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TAZV-Grundgebühr: Dahmer Stadtparlament macht Druck

Dahme. Die monatlichen festen Grundgebühren, die Kunden des Luckauer Trink- und Abwasserzweckverbandes (TAZV) neben den Verbrauchsgebühren zahlen, haben die Dahmer Stadtverordneten bei ihrer Sitzung am Donnerstagabend beschäftigt. Fürs Trinkwasser schlagen 11,86 Euro, fürs Abwasser 20 Euro monatlich zu Buche. Carmen Berg

Sie werden pro Hauszähler erhoben, wogegen sich in den Mitgliedsgemeinden Widerstand regt. So zahlt ein Kunde, der allein ein Einfamilienhaus bewohnt, rund 380 Euro im Jahr. Für einen ganzen Block mit mehreren Mietparteien fallen dieselben Kosten an.

Bei einer Arbeitsberatung des Verbandes im Mai ging es neben der Erhebung nach Zählern um die Bemessung nach Wohneinheiten oder auch nach Einwohnergleichwerten als mögliche Varianten. Es fehlte jedoch der qualifizierte Vergleich, kritisiert die Fraktion Landleben. Fraktionsvorsitzender Hans-Georg Nerlich sagte, es entstehe der Eindruck, dass der Verband sich nach wie vor an der einfachsten Variante, der Berechnung nach Zählern, orientiere. Die Stadtverordneten folgten zwei Anträgen der Fraktion, wonach der Amtsdirektor beauftragt wird, einen qualifizierten Variantenvergleich einzufordern.

Amtsdirektor Frank Pätzig (parteilos) sah den Antrag als überholt an. Der TAZV hat inzwischen angekündigt, eine Arbeitsgruppe zum Thema Grundgebühr, die 2013 eingerichtet wurde, wieder zu aktivieren. Ziel sei die Ausarbeitung eines verfeinerten Maßstabes unter Berücksichtigung von Wirtschaftlichkeit und Rechtssituation. Die Ergebnisse sollen 2019 zum Tragen kommen.

Für Hans-Georg Nerlich war die Arbeitsgruppe kein Grund, den eigenen Antrag zurückzunehmen. "Der TAZV bohrt das dünnste Brett, er macht nur das, was er unbedingt zu machen hat", gab er seinen Eindruck wieder. Die Stadtverordneten aber stünden bei den Bürgern in der Pflicht. Deshalb sei es nötig, Druck zu machen, erklärte er. Bürgermeister Thomas Willweber (Freie Wähler) teilte diese Ansicht. "Ich unterstützte die Anträge der Fraktion, denn es kann nicht schaden, beim TAZV Bewegung reinzubringen", sagte er.

Die Kommunen sind vom TAZV gebeten, Vertreter für die Arbeitsgruppe zu benennen. Hans-Georg Nerlich erklärte sich zur Mitarbeit bereit. Ein schwieriger Weg wird es allemal. "Es wird nie eine für alle gleichermaßen gerechte Lösung geben", ist Frank Pätzig überzeugt.