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| 15:44 Uhr

Blick hinter die Kulissen
Falt & Knick – das war gestern

 Blick in die Maschinenhalle. Am Kaschirautomaten werden  die Drucke auf Pappe geklebt. In den Ausbau digitaler Technologien will das Unternehmen in den nächsten fünf Jahren fünf Millionen Euro investieren.
Blick in die Maschinenhalle. Am Kaschirautomaten werden die Drucke auf Pappe geklebt. In den Ausbau digitaler Technologien will das Unternehmen in den nächsten fünf Jahren fünf Millionen Euro investieren. FOTO: LR / Carmen Berg
Zum 35-jährigen Firmenjubiläum am Sonnabend ist Tag der offenen Tür bei Schoepe Display.

Die Kids freuen sich auf die Ferien. Bei Schoepe Display hingegen ticken die Uhren schon wieder auf Schulanfang. Das Unternehmen liefert gerade Werbeaufsteller mit Schulartikeln in verschiedensten Varianten bundesweit für die Kaufland-Kette aus. „40 Lkw verlassen jetzt täglich den Betrieb“, so Geschäftsführer Andreas Gratwohl. Die Aktion sei eine Herausforderung. Denn pünktlich abgestimmt auf den gestaffelten Ferienbeginn müssten die Displays aus Dahme in den rund 2000 Filialen sein, sagt er.

Daneben produziert das Unternehmen für viele bekannte Unternehmen aus den unterschiedlichsten Bereichen. Spielwaren, Kosmetik, Getränke, Elektronik und mehr werden mit den Aufstellern von Schoepe beworben. „Bei uns geht es nicht um einfache Pappkartons“, erklärt Andreas Gratwohl. Von Anfang an habe Gründer Jürgen Schoepe auf hochwertige Displays gesetzt und sich damit erfolgreich am Markt behauptet. Für den gelernten Kartographen sei ein halber Millimeter Abweichung inakzeptabel gewesen, weiß sein Nachfolger über den inzwischen 80-jährigen Patriarchen schmunzelnd, aber auch voller Respekt zu erzählen.

Gegründet hatte Jürgen Schoepe das Unternehmen 1984 in Westberlin. Nach der Wende bekam er Kontakt nach Dahme, erwarb ein Grundstück und baute dort eine neue Produktionsstätte auf. 1995 zog die Verwaltung von Berlin nach Dahlewitz. So wurde aus einem Berliner Unternehmen ein Teltow-Fläminger. Aus der ersten neuen Halle mit 4000 Quadratmetern sind 15 000 Quadratmeter Produktions- und Lagerfläche geworden. „Und wir überlegen, nochmals zu erweitern“, kündigt Andreas Gratwohl an.

Vom Vorgängerbetrieb, dem ehemaligen VEB Feinkartonagen, hatte Schoepe 65 Mitarbeiter übernommen. Heute sind am Standort Dahme 160 Männer und Frauen tätig.  „Wir suchen händeringend weitere Mitarbeiter und Azubis“, sagt Andreas Gratwohl.

Das frühere Image „Falt und Knick“, sprich: einfache Arbeiten für Ungelernte, sei offenbar noch in vielen Köpfen, vermutet der Geschäftsführer.   Seit jedoch unlängst der moderne Maschinenpark in Dahme erheblich aufgestockt wurde, habe die Firma eine Reihe hochwertiger und entsprechend bezahlter neuer Jobs für Fachkräfte aus technischen Berufen zu vergeben, sagt er.

Mit fortschreitender  Digitalisierung würden die Anforderungen in den nächsten Jahren noch steigen, ist er überzeugt. Dem bereits etablierten Digitaldruck soll Gleiches beispielsweise beim Stanzen folgen. „Laser statt Messer und Kraft“ beschreibt Andreas Gratwohl neue Technologien, für die Schoepe in den nächsten fünf Jahren rund fünf Millionen Euro in die Hand nehmen will. Bereits bis Ende nächsten Jahres sollen die gesamten Prozess­abläufe im Unternehmen papierlos gestaltet werden. „Checklisten, Qualitätskarten, all das läuft dann komplett übers Tablet“, so der Geschäftsführer.

Vor fünf Jahren hatte Schoepe ein Berliner Displaywerk zugekauft, doch sich letztlich als alleinigen Produktionsstandort für Dahme entschieden. „Angesichts explodierender Mieten in der Hauptstadt werden sich dort künftig wohl immer schwerer  Fachkräfte für Produktionsbetriebe finden“, sagt er.

Neun Beschäftigte in Dahme sind Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr, mit der Schoepe eine Kooperationsvereinbarung verbindet.  Weitere Floriansjünger seien als Mitarbeiter willkommen, „denn die Wehr braucht doch vor allem bei Notrufen tagsüber jeden Mann vor Ort“, so Andreas Gratwohl.