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| 02:41 Uhr

Streit um Spreewaldmarathon in Lübben

Der Spreewaldmarathon hat am Samstag 4000 Radler nach Lübben gelockt. Die Zukunft ist ungewiss.
Der Spreewaldmarathon hat am Samstag 4000 Radler nach Lübben gelockt. Die Zukunft ist ungewiss. FOTO: Andreas Staindl/asd1
Lübben. Das Radlerfest während des Spreewaldmarathons am Samstag in Lübben könnte das vorerst Letzte gewesen sein. Der Cheforganisator Hans-Joachim Weidner ist mit der Unterstützung der Stadt nicht zufrieden. Das hat er Lübbens Bürgermeister Lars Kolan (SPD) in einem Brief mitgeteilt. Dieser hat kein Verständnis für die Kritik. Andreas Staindl / asd1

4000 Teilnehmer aus ganz Deutschland und anderen Ländern. Radfahren bleibt die beliebteste Sportart des Spreewaldmarathons. Doch findet das Radlerfest auch künftig in der Kreisstadt statt? Hans-Joachim Weidner kann sich "zu den bisherigen Bedingungen einen weiteren Start in Lübben nicht vorstellen". Er fordert den Bürgermeister auf, "den für uns nicht zu akzeptierenden Zustand zu ändern".

Es geht ihm um die Unterstützung der Stadt. "Diese ist für mich mit den mir bekannten Fakten nicht erkennbar. Ein Zustand, der für mich als Gesamtleiter und Vereinsvorsitzender des Spreewald-Marathon e. V. unhaltbar und nicht mehr zu akzeptieren ist." Weidner schreibt, dass er seit 14 Jahren mit der Veranstaltung "in touristische Vorleistung geht, diese aber nicht ansatzweise von der Politik geachtet und honoriert wird. Alle Kosten werden auf uns abgewälzt".

Er nennt Beispiele: "1300 Euro anteilige Personalkosten für Mitarbeiter der Tourismus, Kultur und Stadtmarketing (TKS) GmbH in Lübben, 3900 Euro für die Zelte und andere logistische Dinge auf der Schlossinsel, 2000 Euro für den geforderten Sicherheitsdienst. Jeder Helfer wird von uns vergütet, jeder Fahrkilometer bezahlt. Zudem tragen wir die Kosten für das Aufstellen von mehr als 2000 Hinweis- und Verkehrsschildern. Selbst die Übernachtung unserer Helfer zahlen wir an die Beherbergungsbetriebe - eine vierstellige Summe."

Kosten, Rechnungen, Ordnungsverfügungen, Auflagen - für Hans-Joachim Weidner läuft "hier etwas völlig schief". Er verweist darauf, dass Hotel- und Beherbergungsbetriebe sowie der Tourismusverband ganzjährig und nachhaltig vom Engagement des Vereins profitieren: "11 000 Sportlerinnen und Sportler im Spreewald, zuzüglich mitreisender Partner und Zuschauer. Während des Spreewaldmarathons werden zusätzliche Umsätze in Millionenhöhe getätigt. Auch die Kurtaxe wird gern genommen. Eine entsprechende Gegenleistung für unsere jahrelange Mühen für den Tourismus im Spreewald vermisse ich", kritisiert Weidner.

Lars Kolan wundert sich über die Kritik. "Während meiner 14-monatigen Amtszeit als Bürgermeister habe ich mich noch nie so ungerecht behandelt gefühlt", sagt er. "Das bisher einzige Gespräch mit Hans-Joachim Weidner gab es vor etwa einem Jahr. Seitdem habe ich nie wieder etwas von ihm gehört. Wenn er Wünsche hat, muss er diese uns gegenüber äußern. Das ist aber nicht geschehen."

Der Bürgermeister sagt, dass er "gern geholfen hätte, jedoch nicht einen Tag vor der Veranstaltung". Für ihn ist Weidners Kritik "ein Schlag ins Gesicht der Helfer". Gerade die TKS übernehme zahlreiche Aufgaben vor und während der Veranstaltung. Die Auslagen stelle sie dem Spreewald-Marathon e.V. in Rechnung.

Das sei schon immer so und dem Veranstalter bisher wohl nur deshalb nicht aufgefallen, weil durch die zahlreichen Nachmeldungen während früherer Jahre Geld vor Ort vorhanden war und mit den Auslagen verrechnet wurde, wie der Bürgermeister sagt.

Durch das jetzige Teilnehmerlimit von 4000 Radlern sind Nachmeldungen vor Ort nicht mehr möglich. Die TKS müsse also eine Rechnung schreiben. Mitarbeiter des Ordnungsamts der Stadt würden dem Verein nicht in Rechnung gestellt. Die einzige Rechnung der Stadtverwaltung ist Kolan zufolge eine Ordnungsverfügung über 75 Euro.

Der Verwaltungschef sagt, dass er "kein Problem" damit hat, "die Veranstaltung mit Sachleistungen zu unterstützen. Ich muss aber von dem Wunsch wissen."

Neben Lübben hat Hans-Joachim Weidner auch Burg kritisiert. Ende April soll es einen gemeinsamen Gesprächstermin geben, wie Lars Kolan ankündigt. "Ich bin nicht nachtragend", sagt er.

"Der Spreewaldmarathon ist eine tolle Sache für Lübben und den Spreewald."