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| 17:00 Uhr

Ab 2020 neue Berechnung
Abwasser-Grundgebühr wird ab 2020 für jede Wohnung fällig

Ab 2020 wird beim Luckauer Verband (TAZV) die Abwasser-Grundgebühr von Zählern auf Wohneinheiten umgestellt. Das soll für mehr Gerechtigkeit sorgen. Doch der Teufel steckt im Detail.

Die Grundgebühr für den Trink- und Abwasseranschluss soll beim Luckauer Verband (TAZV) ab 2020 von Zählern auf Wohneinheiten umgestellt werden. Bei einer öffentlichen Sitzung des Verbandsausschusses (des vormaligen Vorstandes) am Mittwochabend in der Kulturkirche hat das beauftragte Beratungsunternehmen civity die praktischen Auswirkungen vorgestellt.

Mit der Umstellung folgt der Verband dem Druck aus den Kommunen, für mehr Gerechtigkeit zu sorgen. Bewohner von Einfamilienhäusern, die 80 Prozent der Verbandskunden ausmachen, werden entlastet, während Mehrfamilienhäuser stärker belastet werden.

Luckauer Verband beschließt Gebührenumstellung

Die Grundgebühr ist ein fixer Betrag für die Bereitstellung von Trink- und Abwasserleistungen, unabhängig vom Verbrauch. Bisher schlagen fürs Trinkwasser 11,86 Euro und fürs Abwasser 20 Euro monatlich zubuche. Bei einer Bemessung pro Zähler bezahlt die Seniorin, die allein in einem Haus lebt, knapp 400 Euro im Jahr – dasselbe wie ein ganzer Wohnblock. Dagegen hatte sich Widerstand geregt.

Insgesamt wird die Gebührenumstellung nicht mehr Geld in die Verbandskasse spülen. Mehreinnahmen aus der Grundgebühr führen zu sinkenden Verbrauchsgebühren für alle Kunden, darauf verwies Verbandsvorsteher Stefan Ladewig.

Teufel bei Abwasser-Grundgebühr des TAZV-Luckau steckt im Detail

Der Teufel steckt im Kleingedruckten, weshalb nicht alle Mitgliedskommunen die Lösung favorisieren. Um Unterspreewald ist man skeptisch, wie Schönwalds Bürgermeister Roland Gefreiter erklärte.

Diskussionsbedarf gab es zum Paragraphen 3 im Entwurf der geänderten Satzung. Er legt fest, was eine Wohneinheit ist. Demnach zählt dazu alles, was eine Kochstelle hat, mit Bad oder Dusche sowie Toilette ausgestattet und damit eigenständig nutzbar ist. Dazu gehören auch Ferienwohnungen. Leerstand müsse ebenfalls bezahlt werden, so Stephan Ladewig.

Kritiker führten an, dass es in nahezu allen Bauernhäusern Einliegerwohnungen gibt, in denen der betagte Vater, die betagte Mutter alleine leben.

„Niemand nimmt doch von seinen Eltern Miete und muss dann trotzdem für die Wohnung bezahlen“, hieß es. Gerechter wäre eine Grundgebühr erst ab der dritten Wohnung, so der Vorschlag. Bemängelt wurde außerdem die Berechnung für Wochenendhäuser, die wenige Monate im Jahr bewohnt seien.

TAZV-Luckau: Abwasser-Gebühr bei Gewerbebetrieben

Künftig weiter nach Zählern abgerechnet werden Gewerbebetriebe. Um sie mit Wohnungen vergleichbar zu machen, wird eine Äquivalenzziffer eingeführt. Im Luckauer Altverband zahlt das Gewerbe das 2,4-Fache im Vergleich zur Wohnung, im Gebiet Crinitz das 1,3-Fache.

Weiterer Knackpunkt sind Mischnutzungen. Dazu zählen Wohnhäuser, in denen sich im Erdgeschoss Gewerberäume befinden. Bisher wird für das gesamte Gebäude ein Zähler berechnet. Künftig zahlt bei einem Verhältnis 1 zu 1 das Gewerbe nach Zähler, die Wohnung nach Wohneinheit.  Bei Häusern mit mehreren Wohnungen und Gewerbe werden alle Nutzer, auch das Gewerbe, nach Wohneinheiten berechnet.

Zustimmung für neue Abwasser-Grundgebühr des TAZV-Luckau

Luckaus Bürgermeister Gerald Lehmann sah Probleme vor allem für Geringverdiener knapp über der Bemessungsgrenze, deren Mieten in den Blöcken wohl steigen werden. Dennoch warb er dafür, dem Satzungsentwurf bei der Verbandsversammlung im Mai zuzustimmen.

Die Zustimmung ist Voraussetzung, um das Verfahren für die Umstellung bis Jahresende abzuschließen.  Ab August sollen die Verbandskunden Info-Post und Erhebungsbögen zugesandt bekommen, die die Hausbesitzer ausfüllen müssen. Flunkern beim Wohnungsbestand ist dabei nicht ratsam. Wer erwischt wird, muss nachzahlen.

Ab September beginnt die Kalkulation für Gebühren und Beiträge des kommenden Jahres. Erst dann weiß jeder, was für ihn die Grundgebührenänderung in Euro und Cent bedeutet. Heideblicks Bürgermeister Frank Deutschmann hatte sicherlich recht, als er sagte: „Wie bei jeder Umstellung wird es Gewinner und Verlierer geben.“