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| 14:30 Uhr

Tag der offenen Tür
Kreative Vielfalt in der Werkstatt

Ausführlichen Einblick in ihre Arbeit und die Entstehung des besondereren Craquelé-Designs erhielten die Besucherinnen Petra Wienke und Andrea Pechhold bei Töpfermeisterin Claudia Karer (v.l.) in ihrer Werkstatt in Prierow.
Ausführlichen Einblick in ihre Arbeit und die Entstehung des besondereren Craquelé-Designs erhielten die Besucherinnen Petra Wienke und Andrea Pechhold bei Töpfermeisterin Claudia Karer (v.l.) in ihrer Werkstatt in Prierow. FOTO: Birgit Keilbach
Prierow. Töpfermeisterin Claudia Karer gibt Einblick in ihre Arbeit. Von Birgit Keilbach

Liebhaber dekorativer irdener Unikate, geformt von geschickten und erfahrenen Handwerkerhänden, waren am Wochenende auf Entdeckungstour. Bundesweit öffneten Töpfer- und Keramikwerkstätten zum 13. Mal ihre Türen. Auch bei Töpfermeisterin Claudia Karer im Golßener Ortsteil Prierow herrschte bereits am Samstag ein ständiges Kommen und Gehen. Viele Interessierte nutzten die Gelegenheit zum Werkstattbesuch und Gespräch in entspannter Runde. „Es ist immer wieder spannend, mal hinter die Kulissen zu schauen, wie ein getöpfertes Stück entsteht und den Ablauf kennenzulernen“, sagt Bettina Vetter. Sie ist aus Kolkwitz nicht zum ersten Mal nach Prierow gekommen. An Claudia Karers Keramik gefällt ihr besonders, „dass sie so leicht ist, es ist schon eine Kunst, das so hinzubekommen“, sagt Bettina Vetter. Sie habe schon viele schöne Töpferwaren bei sich zu Hause. „Und ich bin neugierig, welche neuen Ideen diesmal zu sehen sind“, ergänzt sie.

Petra Wienke hat schon ein paar neue Stücke gefunden. „Mir gefällt das Craquelé besonders gut, eine kleine Schale und eine Tasse wird das Vorhandene zu Hause gut ergänzen“, sagt die Jetscherin. Seit sie die Werkstatt von Claudia Karer vor einigen Jahren entdeckte, komme sie jedes Jahr zum Tag der offenen Töpferei. Ansprechend finde sie auch die handgemalten Dekore, deren Vielfalt von Jahr zu Jahr zunehme.

Claudia Karer probiert immer wieder gern etwas Neues aus und experimentiert auch viel. In den Regalen der Werkstatt entdecken die Besucher die große Vielfalt ihrer Gestaltungsideen. Neben den zahlreichen Gebrauchsgegenständen, wie Schalen, Krügen, Tassen, Tellern in unterschiedlichen Größen, Farben und Dekoren stehen großformatige Unikate, manche aus mehreren Einzelteilen zu einem harmonischen Ganzen zusammengefügt. „Sie hat eine besondere Handschrift. Durch die grafische Gestaltung entstehen besonders schöne Werke“, sagt Andrea Pechhold, die den Tag der offenen Töpferei auch dafür nutzt, um sich über Besonderheiten in den jeweiligen Werkstätten zu informieren und mit dem jeweiligen Töpfer oder der Töpferin ins Gespräch zu kommen.

Von Claudia Karer lässt sie sich am Samstag erklären, wie das Craquelé entsteht. Bei dieser besonderen Technik werde der Glasurbrand unterbrochen, dann das Craquelé gesetzt und anschließend der zweite Glattbrand durchgeführt, erläutert die Töpfermeisterin. So entstehen die feinen Haarrisse, ein Markenzeichen ihrer Keramik.

„Der Tag der offenen Werkstatt ist eine gute Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch“, sagt Claudia Karer. Zudem biete er Zeit, sich auszutauschen. „Auf den Märkten während der Saison ist diese nicht vorhanden“, fügt sie an. Interessant und anregend seien die Gespräche mit anderen, die sich mit der Gestaltung von Keramik beschäftigten, immer wieder. Alle Fragen der Besucher könnten an diesem Tag beantwortet werden und außerdem entwickelten sich allmählich auch enge, persönliche Beziehungen, nennt sie einen weiteren Grund, die Werkstatttüren zu öffnen.

In der Vielfalt der Dekore ist in diesem Jahr auch ein Kindermotiv zu entdecken, auf Tassen und Tellern. Eine Müslischale mit dem Motiv ist jedoch am Samstag nicht dabei. Danach suchten Hans-Günter Gruber aus Königs Wusterhausen und Eva Perkuhn aus Berlin. Beide interessieren sich sehr für handwerklich getöpferte Dinge. „Wir haben schon viele schöne Töpfersachen zu Hause im alltäglichen Gebrauch, Teeservice und Kaffeeservice zum Beispiel. Im Internet haben wir geschaut, wohin wir heute fahren können“, sagt Hans-Günter Gruber. Gemeinsam mit Claudia Karer schauen sie auf den Flyer der Töpferinnung, wo sie noch weitere Werkstätten im Süden Brandenburgs besuchen können.