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Tafel bekommt neues Domizil

Neue Räume werden für die Tafel-Ausgabe in Luckau in der Bahnhofstraße vorbereitet. Zu einer Besprechung vor Ort sind Kai Noack, Manuela Krawietz und Ilona Liebach (l.) zusammengekommen. Träger der Tafel in Luckau wie auch in Lübben ist das Albert-Schweitzer-Familienwerk Spremberg.
Neue Räume werden für die Tafel-Ausgabe in Luckau in der Bahnhofstraße vorbereitet. Zu einer Besprechung vor Ort sind Kai Noack, Manuela Krawietz und Ilona Liebach (l.) zusammengekommen. Träger der Tafel in Luckau wie auch in Lübben ist das Albert-Schweitzer-Familienwerk Spremberg. FOTO: I. Hoberg
Luckau/Lübben. Die neuen Räume für die Luckauer Tafel sind zurzeit noch eine Baustelle, doch es ist schon jetzt zu sehen, dass sich die Bedingungen für die Ausgabestelle in der Bahnhofstraße verbessern werden. Freundlich gestaltete, lichte Räume stehen dann in den ehemaligen Gewerberäumen zur Verfügung. Ingrid Hoberg

Gegenwärtig ist die Lange Straße 12 an zwei Tagen in der Woche Anlaufpunkt für bedürftige Menschen, die dank gespendeter Lebensmittel ihre Haushaltskasse entlasten können. "50 bis 70 Besucher haben wir jeweils an einem Ausgabetag", sagt Ilona Liebach, seit neun Jahren ehrenamtlich für die Tafel in Luckau tätig. Mancher komme am Ende des Monats, mancher zu jedem Ausgabetag. Die meisten holen Lebensmittel nicht nur für eine Person, sondern für eine Familie. Deshalb rechnet die Leiterin der Luckauer Ausgabe mit rund 300 Bedürftigen auch aus umliegenden Orten, die unterstützt werden.

Kai Noack koordiniert die Tafeln, die das Albert-Schweitzer-Familienwerk (ASF) in der Region als eines der sozialen Projekte betreut. Er hat festgestellt, dass es sich verändert, wer die Tafel in Anspruch nimmt. "Das sind nicht nur Hartz IV-Empfänger, wie mancher denkt. Es sind Menschen, die arbeiten gehen, die allein Kinder erziehen - und die Altersarmut nimmt zu", sagt er. "Die Tafel ist für alle Bedürftigen da als zusätzliches Angebot." Doch er kennt auch das Anspruchsdenken mancher, wenn sie von Ämtern auf die Tafel hingewiesen werden und diese dann für eine staatliche Einrichtung halten. Kai Noack erklärt: "Die Tafel hat drei Säulen: 1. Lebensmittelvernichtung verhindern, 2. die Abgabe an Bedürftige und 3. als sozialer Träger das Ehrenamt fördern und die Menschen einer Stadt mitnehmen." Das führe zu einer Win-win-Situation für alle Beteiligten, sagt er auch aus seiner Erfahrung als stellvertretender Vorsitzender des Bundesverbands Deutsche Tafel.

Wie wichtig ehrenamtliches Engagement ist, darauf verweist Manuela Krawietz, stellvertretende Leiterin des Tafelprojekts. Es werden immer Leute gesucht, die sich engagieren wollen - bei der Ausgabe der Lebensmittel wie auch als Kraftfahrer, die zu Discountern fahren. "Der Ehrenamtliche entscheidet, wann er das Projekt unterstützen möchte und in welchem Umfang", betont sie. Gerade Ältere, die aus dem Arbeitsleben ausscheiden, aber noch aktiv sind, finden den Weg zu den Tafeln. Und wer als Kleingärtner etwas von der Ernte aus seinem Garten abgeben will, ist ebenfalls gern gesehen, wie Ilona Liebach sagt.

Wer sich von der Arbeit der Tafel einen Eindruck verschaffen will, ist am 1. Juni in die Luckauer Bahnhofstraße eingeladen. Ab 14 Uhr wird es dort ein Fest zur Eröffnung der Ausgabe geben, verbunden mit einem großen Kinderfest für alle Kinder der Stadt.

Zum Thema:
Zu den sechs Tafeln, die das Albert-Schweitzer-Familienwerk Spremberg im Süden Brandenburgs betreut, gehören auch die Luckauer und die Lübbener Tafel. Gegenwärtig befindet sich eine Ausgabestelle in Luckau, Lange Straße 12. Dort ist Montag und Freitag jeweils von 11 bis 13 Uhr geöffnet. Die Lübbener Tafel in der Breitscheidstraße ist Donnerstag von 9 bis 11 Uhr geöffnet. Eine Ausgabestelle gibt es außerdem in Golßen (Unterspreewald), Friedensstraße 4. Dort werden Mittwoch von 9 bis 11 Uhr Lebensmittel ausgegeben. Wer die Tafel-Projekte unterstützen möchte, kann sich vor Ort melden. Telefonisch ist die Luckauer Tafel erreichbar unter 03544 556355 und die Lübbener unter 0152 05235429. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.asf-brandenburg.de .