Die 70 Teilnehmer diskutierten über die Ergebnisse einer bundesweiten Umfrage zur Ausstattung von Museen mit wissenschaftlichen Mitarbeitern und erarbeiteten sich einen Standpunkt zu den kulturpolitischen Strategien des Landes für 2012.

Brandenburg Schlusslicht

In 67 Prozent der hauptamtlich geführten Museen sei außer dem jeweiligen Leiter kein weiterer wissenschaftlicher Mitarbeiter beschäftigt, erklärte die Geschäftsführerin des Museumsverbandes, Dr. Susanne Köstering im Rundschau-Gespräch. Deutschlandweit seien nur 13 Prozent der Museen so minimal besetzt. "Die durchschnittliche Betriebsgröße liegt bei zwei Mitarbeitern, bundesweit sind es vier. Damit bildet Brandenburg gemeinsam mit Thüringen das Schlusslicht", ordnete sie ein. Landespolitische Forderungen, wie museumspädagogische Arbeit und Beiträge zum Kulturtourismus seien so nicht zu erfüllen. Zudem bleibe die wissenschaftliche Arbeit in und mit den Sammlungen auf der Strecke. "Die Museen können ihre Aufgabe, ständig neue Themen zu entwickeln und erlebbar zu gestalten, gar nicht leisten", erläuterte die Geschäftsführerin. Damit würden Potentiale in den zumeist technisch gut ausgestatteten Museen verschenkt.

Luckau war als Veranstaltungsort gewählt worden, weil das Niederlausitz-Museum in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen begeht. Ebenso lange besteht der brandenburgische Museumsverband. "Er ist damit der älteste in Deutschland, dem das Luckauer Museum seit 1913 angehört", erklärte Leiterin Helga Tucek.

Gäste erkunden die Stadt

Sie brachte den Teilnehmern am Sonntag die Stadtgeschichte bei einer Führung an historische Plätze in Luckaus Zentrum nahe. Am Montag erkundeten die Museumsleiter aus dem Land das umgestaltete Areal des einstigen Dominikanerklosters, das über Jahrhunderte als Besserungsanstalt und Gefängnis diente. Sie besichtigten das Niederlausitz-Museum in der Kulturkirche, das Kreisarchiv und das Museum für Humor und Satire im ehemaligen Hafthaus 1.