| 02:46 Uhr

TAZV sieht sich langfristig auf gutem Wege

Luckau. 1,1 Millionen Euro zu Unrecht kassierter Beiträge sind im vorigen Jahr an Grundstückseigentümer zurückgezahlt worden. Das sagte Stefan Ladewig, stellvertretende Verbandsvorsteher, während der jüngsten Verbandsversammlung des Trink- und Abwasserzweckverbandes (TAZV) Luckau. asd1

Weitere 1,4 Millionen Euro werden in diesem Jahr folgen. Bis Ende Juni sollen alle offenen Verfahren abgearbeitet sein. Der TAZV plant dafür mit drei Millionen Euro; zwei Millionen Euro sollen als Kredit aufgenommen werden.

Wer unter das Altanschließer-Urteil des Bundesverfassungsgerichts fällt ist, erhält seine Beiträge zurück. Das sind Ende des Jahres rund 300 Kunden. Sie bekommen dann eine höhere Mengengebühr. Wer nicht geklagt oder Widerspruch eingelegt hat, geht leer aus. Diese Grundstückseigentümer bekommen ihr Geld nicht zurück, weil ihre Bescheide bestandskräftig sind, wie Frank Pätzig (parteilos) erklärt. Der Amtsdirektor des Amts Dahme fühlt sich nicht wohl dabei: "Ich habe ein mulmiges Gefühl. Die Bürger haben uns doch damals vertraut, als sie ihren Bescheid erhalten hatten, und deshalb keinen Widerspruch eingelegt." Auch Dahmetals Bürgermeister Manfred Hartfelder (CDU) hat Zweifel an der Richtigkeit des Vorgehens: "Das Gericht hat doch ein Datum gesetzt, bis zu dem die Beiträge unrechtmäßig gezahlt wurden. Wir können doch nicht alles in Frage stellen." Heideblicks Bürgermeister Frank Deutschmann (parteilos) nimmt die Landesregierung in die Pflicht: "Das Land hat uns die Schuldensituation eingebrockt. Unser Verband war 2015 saniert." 17 Millionen Euro wären nötig gewesen, um allen Eigentümern ihre Beiträge zu erstatten. Das haben Finanzexperten des Schuldenmanagementfonds als kritisch für den TAZV in ihrem Sanierungsbericht beschrieben.

Dabei ist der Verband insgesamt auf gutem Weg, nachdem er jahrelang am Schuldentropf hing. "Der TAZV ist langfristig existenz- und entwicklungsfähig", informiert der Vize-Verbandschef. "Er ist erfolgreich saniert und stabilisiert. Wir können Investitionen umsetzen und Darlehen aufnehmen. Für Investitionen sind Fördermittel nötig." Die gute Entwicklung wird auch im Wirtschaftsplan für dieses Jahr deutlich, den die Verbandsversammlung mehrheitlich beschlossen hat. Die Umsätze steigen, es wird keine Verbandsumlage von den Kommunen erhoben. Zudem ist der Schuldenstand "massiv gesunken, seitdem die Dahme-Nuthe Wasser-, Abwasserbetriebsgesellschaft mbH unser Betriebsführer ist", wie Frank Pätzig sagt. "Wir können optimistisch nach vorn blicken, haben jetzt Transparenz in unseren Büchern, müssen aber weiter konzentriert bleiben", sagt Luckaus Bürgermeister Gerald Lehmann (parteilos). Golßens Bürgermeister Hartmut Laubisch (SPD) setzt nach: "23 Millionen Euro Verbindlichkeiten und 80 Millionen Anlagevermögen - da würden viele Unternehmen sagen: mir geht's gut." Auch Lothar Thor aus Crinitz würdigt das gute Ergebnis: "Da steckt viel Arbeit drin. Wir haben uns von einem lebensunfähigen zu einem lebensfähigem Verband entwickelt." Versorgung mit Trinkwasser und Entsorgung von Schmutzwasser sind stabil wie Stefan Ladewig sagt.

Zum Thema:
Die Kreditschulden des TAZV sollen auf 23 Millionen Euro gesenkt werden; 2008 waren es 36 Millionen Euro. Den Schulden gegenüber steht Anlagevermögen in Höhe von 80 Millionen Euro. Der TAZV wird in diesem Jahr 1,2 Millionen Euro in die Sanierung der Trinkwasserleitungsnetze und die Stabilisierung der Wasserwerke investieren. 3,8 Millionen Euro sind für Investitionen im Abwasserbereich vorgesehen. Am 19. Mai ist ein Tag der offenen Tür im Wasserwerk in Dahme geplant.