Von Anja Brautschek

Wald- und Flächenbrände, Unterstützung bei Unfällen, Hilfeleistungen wie Türöffnungen – die Feuerwehrkräfte in der Region waren in diesem Jahr bereits ordentlich gefragt. Auch in der Gemeinde Heideblick verging kaum eine Woche, indem die Sirene nicht ertönte. Das Problem daran: Tageseinsätze sind im Moment nur schwer abzusichern.

Die Gemeinde Heideblick beabsichtigt aus diesem Grund, eine Kooperationsvereinbarung mit den Technischen Werkstätten Langengrassau (TWL) abzuschließen. Künftig könnte auf deren Gelände ein zusätzliches Feuerwehrfahrzeug stationiert werden. Im Notfall springen die Mitarbeiter der TWL als eine Art Tageseinsatzgruppe ein und sichern so Einsätze in der Gemeinde ab. „Unser Ziel ist es, damit die Tageseinsatzbereitschaft zu verbessern“, erklärt Gemeindebrandmeister Thomas Seide, der ebenfalls in dem Betrieb arbeitet. Tagsüber sind die meisten ehrenamtlichen Kameraden arbeiten, viele sind nicht in heimischen Betrieben tätig. Sie können dementsprechend nicht schnell genug die Feuerwehrgerätehäuser erreichen. „Problematisch ist es unter anderem in Wüstermarke oder Walddrehna, aber auch in anderen Orten“, erklärt Bürgermeister Frank Deutschmann. Schwierig sei insbesondere, ausreichend Lkw-Fahrer für das Führen der Feuerwehrfahrzeuge zusammenzubekommen.

Mit der angestrebten Kooperation mit den TWL erhofft sich die Gemeinde eine Verbesserung der Situation. Viele der Mitarbeiter dort sind bereits Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr. Der Arbeitgeber hat auch zuvor bereits das Ehrenamt unterstützt. Tagsüber könnten die ausgebildeten Kameraden von Langengrassau aus Einsätze im gesamten Gemeindegebiet bei Bedarf unterstützten. Dazu soll ein Feuerwehrfahrzeug auf dem Gelände stationiert werden, um Fahrtzeiten zu reduzieren.

Denkbar ist, in Langengrassau das Fahrzeug unterzubringen, das Heideblick Anfang dieses Jahres von der Gemeinde Zeuthen abgekauft hat. Es handelt sich dabei um einen gebrauchten Lkw LF 8, Baujahr 1997. Der Löschwagen hat Allradantrieb und war bislang in Zeuthen nur wenig in Gebrauch, ist daher noch in gutem Zustand. Die Gemeinde Heideblick kann es für 10 115 Euro abkaufen. Weitere 10 000 sollen für zusätzliche Ausrüstung und kleinere Reparaturen investiert werden. Außerdem müssten in den TWL zusätzliche Ausrüstung vorgehalten und die Alarm- und Ausrückestandards bei der Leitstelle Lausitz dementsprechend angepasst werden.

Im Gegenzug will sich die Gemeinde an der Finanzierung der Führerscheine für die Azubis beteiligen. Erste Abstimmungen zwischen TWL und Gemeinde habe es bereits gegeben. Die Gemeindevertretung wurde kürzlich über diese Idee informiert. Unterschrieben ist die Kooperationsvereinbarung bislang noch nicht.

Um die feuerwehrtechnische Ausstattung weiter aufzurüsten, beabsichtigt die Gemeinde außerdem die Anschaffung eines Mannschaftstransportwagens für die Ortswehr in Riedebeck. Damit können bis zu neun Kameraden gleichzeitig transportiert werden. Außerdem enthält das Fahrzeug eine Grundausstattung zur Brandbekämpfung und Unfallstellenabsicherung. Das vorhandene Auto ist verschlissen und mit Baujahr 1986 veraltet. Für die Anschaffung stehen Mittel von maximal 90 000 Euro zur Verfügung. Die Riedebecker Wehr besteht derzeit aus 14 Kameraden. „Die Nutzung eines solchen Wagens ist also gegeben“, bestätigt Thomas Seide.

Die Gemeinde Heideblick will nach und nach die Fahrzeugflotte der Ortswehren erneuern. Derzeit beträgt das Durchschnittsalter der Feuerwehrfahrzeuge etwa 24 Jahre.