ihrem Tierarzt, Dr. Holger von der Krone aus Cottbus. „Macht doch Euer Hobby zum Beruf, sagte er uns damals“, erzählt die Langengrassauerin. Gerhard Druschke war schon zu DDR-Zeiten im Hundesportverein, brachte von seinen Fahrten als Tiertransporter immer wieder Hunde mit. „Wir haben sie aufgepäppelt und als Blindenhunde oder Spürhunde ausgebildet.“

Das Tierheim starteten sie mit drei Hunden. „Damals noch in der Wohnung, denn der Stall war noch nicht fertig umgebaut“, erzählt Helga Druschke. Die ehemalige Garage wurde zum Ladengeschäft. 1993 schlossen sie als Tierheim den ersten Vertrag mit dem Landkreis Dahme-Spreewald ab. Im Jahr darauf begann der Truppenabzug der russischen Soldaten. Ihre Tiere durften sie nicht mitnehmen. „Wir holten die Hunde und Katzen in Wünsdorf und an anderen Standorten ab, in Zusammenarbeit mit dem Veterinäramt des Landkreises Teltow-Fläming.“ An viele zu Herzen gehende Abschiedsszenen erinnert sich Helga Druschke noch heute.

Doch es gab auch ganz andere Fälle. Tiere in großer Not waren immer wieder zu retten. So begann 1994 auch das Engagement von Helga Druschke im Tierschutz. Der Verein wurde im April gegründet und zählte damals 15 Mitglieder. „So viele sind es auch heute“, sagt Susann Viol, die den Vorsitz vor einigen Jahren übernahm. Das Tierheim habe Verträge mit den Ordnungsämtern vieler Kommunen zur Aufnahme von Fundtieren und mit den Veterinärämtern der umliegenden Landkreise. Diese werden eingeschaltet, wenn es um unsachgemäße Haltung oder Gewalt gegenüber Tieren geht. Oder auch um Vorsorge, wie im Vorfeld des Elbe-Hochwassers von Mühlberg, als viele davon bedrohte Tiere ein zeitweiliges Zuhause in Langengrassau fanden.

Weil die Zahl der aufzunehmenden Tiere stetig wuchs, kauften die Betreiber 2002 das Nachbargrundstück mit Stall. An besonders schlimme Fälle erinnert sich Helga Druschke. Zum Beispiel eine Schafherde beim Lammen im eiskalten Februar, wo Tiere angefroren waren. Oder eine Hängebauchschweine-Haltung, die aus dem Ruder gelaufen war. „Plötzlich hatten wir 55 Sauen und Ferkel im Stall.“ Fünf Rhesusaffen aus einer privaten Haltung waren gleichfalls Gäste auf Zeit. Einer von ihnen bekommt im Tierheim sein Gnadenbrot, etliche Hunde und zwei Ponys gleichfalls.

Um die Zukunft des Tierheims ist Familie Druschke nicht bange. Tochter Susann und ihr Mann Michael sind inzwischen eingestiegen. Auch die Enkelkinder Emely, Lisa und Bruno ziehen mit. Sie bilden den Kern der Jugendgruppe des Tierschutzvereins. Estelle Buchheim aus Luckau zählt gleichfalls dazu. „Ich will dass es den Tieren gut geht und sich jemand um sie kümmert, wenn sie keiner haben will“, sagt die 15-Jährige.