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| 13:23 Uhr

Luckauer Türmerfest
Tanz unterm Turm bis in die Nacht

Auch die Annemarie-Polka fehlte beim Luckauer Türmerfest nicht. Nach der Lasershow reichte die Tanzfläche am Hausmannsturm kaum aus, um allen  Tanzfreudigen genug Platz zu bieten.
Auch die Annemarie-Polka fehlte beim Luckauer Türmerfest nicht. Nach der Lasershow reichte die Tanzfläche am Hausmannsturm kaum aus, um allen Tanzfreudigen genug Platz zu bieten. FOTO: Birgit Keilbach
Luckau. Stimmungsvolle Programme auf zwei Bühnen boten in Luckau Unterhaltung für viele Geschmäcker.

Partystimmung herrschte von Freitagabend bis Sonntag in Luckaus Innenstadt. Die zahlreichen Festbesucher aus nah und fern ließen sich von den stimmungsvollen Programmen mitreißen und tanzten bis in die Nacht vor den Bühnen.

Schon zum Auftakt am Samstagnachmittag hatten sich viele Besucher im großen Zelt auf dem Markt eingefunden, wo Bürgermeister Gerald Lehmann (parteilos) die siebte Auflage des Türmerfestes eröffnete. Er wünschte den Luckauern und ihren Gästen „ein tolles Türmerfest-Wochenende mit vielen schönen Erlebnissen.“ Dieses könne vor allem dank der Unterstützung durch viele Sponsoren aus der heimischen Wirtschaft gefeiert werden, betonte der Verwaltungschef. Er dankte den Organisatoren, Veranstaltern und insbesondere den Anwohnern im Stadtzentrum für ihr Verständnis, dass sie „drei Tage Trubel vor ihrer Haustür auf sich nehmen.“

Weithin hörbar hallten danach die Salven des Salutschießens der Luckauer Schützengilde durch die Stadt, traditioneller Auftakt seit dem ersten Türmerfest. Danach brachte die Schülerband „KlangArt“ der Niederlausitzer Musik- und Kunstschule gemeinsam mit dem Chor des Luckauer Bohnstedt-Gymnasiums ein niveauvolles musikalisches Programm zu Gehör, das vom Publikum mit reichlich Beifall honoriert wurde.

Stimmungsvolle musikalische Grüße aus Luckaus polnischer Partnerstadt Slawa überbrachte die Musikgruppe „Slawianie“ unter Leitung von Henryk Cyran, zugleich künstlerischer Leiter des städtischen Kulturhauses. Während es sich dazu gut singen und schunkeln ließ, konnten sich die Festbesucher eine Spezialität der Partnerstadt Merzig schmecken lassen. Die Gäste aus dieser Partnerstadt schenkten an einem Stand ihren Apfelwein „Viez“ aus und verbanden dies mit einem guten Zweck. Der Erlös aus dem Verkauf kommt der Luckauer Kinder- und Jugendfeuerwehr zu Gute.

Im gemütlichen Sommergarten am Mönchhof füllten sich die Zuschauerbänke anfangs zögerlich, um dem Udo-Lindenberg-Double zu lauschen und die Orientalischen Tänze der Cottbuser Gruppe Satya zu erleben. Das dritte Historienspektakel der Luckauer Theaterloge lockte dann aber deutlich mehr Gäste an. Diesmal gaben die Akteure in kurzen Szenen einen Einblick in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Trunkene Soldaten kippten eine Kerze um, so könnte der verheerende Luckauer Stadtbrand 1644 ausgelöst worden sein. Zum Abschluss feierte das Theatervölkchen mit Gauklerstück und Tanz ein Fest, denn 1648 war endlich der Westfälische Frieden geschlossen. Horst Harseim gefiel das Historienstück. „Es ist ja nicht so einfach, den Stoff so unterhaltsam darzubieten“, sagte der Finsterwalder. Er sei gezielt zum Türmerfest gefahren, um das Udo Lindenberg- und das Beatrice Egli-Double zu erleben, ergänzte er.

Auf dem Weg zwischen den Bühnen hatte Bildhauer Wolfgang Stübner seine rollende Schnitzwerkstatt aufgebaut. Bis zum Baikalsee war er damit schon unterwegs, erkennbar an den Bildern auf dem Werkstatt-Wohnmobil. Adrian Krüger nutzte die Gelegenheit und bearbeitete mit dem Messer geschickt einen Holz-Delphin. „Ich schnitze auch zu Hause, meistens Speere aus Ästen“, erzählte der Elfjährige. „Es ist eine schöne Beschäftigung mit der Natur für die Kinder“, sagte Mutter Stefanie, die mit Bruder Felix und Oma Eveline Walter  zuschaute.

Etwas andere Blasmusik-Töne waren indes im Zelt auf dem Markt zu vernehmen. Die Guggenmusiker aus Neußen brachten das Publikum in Stimmung und dazwischen heizten die Trommler von Afro-Alliance ordentlich ein. „Die Guggenmusik ist schön rhythmisch, wir haben viel mitgeklatscht und geschunkelt“, sagte Reiner Wenske aus Waldow. „Die afrikanischen Trommler waren richtig toll, so etwas sieht man nicht alle Tage“, schwärmte seine Begleiterin Andrea Lehmann.

Das Programm gefiel auch der Diakonie-Behindertengruppe von Jutta Lattemann aus Grevesmühlen. „Wir machen Urlaub in Lübben und haben nach einem Event gesucht, das nicht viel kostet, aber Spaß macht. Und das ist hier super gelungen“, schätzte sie ein.

Eines fehlte allerdings in diesem Jahr auf dem Türmerfest – das Abseilen vom Hausmannsturm. „Das war für uns immer die Attraktion auf dem Türmerfest, deshalb sind wir als Familie jedes Jahr hier“, sagte Jens-Peter Hücker aus Berlin. Die Stadt sei sehr schön und auch das Festprogramm biete für jeden Geschmack etwas. „Aber wir wollten uns auch dieses Jahr wieder vom Turm abseilen, so etwas gibt es nicht überall“, bedauerte der Berliner. Er war nicht der Einzige, der diese Attraktion vermisste. Viele Festbesucher hätten auch bei ihr nachgefragt, sagte Moderatorin Jutta Dzielak. „Das Abseilen musste kurzfristig aus organisatorischen Gründen ausfallen“, erklärte Carola Lamprecht vom Veranstaltungs- und Stadtmarketing der Laga GmbH auf Nachfrage.

Ein weiteres Kapitel Luckauer Historie schlugen die Akteure der Luckauer Theaterloge am Samstag im Sommergarten auf dem Mönchhof auf. Die Zeit des dreißigjährigen Krieges und der Stadtbrand von Luckau 1644 waren die Themen.
Ein weiteres Kapitel Luckauer Historie schlugen die Akteure der Luckauer Theaterloge am Samstag im Sommergarten auf dem Mönchhof auf. Die Zeit des dreißigjährigen Krieges und der Stadtbrand von Luckau 1644 waren die Themen. FOTO: Birgit Keilbach