Zwölf Chöre verschiedener Kategorien stellten sich den strengen Wertungskriterien der Juroren im Klostersaal der Luckauer Kulturkirche, in der Aula des Gymnasiums sowie in der Nikolaikirche. Sieben Ensembles nutzten die Chance des größten landesweiten Vergleichs, sich mit ihren Gesangsleistungen für den deutschlandweiten Wettbewerb zu qualifizieren.

Gezielt darauf vorbereitet hatte sich auch der Luckauer Kammerchor Cantemus. Er trat zum zweiten Mal beim Landeswettbewerb an. "Wir haben ein halbes Jahr lang intensiv dafür geübt und außerdem ein Wochenende für ein Chorlager genutzt", sagte Sängerin Dörthe Ziemer. Ein Pflichtstück zählte ebenso zu den Herausforderungen, wie die musikalische Vielfalt der dargebotenen Chorstücke. "Wir singen ohne Noten und müssen uns innerhalb kurzer Zeit auf den nächsten Titel einstellen", nannte der musikalische Leiter, Peter Lippold weitere Punkte der Vorbereitung.

Während die Sängerinnen und Sänger ihre Stücke zu Gehör brachten, lauschten und schauten unter den zahlreichen Zuhörern in den Konzertsälen die jeweiligen Jurymitglieder ganz genau hin. "Wir bewerten den Gesamteindruck, den Stil und die Intonation", erläuterte Robert Grunert aus Erfurt. Zudem werde auf den Rhythmus, die Aussprache "und ob die Vokalfarben der Stimmen gut aufeinander abgestimmt sind", ergänzte die Berliner Musikexpertin Prof. Friederike Stahmer. Das Pflichtstück für die Bewerber um den bundesweiten Wettstreit soll eine Vergleichbarkeit der Leistungen ermöglichen, fügte sie an.

Das landesweite Chortreffen bot sowohl den teilnehmenden Sängerinnen und Sängern als auch Musikfreunden aus der Umgebung die seltene Möglichkeit, einen Tag lang die große Vielfalt des Chorgesangs zu erleben. So spiegelten die Programme verschiedene Musikepochen, wie die Romantik, und Renaissance wider. Nationale und internationale Folkloretitel waren ebenso zu hören wie Jazz- und Poprhythmen. Günter Wolff, der den Golßener Männerchor leitet, nutzte die Gelegenheit ausgiebig, "um Anregungen für die eigene Arbeit mitzunehmen". Er könne sich die Anspannung der Sängerinnen und Sänger gut vorstellen, erklärte er. "Doch es fiel wohl allen Zuschauern schwer, nach einzelnen Liedern nicht zu klatschen", beschrieb er das Leistungsniveau. Die Luckauerin Barbara Kitzing war vom Programm des einheimischen Chores begeistert: "Die Abwechslung war toll, da war auch Feuer drin und man konnte die Freude am Singen in den Gesichtern ablesen."

In der Auswertung des Wettbewerbs erreichte der Luckauer Kammerchor das Prädikat "mit gutem Erfolg teilgenommen". Damit hat es diesmal nicht für die Fahrkarte zum Bundeswettbewerb gereicht. Enttäuscht seien sie nicht, erklärte Peter Lippold dazu, "denn uns hat nur ein Punkt für das ‚sehr gut‘ gefehlt. Wir sind ja angetreten, weil wir eine Bewertung haben wollten, um zu sehen, wo wir mit unseren Leistungen stehen", resümierte der Chorleiter.

Luckaus Bürgermeister Gerald Lehmann würdigte den Landes chorwettbewerb als ein Ereignis, "das den Tag in Luckau kulturell sehr bereichert hat." Die Generalsekretärin des Landesmusikrates Konstanze Sander dankte allen Akteuren in der Stadtverwaltung, am Gymnasium und in der Nikolaikirche für "die sehr gute Organisation und den reibungslosen Ablauf des Wettbewerbes".

Zum Thema:
Das Prädikat "Mit hervorragendem Erfolg" und die Qualifikation für den Bundeswettbewerb errang in der Kategorie Vokalensembles das Potsdamer Ensemble "Acapense" unter Leitung von Tobias Scheetz. In der Kategorie "Populäre Chormusik" bescheinigte die Jury dem Cottbuser Chor "PopKon" das Prädikat "Mit sehr gutem Erfolg". Die Cottbuser sind damit für den Bundeswettbewerb qualifiziert und erhielten zudem einen Sonderpreis des Landesmusikrates.