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| 16:11 Uhr

Berufsorientierung
Einblick in Theorie und Praxis

 An der Station „Handwerk“ bauten die Erzieher-Azubis und Achtklässler gemeinsam Palettenbänke für die Schule.
An der Station „Handwerk“ bauten die Erzieher-Azubis und Achtklässler gemeinsam Palettenbänke für die Schule. FOTO: Birgit Keilbach
Kemlitz. Achtklässler der Oberschule Dahme legen bei Tag der Berufsorientierung in Kemlitz Hand an und haben dabei so manches Aha-Erlebnis. Von Birgit Keilbach

Holz schleifen, sägen, bohren; einen Tisch fachgerecht decken, selbst leckere Cocktails mixen; zur Probe mal in eine Bundeswehr-Uniform schlüpfen – das konnten die Mädchen und Jungen der zwei achten Klassen der Dahmer Oberschule „Otto Unverdorben“ in der vergangenen Woche.

Praktischen Einblick erhielten sie auch in die Arbeit als Erzieher oder Altenpfleger sowie in die Frühjahrsbestellung auf den Feldern rund um den Landwirtschaftsbetrieb Awo-Reha-Gut Kemlitz.

Im Wunsch bestätigt

„Hier werden Kartoffeln, Triticale, Weizen und Raps angebaut“, weiß Lukas Schulze jetzt. Die Tour mit dem Kremserwagen hinterm Traktor führte auch zu den Ställen sowie zur Biogasanlage. Der Achtklässler möchte Landwirt werden und kannte vieles schon. „Mich hat das heute in meinem Berufswunsch bestärkt“, resümiert Lukas Schulze.

Ashley Schiller interessiert sich für den Beruf der Restaurantfachfrau. An der Station „Gastronomie“ im großen Speisesaal bekam sie guten Einblick, was so dazu gehört. Sie konnte selbst ausprobieren, wie man zwei Teller in einer Hand hält, und übte sich im korrekten Tischdecken. „Das hatte ich mir so vorgestellt, aber auch mitbekommen, auf wie viele Dinge man dabei achten muss“, sagt Ashley Schiller. „Und Cocktails mixen ist ganz leicht, finde ich“, fügt sie an.

Im Seminarraum des Ferien- und Freizeitzentrums hat sich Hannes Lerke einen Bundeswehr-Gefechtsanzug übergestreift und das Gepäck umgehängt. „Das ist sehr schwer, in den Computerspielen sieht das immer so aus, als wäre es nichts“, beschreibt der Achtklässler seinen Uniform-Praxistest.

Neugierig auf die Bundeswehr

Er sei neugierig gewesen, wie es bei der Bundeswehr so ist, deshalb habe er sich für diese Station entschieden. Stabsfeldwebel Stephan Baldauf vom Bundeswehr-Karriereberatungsbüro Cottbus begrüßt diese Art der praktisch orientierten Berufsberatung.

„Hierher kommen junge Leute, die sich wirklich dafür interessieren.“ Dem entsprechend seien viele Fragen zu beantworten: Wie sieht ein Soldat aus? Wie ist sein Tagesablauf? Was macht er in der Freizeit? Wie schwer ist die Ausrüstung? „Viele kommen mit der Vorstellung, alle seien als Soldaten im Auslandseinsatz. Doch wir bilden in 50 verschiedenen Berufen aus. Und danach können die jungen Leute entscheiden, ob sie bei der Bundeswehr weiter machen wollen oder nicht“, erläutert der Stabsfeldwebel.

Marie Schmall findet das Angebot spannend: „Polizei oder Bundeswehr ist die Richtung, die mir gefällt. Interessant finde ich, dass man auch als Ärztin bei der Bundeswehr arbeiten kann“, sagt die Achtklässlerin.

Erzieher-Azubis gefragt

Der Tag der Berufsorientierung ist eingebettet in eine Projektwoche der Oberschule Dahme und der Awo-Fachschule für Sozialwesen Lübbenau. „Sie gehört zum Praxislernen unserer Schüler und ist der Baustein für die Klasse acht“, sagt Klassenlehrerin Petra Kopitz. Neben der Berufsinformation soll sie insbesondere zur Teambildung der Achtklässler beitragen.

Dafür sind die Erzieher-Azubis des dritten Ausbildungsjahres verantwortlich. „Es ist unser Projekt ‚Initiative Sekundarstufe‘ mit dem Schwerpunkt Teambildung und Kommunikation“, erläutert Ingo Reimer, Lehrer für Sozialpädagogik an der Awo-Fachschule.

Seit fünf Jahren kooperieren beide Bildungseinrichtungen bereits auf diese Weise miteinander; zum gegenseitigen Vorteil. Für die 27 Erzieher-Fachschüler sei es zugleich eine praktische Prüfung, bei der sie Erfahrungen für die Arbeit  mit dieser Altersgruppe sammeln, heißt es weiter.

Die gesamte Woche war von ihnen zu planen und vorzubereiten, davon vier Tage mit Teamspielen und weiteren Aktionen sowie verschiedene Stationen der praktischen Berufsinformation. Gestartet wurde stets mit einem gemeinsamen Frühstück. Am Ende jedes Tages stand eine Auswertung. „Wir haben ganz viel darüber gelernt, was es heißt, effektiv im großen Team zu arbeiten. Ich denke, dass jetzt jeder von uns weiß, was er richtig gut kann und gern macht“, sagte Louise Hammitsch.

Vorbereitung auf den Berufsalltag

Als eine gute Vorbereitung auf den Berufsalltag sieht Vivien Brummack diese Woche. „Dabei haben wir auch mitbekommen, dass der Beruf nicht nur acht Stunden am Tag stattfindet. Es gehören auch Vor- und Nachbereitung in der Freizeit dazu“, resümiert die angehende Erzieherin.